Bild: Henry Schopp

Dortmund hat seinen ersten Unverpacktladen. Das Geschäft des Dortmunder  Unternehmers Cem Erdogdu befindet sich im Saarlandstraßenviertel und bietet viele Produkte ganz ohne Verpackung an. Wir sagen, was es im Laden zu kaufen gibt. Die Vorfreude zeigt sich vor allen Dingen in den Sozialen Medien. 

Einkaufen ganz ohne lästige Plastikverpackung – im neuen Unverpacktladen namens „Pur – Loses und Feines“ ist das bald möglich. „Wir sind in den letzten Zügen“, sagt Geschäftsführer Cem Erdogdu gegenüber Dortmund24. Am Montag (10. September) will er an seinem Laden – der erste dieser Art in Dortmund – an der Saarlandstraße 118 erstmals die Pforten öffnen.

Die Kommentare unter den Facebook-Beitrag von Dortmund24 zeigen die Vorfreude der Dortmunder auf den neuen Unverpacktladen in der Saarlandstraße. Viele können es kaum erwarten. „Sowas hat in Dortmund gefehlt“, sagen viele Dortmund24-Leser.

An der Saarlandstraße hat Dortmunds erster Unverpacktladen von Cem Erdogdu eröffnet. Foto: Henry Schopp
An der Saarlandstraße eröffnet Dortmunds erster Unverpacktladen von Cem Erdogdu. Einige Marmeladen – wie  hier im Bild zu sehen – sind im  Glas erhältlich. Foto: Henry Schopp

Für den Anfang will Erdogdu von Montag bis Samstag immer von 10 bis 20 Uhr öffnen. Für diese Öffnungszeiten habe der Dortmunder bereits positive Rückmeldungen von Passanten erhalten.

Unverpacktladen setzt auf Müllvermeidung

Mit „Pur“ springt Erdogdu auf einen aktuellen Trend auf – Müllvermeidung. Immer mehr Geschäfte und Bürger in Dortmund verzichten auf Plastikverpackungen. Aber Geschäfte, die fast komplett auf Verpackungen verzichten, gibt es nur Wenige.

Auf den Trichter mit der Plastikvermeidung ist Erdogdu übrigens nicht erst seit dem Anti-Plastik-Hype gekommen. „Da stecken verschiedene Einflüsse hinter“, meint der türkischstämmige Unternehmer. So sei er zum einen ohnehin in einer umweltbewussten Umgebung – inmitten des Kreuzviertels der 70er und 80er Jahre – aufgewachsen. Und dann seien da noch die Eindrücke aus seinen Besuchen in der Türkei, in der es schon lange Läden gibt, die Nüsse oder getrocknete Früchte ganz unverpackt verkaufen. Dass heute Gurken oder anderes Gemüse eingeschweißt verpackt würde, findet Erdogdu „völlig bescheuert“. Und sagt dann: „Ich interessiere mich schon lange für vernünftige Dinge.“

An der Saarlandstraße hat Dortmunds erster Unverpacktladen von Cem Erdogdu eröffnet. Foto: Henry Schopp
500 bis 700 Produkte will Chef Cem Erdogdu in seinen Unverpacktladen namens „Pur“ anbieten. Foto: Henry Schopp

Und auch bei „Pur“ sind ein Paar der rund 500 bis 700 Produkte noch verpackt – darunter einige Feinkostprodukte wie Marmelade. Diese gibt es dann aber im wiederverwertbaren Glas. Im Bereich Feinkost hat Erdogdu bereits jahrelang Erfahrung gesammelt, vertrieb Feinkost-Bio-Produkte als „kleiner Großhändler“, wie er selbst sagt.

50 Quadratmeter Platz im Unverpacktladen

Jetzt will der 49-Jährige stattdessen auf rund 50 Quadratmeter unter anderem Getreide, Nüsse, Nudeln oder getrocknete Früchte ganz ohne Verpackung anbieten. Einige Produkte befinden sich noch in der Lieferung, denn was aus Italien kommt, ist im Ferienmonat August häufig nicht schnell genug zu bekommen. Am Ende dürfen sich die Kunden dann aber auf elf verschiedene Sorten glutenfreie Nudeln (zum Beispiel aus Linsen oder Erbsen) freuen.

Das Saarlandstraßenviertel erscheint Erdogdu dafür aufgrund des Publikums als ein guter Standort. Ohnehin seien für den Unverpacktladen nur noch das Kreuzviertel, das Kaiserstraßenviertel sowie das Unionviertel in Frage gekommen – aufgrund der studentischen, jungen Bevölkerung.

+++ So schwer ist es in Dortmund, eine Woche lang möglichst wenig Plastik zu verbrauchen +++

Diese sollte dann eigene Gefäße mitbringen, um sich das Unverpackte mitzunehmen. Vor Ort gibt es eine Waage und Gefäße zum Abwiegen. Und Cem Erdogdu bietet Bügelgläser zum Verkauf an, die wiederverwendet werden sollten.

Neben den verzehrbaren Produkten gibt es im „Pur“ übrigens auch sogenannte „Non-Food-Ware“. Zum Beispiel Zahnputztabletten oder Seife. Selbstverständlich ohne Verpackung.