Mit Wolkenspielplatz hoch hinaus

Dortmund: Aus Industriebrache wird neuer "Hansapark" - mit Attraktion für Millionen Euro

Die Planung der Internationalen Gartenschau 2027 (IGA) in Dortmund nimmt Gestalt an. Jetzt gibt es Entwürfe für das Areal an der Kokerei Hansa.

  • Die Pläne für die Internationale Gartenschau in Dortmund werden immer konkreter.
  • Die Stadt und der Metropolverband haben einen Gewinner für die Ausgestaltung des Zukunftsgartens gekürt.
  • Für zig Millionen Euro soll ein Wolkenspielplatz an der Kokerei Hansa entstehen - von dem man sich viel erhofft.

Dortmund – 2027 kommt die Internationale Gartenschau (IGA) ins Ruhrgebiet. Auch Dortmund beteiligt sich mit einem Dekadenprojekt an der Ausstellung. Und hat dafür nun konkrete Pläne präsentiert, wie es in den sogenannten Zukunftsgärten von "Emscher Nordwärts" in Dortmund-Huckarde aussehen soll. 

Internationale Gartenausstellung (IGA):

Ruhrgebiet, Metropolregion Rhein-Ruhr

Datum: 

2027

Projekte: 

U.a. Zukunftsgarten "Emscher nordwärts" in Dortmund, "Rheinpark" in Duisburg, "Zukunftsinsel Gelsenkirchen" 

Durchführung: 

IGA Metropole Ruhr 2027 gGmbH

Stadt Dortmund plant gigantisches Vorhaben zur IGA im Ruhrgebiet 2027

Es ist nicht das erste millionenschwere Projekt, das die Stadt Dortmund in letzter Zeit in die Wege geleitet hat, berichtet RUHR24.de*. Nachdem erst vergangene Woche die Pläne für ein neues, futuristisches Theatergebäude in der Innenstadt von Dortmund* präsentiert wurden, geht es nun weiter mit dem nächsten großen Vorhaben. 

In einer zwölfstündigen Jurysitzung am 2. Juni haben die Stadt und der Regionalverband Ruhr (der weitere Pläne für das Ruhrgebiet hat) über Konzepte, die in im Rahmen der Internationalen Gartenausstellung (IGA) in Dortmund entstehen sollen, gebrütet - und am Ende einen Preisträger gekürt. 

IGA 2027 im Ruhrgebiet: 16 Ideen wurden für die Ausgestaltung der Gartenschau in Dortmund eingereicht

16 nationale und internationale Architekturbüros hatten sich an der Ausschreibung beteiligt und Ideen für das Gebiet rund um die Kokerei Hansa in Huckarde eingereicht. Hier soll einer der drei Zukunftsgärten entstehen, die das zentrale Merkmal der Ruhrgebiets-IGA* ausmachen. Die anderen Gärten sollen in Duisburg und Gelsenkirchen entstehen. Außerdem ist ein interkommunales Projekt zwischen Lünen und Bergkamen geplant. 

Am Ende konnte vor allem ein Konzept die 50-köpfige Jury überzeugen. Der erste Preis ging an ein Architekturbüro aus Berlin, die bbz landschaftsarchitekten berlin gmbh. Ihr Konzept wird die planerische Grundlage für die Gartenschau in Dortmund bilden.

IGA in Dortmund 2027: So soll das Gelände rund um die Kokerei Hansa aussehen

Und es klingt gigantisch: Es soll ein Hansapark entstehen, dessen Höhepunkt ein großer "Wolkenspielplatz" mit Nebelbildung ist. Ein Haldensprung soll das Industriegelände der Kokerei mit dem Deusenberg verbinden. Er sei einladend und attraktiv gestaltet. Im Allgemeinen überzeuge der Entwurf durch seine "Großzügigkeit und Eleganz".

Gewinner des IGA-Wettbewerbs: Ein Haldensprung soll die Kokerei mit dem Deusenberg in Dortmund verbinden.

Platz 2 ging ebenfalls an Architekten aus Berlin, die den Fokus auf strenge geometrische Formen und eine Schleifenrampe zum Deusenberg gelegt hatten. Das Gewinnerkonzept sowie alle anderen Wettbewerbsbeiträge können vom 14. bis 24. Juli im Salzlager der Kokerei Hansa besichtigt werden (mehr News aus Dortmund von RUHR24*). 

