Bodycam zeichnete alles auf

"Ist das die Machtergreifung?" - Corona-Leugner geht auf Polizisten im Hauptbahnhof Dortmund los

Weil er eine Maske aufsetzen sollte, rastete ein Mann am Hauptbahnhof in Dortmund aus Angst vor der "Machtergreifung wie 1933" aus.

  • Die Einhaltung der Coronaschutzverordnung wird gerade an Bahnhöfen streng kontrolliert.
  • So forderten Polizisten einen Mann am Hauptbahnhof Dortmund auf, seine Maske aufzusetzen.
  • Offenbar fühlte sich der Mann in seinen Bürgerrechten massiv eingeschränkt.

Dortmund - Nach der Aufforderung, seine Maske aufzusetzen, rastete ein 34-jähriger Mann am Samstagabend (22. August) im Hauptbahnhof Dortmund völlig aus. Nachdem er erst sich selbst verletzt hatte, griff er anschließend einen Beamten der Bundespolizei an. Der Maskenverweigerer fühlte sich von der Aufforderung der Polizisten eine Maske aufzusetzen offensichtlich an die Machtergreifung Adolf Hitlers im Jahr 1933 erinnert.

Maskenpflicht

Eine Mund-Nase-Bedeckung ist u.a. im Nahverkehr oder in Bahnhöfen verpflichtend

Rechtsgrundlage

Coronaschutzverordnung NRW

Gültig seit

15. Juli 2020

Dortmund Hauptbahnhof: Trotz Verpflichtung Maske verweigert

Es war bereits spät, als die Polizisten gegen 23.30 Uhr am Hauptbahnhof auf den Dortmunder aufmerksam wurden. Da der 34-Jährige ohne Mund-Nasen-Bedeckung im Dortmunder Hauptbahnhof unterwegs war, forderten die Beamten ihn auf, eine Maske aufzusetzen (mehr Nachrichten aus Dortmund auf RUHR24.de).

Ungeachtet der allgemeinen Pflicht, einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen, antwortete der Maskenverweigerer laut dem Bericht der Bundespolizei auf die Aufforderung mit einem schlichten "Nö". In Gebäuden des Personenverkehrs, wie zum Beispiel Bahnhöfen, muss wegen der Corona-Pandemie derzeit ein Mundschutz getragen werden.

Dortmund: Maskenverweigerer will nicht alles machen, was "der Staat sagt"

Als die Beamten den Dortmunder daraufhin kontrollieren und ein Ausweisdokument sehen wollten, eskalierte die Situation allmählich. Zunächst fragte der Mann laut dem Protokoll der Beamten zunächst nur, ob das die Machtergreifung wie 1933 sei und ob "man alles machen muss, was der Staat sagt?"

Dann allerdings schlug er sich den Griff seines mitgeführten Reisekoffers gegen die Stirn und versuchte so, sich selbst zu verletzen. Als die Bundespolizisten ihn daran hinderten, soll er versucht haben, einem der Beamten mit der Faust in s Gesicht zu schlagen.

In Bahnhöfen gilt die Maskenpflicht. Wer sich nicht dran hält, muss mit empfindlichen Strafen rechnen.

Wie die Polizei mitteilte, blieb es jedoch bei einem Versuch. Offenbar konnte der Beamte den Angriff abwehren. Tatsächlich hat die Polizei in NRW es in letzter Zeit häufiger mit renitenten Maskenverweigerern zu tun, die auch handgreiflich werden.

Maskenverweigerer aus Dortmund droht eine Anzeige

Daraufhin fesselten die Polizisten den Mann und brachten ihn zur Wache. Laut dem Einsatzbericht wurde die gesamte Situation mitsamt des Angriffs auf den Polizisten durch eine BodyCam der Beamten aufgezeichnet.

Die Aufzeichnungen sollen nun in einem Ermittlungsverfahren wegen des Verstoßes gegen die Coronaschutzverordnung und des tätlichen Angriffs auf einen Polizeibeamten ausgewertet werden. 

Rubriklistenbild: © Oliver Berg/dpa

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