Branche wegen Coronavirus am Boden

Hoffnung für Party-Comeback in Dortmund! Politiker haben mutiges Konzept in der Schublade

Die Grüne ziehen das ehemalige HSP-Gelände in Dortmund als Eventlocation während der Coronavirus-Krise in Betracht.
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Die Grüne ziehen das ehemalige HSP-Gelände in Dortmund als Eventlocation während der Coronavirus-Krise in Betracht.

Die Situation vieler Club- und Konzertbetreiber aus Dortmund ist wegen des Coronavirus prekär. Die Grünen appellieren nun an die Stadtspitze.

  • Für Clubbetreiber und Konzertveranstalter spitzt sich die Lage in der Coronavirus-Krise zu.
  • In Dortmund unterstützten die Grünen den Aufruf der Interessengemeinschaft.
  • Gibt es schon bald Partys auf freien Außenflächen wie dem ehemaligen HSP-Gelände?

Dortmund - "Hey Dortmund, ohne euch wird es bald ganz still." Dazu werden die Tage gezählt, seit Dortmunder Clubs, Livelocations, Veranstalter, Künstler und DJ’s ihre Pforten nicht mehr öffnen können und nicht mehr auftreten dürfen. Mittlerweile sind es bereits über 100. Der Hilfeschrei der Interessengemeinschaft der Dortmunder Club- und Konzertbetreiber ist unmissverständlich - und scheint mehr und mehr gehört zu werden.

Dortmund: IG Dortmunder Club- und Konzertbetreiber fordern Unterstützung von der Stadt

Nach dem Verbot von Großveranstaltungen waren Clubs und Discotheken in der Covid-19-Pandemie die ersten Betriebe, die schließen mussten. Sie werden wohl auch die letzten sein, die wieder öffnen dürfen. Zu groß ist die Sorge der Landesregierungen, dass sich Superspreading-Events wie im österreichischen Ischgl wiederholen könnten.

Um der mitunter dramatischen finanziellen Folgen Herr zu werden - das FZW in Dortmund machte bereits im Mai auf die prekäre Lage aufmerksam - haben die Regierungen Soforthilfen an die Betreiber ausgeschüttet. Für viele ein Tropfen auf dem heißen Stein, weil das Geld längst nicht reicht, um die ausbleibenden Einnahmen aufzufangen.

Grüne in Dortmund unterstützen IG Dortmunder Club- und Konzertbetreiber - neue Lösungen müssen her

Es bedarf anderer Maßnahmen, um die drohende Insolvenz einer großen Anzahl von Livespielstätten und Clubs abzuwenden. Mitte Juni startete die IG Dortmunder Club- und Kulturbetreiber deshalb eine Kampagne auf Facebook. Auf einen ersten Dialog mit der Wirtschaftsförderung im Rathaus folgt nun die Unterstützung der Grünen im Rat.

Weil Großveranstaltungen und somit auch die Rückkehr zum Normalbetrieb in Clubs und Konzerthallen noch mindestens bis Ende August verboten bleiben werden, appelliert die Partei an die Verwaltung. Es müsse dringend geprüft werden, welche geeigneten Außenflächen schnellstmöglich zur Verfügung gestellt werden können. Ein Vorbild könnte etwas die Thier-Galerie sein, die im August drei Konzerte in ihrem Parkhaus austrägt.

Man brauche schnelle Hilfe für die Szene, so die Grünen. Nur die wenigsten Betreiber würden einen kompletten Einnahmeausfall noch weitere Monate durchhalten. "Das wäre nicht nur für die Betroffenen ein berufliches und persönliches Drama, es würde auch einen herben Verlust für die Attraktivität und Lebensqualität unserer Stadt bedeuten", sagt Ulrich Langhorst, Fraktionssprecher der Grünen im Rat der Stadt Dortmund (alle Dortmund-Artikel auf RUHR24).

Die Grünen unterstützen die IG Dortmunder Club- & Konzertbetreiber und appellieren an die Stadt.

Die Grünen Dortmund fordern, dass die Verwaltung gemeinsam mit der Interessengemeinschaft nach Lösungen sucht, wie unter den geltenden Corona-Maßnahmen Konzerte und Tanzveranstaltungen stattfinden können. Die Stadt solle mit den Eigentümern über die temporäre Nutzung großer Freiflächen verhandeln, beispielsweise dem ehemaligen HSP-Gelände, wo die Stadt Dortmund ein neues Szeneviertel entwickeln will.

Entscheidungen über Clubs und Konzerte in Dortmund kann nicht warten - "Es geht um Existenzen"

Gesundheitsamt, Kulturbüro und Ordnungsamt sollen in die Gespräche eingebunden werden. Es soll eine Exitstrategie aus der Corona-Sperre, beispielsweise in Form eines Hygienekonzepts, erstellt werden. Eine Forderung, die auch die IG Dortmunder Club- und Konzertbetreiber bereits gestellt hat.

"Es geht sowohl um die Sicherung der Existenz in der aktuellen Situation als auch um die Frage, wie überhaupt ein Start in den Normalbetrieb wieder gelingen kann. Beides kann nicht erst im Oktober, wenn der Rat wieder tagt, geklärt werden. Deshalb haben wir den OB gebeten, jetzt tätig zu werden", so Ulrich Langhorst.

Bis die Entscheidung getroffen ist, werden einige Veranstalter selbst aktiv. Die Großmarktschänke in Dortmund versucht einen Neustart in der Corona-Krise - mit neuem Konzept.

Video: Die Party ist vorbei: Clubs als Hotspots für das Coronavirus

Perspektivisch, wenn der Betrieb wieder läuft, müsse laut den Grünen zudem über weitere Unterstützung nachgedacht werden. Dazu zählt sowohl die Reduzierung der Vergnügungssteuer als auch die Aufhebung der geltenden Sperrstunde. Hier sieht die Partei insbesondere das Land NRW in der Pflicht.

Weil offizielle Partys weiter verboten sind, feiern einige Leute mittlerweile im Verborgenen. Nach Dortmund musste die Polizei nun auch eine illegale Party in Bochum auflösen. Sie lief offenbar bereits seit mehreren Tagen.