Internationale Gartenschau 2027 soll Dortmund-Huckarde langfristig aufwerten

Bei der Entwicklung der Konzepte sollten die Architekten das Gebiet rund um die Kokerei Hansa gestalten. Dazu gehören unter anderem der Grünanger, das Brückenbauwerk "Haldensprung, der Energiecampus, das Bahnbetriebswerk Mooskamp und der Deusenberg

Die Planungen sollten Elemente für Blumenschauen enthalten, aber auch dauerhafte bauliche Maßnahmen, die das Ruhrgebiet und den IGA-Standort Dortmund langfristig nach vorne bringen sollen

In einer zwölfstündigen Jurysitzung haben die Stadt und der Regionalverband Ruhr über ein Konzept für die IGA in Dortmund diskutiert. 

Mit einem "Wolkenspielplatz" erhofft sich die Stadt Dortmund nun genau diesen Effekt. "Das Projekt bietet die Möglichkeit, die vorhandenen Potenziale der Kokerei Hansa und des Deusenbergs aufzuwerten", so Ullrich Sierau, Oberbürgermeister von Dortmund. Und weiter: "Wir sind heute schon dabei, die Lebensbedingungen in den angrenzenden Stadtteilen aufzuwerten und zu harmonisieren. Der Zukunftsgarten "Emscher nordwärts" wird einen erheblichen Beitrag zur Stadt- und Quartiersentwicklung leisten."

IGA 2027 in Dortmund: So viel kostet das Projekt 

Und was kostet die Neugestaltung des Areals rund um die Kokerei Hansa? Insgesamt sollen sich die Kosten auf rund 60 Millionen Euro für verschiedene Programmpunkte der IGA belaufen. Davon werden unter anderem 7,7 Millionen für die Ausgestaltung der Zukunftsgärten wie den am Deusenberg vorgesehen. Weitere vier Millionen soll der "Haldensprung" kosten, eine Brücke, für Fußgänger und Radfahrer, die den Deusenberg mit der Kokerei verbindet. 

Finanzielle Beteiligung erhofft man sich vom NRW-Umweltministerium in Höhe von etwa acht Millionen Euro. Aber auch Privatpersonen können als Förderer die ein oder andere Summe springen lassen. 

Millionen-Projekt IGA in Dortmund soll Investition in die Zukunft sein

Laut Ullrich Sierau lohne sich die millionenschwere Investition jedoch. Der Zukunftsgarten "Emscher nordwärts" ist in das langfristige Projekt "nordwärts" der Stadt eingebettet, mit dem der nördliche Teil von Dortmund aufgewertet werden soll. 

Mit der IGA in Dortmund wolle man nun nach anderen Schwerpunkten wie in Hörde mit dem Phoenix See und Phoenix-West im Norden deutliche Akzente setzen. "Der Norden ist etwas später dran, ist aber nicht weniger potenzialreich", so der Dortmunder Oberbürgermeister. 

IGA in Dortmund: Ullrich Sierau träumt von "weltweit einmaligen Meilenstein"

Bei dem Blick in die Zukunft ist unter anderem die Rede von "Aufnahme in das Weltkulturerbe", einem "internationalen Standard" und einem "weltweit einmaligen Meilenstein". Mit dem "Wolkenspielplatz" will man folglich hoch hinaus. Was am Ende davon wirklich realisiert wird und wie sich die Internationale Gartenschau langfristig auf das Ruhrgebiet auswirken wird, bleibt abzuwarten.

Mit der Siegerehrung des Wettbewerbs habe man jedoch einen wichtigen Auftakt in Dortmund gemacht. Nun gehe es darum, die ausgewählten Planungen zu konkretisieren und zu vertiefen. Die baulichen Maßnahmen sollen bis 2025 beendet sein, damit dann die Pflanzungen für die Gartenschau in Dortmund beginnen können, heißt es in der Mitteilung der Stadt. *RUHR24.de ist Teil des Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Rubriklistenbild: © bbz landschaftsarchitekten berlin gmbh

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