Impf-Lücke sei noch zu groß

Dortmund: OB Westphal sauer über „überfällige“ Diskussion um Impfpflicht

Die Corona-Zahlen brechen weiter Negativ-Rekorde. Die Diskussion über eine allgemeine Impfpflicht hält Dortmunds OB Thomas Westphal für überfällig.

Dortmund – Eine bundesweite Inzidenz von fast 400, in NRW ist der Wert laut den Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) auf 249,0 geklettert (Vortag: 229,1). In Dortmund werden in diesen Tagen ebenfalls alle vergangenen Negativ-Rekorde gebrochen. Die Inzidenz lag am Dienstag (23. November) bei 260,8 – in der Vorwoche lautete der Wert noch 191,6. Dortmunds OB Thomas Westphal (SPD) zeigte sich bei einer Pressekonferenz sauer über eine „überfällige“ Impfpflicht-Diskussion.

StadtDortmund
OberbürgermeisterThomas Westphal
ParteiSDP

Debatte um allgemeine Impfpflicht: Dortmunds OB Westphal fordert schnelles Handeln

Beim großen Corona-Gipfel am vergangenen Donnerstag (18. November) haben sich Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten auf eine Impfpflicht in Heil- und Pflegeberufen geeinigt. Die Corona-Impfpflicht solle in Krankenhäusern sowie Pflegeheimen gelten und betreffe jeden, der Kontakt zu den sogenannten vulnerablen Personen hat (weitere Nachrichten aus Dortmund bei RUHR24 lesen).

Dortmunds Oberbürgermeister Thomas Westphal geht das allerdings nicht weit genug. Bei einer Pressekonferenz forderte er die Politiker in den entsprechenden Positionen dazu auf, endlich zu handeln. „Wir brauchen eine allgemeine Impfpflicht, die nicht berufsbezogen ist. Diese Diskussion ist längst überfällig“, so der 54-Jährige (mehr aktuelle Corona-News aus NRW bei RUHR24 entdecken).

Forderung aus Dortmund – allgemeine Corona-Impfpflicht in NRW kein Tabu-Thema mehr

Erst am Montagabend (22. November) hatte sich NRW-Familienminister Joachim Stamp (FDP) in der ARD-Sendung „Hart aber fair“ erstmals offen für eine allgemeine Impfpflicht in Deutschland gezeigt. „Ich persönlich kann es mir vorstellen, ja“, sagte Stamp nach mehreren Nachfragen von Moderator Frank Plasberg. Es sei ein lernender Prozess „von uns allen“, so der Politiker. Ein Verfassungsrechtler habe ihn am Wochenende schließlich von der Idee der allgemeinen Impfpflicht überzeugt.

Auch NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) schließt eine Impfpflicht für alle nun nicht mehr komplett aus. Bei einer Pressekonferenz erklärte der Politiker am Dienstag die neuen Corona-Regeln in NRW. In diesem Zusammenhang appellierte er an Ungeimpfte, dass sie nochmal überlegen sollten, ob ihre „ablehnende Haltung“ zum Impfen wirklich verantwortbar sei. Die aktuelle Debatte um eine allgemeine Impfpflicht halte er für richtig.

Dortmund: OB Thomas Westphal sieht große Lücke bei den Corona-Erstimpfungen

Diese Debatte will Dortmunds OB Westphal allerdings nicht länger führen. Zwar zeigte sich der Politiker zuversichtlich, dass „wir die Impf-Lücke bei den Booster-Impfungen geschlossen bekommen“, es würde jedoch weiterhin an Erstimpfungen fehlen. Westphal mahnte, dass je länger man jetzt über eine allgemeine Impfpflicht diskutiere, desto später würde sich auch erst die Wirkung auf das Infektionsgeschehen zeigen.

Immerhin: Laut den Angaben der Stadt Dortmund sei die Nachfrage bei den Erstimpfungen mittlerweile wieder größer. Als Beispiel nannte Corona-Krisenstabsleiterin Birgit Zoerner am Dienstag den Dortmunder Impfbus, der zuletzt am Fußballmuseum gegenüber des Hauptbahnhofs Halt gemacht hat. Hier waren es am Samstag (20. November) knapp 100 verabreichte erste Impf-Dosen. Das Pop-up-Impfzentrum in der Thier-Galerie konnte am vergangenen Donnerstag (18. November) sogar 125 Erstimpfungen an einem Tag verbuchen.

Rubriklistenbild: © Sabrina Wagner/RUHR24, Stadt Dortmund; Collage: RUHR24

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