Beschwerden von Bewohnern

Hannibal in der Dortmunder Nordstadt als Drogenumschlagplatz genutzt – elf Festnahmen

Das Hannibal I an der Dortmunder Bornstraße.
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Das Hannibal I an der Dortmunder Bornstraße.

Bewohner des Hannibal I in Dortmund fühlen sich wegen fehlender Außenbeleuchtung schon länger nicht mehr sicher. Jetzt gab es einen großen Polizei-Einsatz.

Dortmund – Bei einem Einsatz am Hochhaus Hannibal I stellte die Polizei am Montag (4. Januar) nicht nur Drogen sicher. Auch Bargeld, Baseballschläger und eine Machete sackten die Beamten ein. Was war passiert?

StadtDortmund
Fläche280,7 km²
Metropolregion7.268 km²

Hannibal I in Dortmund: Anwohner beschweren sich über Drogenhandel

Auslöser für den Einsatz in Dortmund waren Hinweise von Anwohnern des Gebäudekomplexes Hannibal I in der Nordstadt. Bereits mehrere Tage im Vorfeld berichteten sie immer wieder über Drogenhandel in der Nachbarschaft. Dabei soll Passanten gezielt Rauschmittel angeboten worden sein.

Wie die Polizei am Mittwoch (6. Januar) in einer Mitteilung berichtet, fielen den Beamten am Montag schon gegen 13.50 Uhr mehrere Jugendliche und junge Erwachsene auf, die versuchten, Drogen zu verkaufen. Das etwa im Gebiet der Lauenburger Straße und der Kleinen Kielstraße hinter dem Hannibal. Als die Polizisten auf sie zugingen, sollen sie in eine nahegelegene Tiefgarage gelaufen sein. Dabei sollen sie mehrere Drogen in einem Gebüsch deponiert haben. Um welche es sich dabei genau handelt, teilt die Polizei nicht mit.

Polizei Dortmund: Elf Festnahmen am Hannibal I in der Nordstadt

Lange gelang der Gruppe die Flucht allerdings nicht. In der Tiefgarage nahm die Polizei Dortmund schließlich elf Tatverdächtige zwischen 16 und 28 Jahren fest. Sie stehen unter Verdacht, gewerbsmäßig mit Drogen zu handeln. Die Tiefgarage haben sie dabei offenbar nicht nur als Rückzugsort, sondern auch als Lager genutzt. Zusätzlich sollen sie gegen die Coronaschutzverordnung verstoßen haben.

Die Ermittlungen dauern an. Wie die Polizei mitteilt, will sie auch in Zukunft gegen Drogenhandel in der Nordstadt vorgehen. Dafür erhält sie immer wieder auch Hinweise aus der Bevölkerung.

Hannibal-Häuser in Dortmund: Bewohner fühlen sich unsicher

Bezüglich der Hannibal-Häuser in Dortmund ist es nicht das erste Mal, dass Anwohner sich über eine unsichere Umgebung beschweren. Der Wohnkomplex ist schon länger in einem desolaten Zustand. Unter anderem funktioniert die Außenbeleuchtung von Hannibal I nicht, auch Haustüren lassen sich teilweise nicht richtig schließen.

Video: Drogen in Europa: Das sind die Trends und Entwicklungen

Das Zwillingsgebäude Hannibal II in Dortmund-Dorstfeld verfällt und verwahrlost unterdessen zunehmend. Seit Herbst 2017 steht das Gebäude leer. Die Stadt Dortmund ließ das Hochhaus damals räumen, weil es erhebliche Brandschutzmängel gegeben haben soll. Wie es nun weiter geht, ist derzeit noch immer unklar.