Corona

Impfzentrum Dortmund schließt am 30. September - und dann?

Am 30. September wird das Dortmunder Impfzentrum auf Phoenix West schließen. Corona-Drittimpfungen soll es künftig aber trotzdem geben. Wie es jetzt weitergeht.

Dortmund - Noch bis zum 30. September haben Dortmunder die Möglichkeit, sich im Impfzentrum in der Warsteiner Music Hall eine Corona-Impfung abzuholen: sei es die erste, die zweite oder gar die dritte Impfung. Danach ist aber endgültig Schluss, dann wird das Impfzentrum schließen. Aber was passiert danach?

StadtDortmund
BundeslandNordrhein-Westfalen
Vollständig geimpft361.968 (Stand 9. September)

Impfzentrum in Dortmund schließt ab September: Was passiert danach mit den Drittimpfungen?

Dass die Impfzentren in Nordrhein-Westfalen bis spätestens zum 30. September geschlossen werden sollen, steht bereits seit Ende Juni fest. Als Grund für die Schließungen gab NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) damals an, dass bis Ende September auch die Zweitimpfungen abgeschlossen sein werden.

Doch die Realität sieht anders aus: Zwar hat in Nordrhein-Westfalen mittlerweile jeder ein Impfangebot bekommen oder hat an vielen Orten die Chance, sich impfen zulassen, doch durchgeimpft sind aktuell nur 64,5 Prozent der Bürger (Stand 9. September). Dazu kommt, dass über 80-Jährige, deren Impfung schon länger als ein halbes Jahr her ist, eine dritte Impfung - die sogenannte Booster-Impfung - bekommen können. Aber wo sollen die Impfungen durchgeführt werden, wenn die Impfzentren schließen?

In Dortmund sollen niedergelassene Ärzte das Impfen ab Oktober übernehmen

Corona-Drittimpfungen sowie Zweit-und Drittimpfungen werden sowohl in Nordrhein-Westfalen als auch in Dortmund über den 30. September hinaus in den Arztpraxen von niedergelassenen Ärzten durchgeführt. Das gilt auch für Impfungen in Pflegeeinrichtungen und Seniorenheimen, wobei das Impfen dort ohnehin nicht Aufgabe der Impfzentren gewesen war.

In den Dortmunder Pflegeheimen haben die Corona-Booster-Impfungen derweil schon begonnen: Gesundheitsdezernentin Birgit Zoerner sagte gegenüber den Ruhr Nachrichten, dass die Stadt bereits sämtliche Pflegeeinrichtungen angeschrieben hätte. Darin enthalten sei der Hinweis, dass Hygienemaßnahmen weiter einzuhalten seien und man der Aufforderung zu den Booster-Impfungen nachkommen solle.

Einmal geschlossene Impfzentren können erst Wochen später wieder ihren Betrieb aufnehmen

Insgesamt 53 Impfzentren hatten in Nordrhein-Westfalen im Frühjahr dieses Jahres ihren Betrieb aufgenommen. Doch schon zu Beginn stand fest, dass die Zentren nicht dauerhaft bestehen bleiben sollten, sondern nur bis zum Herbst. Wie es nach den Schließungen mit den Impfzentren weitergehen soll, ist noch nicht vollends geklärt. Der aktuelle Plan sieht vor, die Zentren noch nicht dauerhaft zu schließen, sondern vorerst nur in eine Art „Stand-By-Modus“ zu versetzen.

Wie genau so ein Stand-By-Modus in den Impfzentren aussehen könnte und wie schnell Corona-Impfungen nach einer vorübergehenden Stilllegung wieder möglich sein werden, bleibt unklar. Ist ein Impfzentrum erst einmal geschlossen, kann es nicht am nächsten Tag einfach wieder seinen Betrieb aufnehmen.

Das Bundesland Bayern schätzt, dass es bis zu vier Wochen dauern könnte, um ein Impfzentrum wieder voll hochzufahren. Bleibt also abzuwarten, ob die niedergelassenen Ärzte die Impfnachfrage im Herbst und Winter alleine stemmen können.

Rubriklistenbild: © Dortmund-Agentur/Roland Gorecki