Leerstehendes Hochhaus

Hannibal II: Hoffnung für Wohnruine in Dortmund – eine Gefahr bleibt jedoch

Hunderte Wohnungen im Hannibal II in Dortmund könnten wieder bewohnbar gemacht werden. Eine Finanzgruppe kauft tausende sanierungsbedürftige Wohnungen auf.

Dortmund – Rund zwei Monate ist es nun her, dass die Stadt Dortmund eine Baugenehmigung erteilte: Der Wohnkomplex Hannibal II in Dortmund-Dorstfeld darf saniert werden. Inzwischen hat ein Finanzinvestor das Hochhaus gekauft. Die rund 400 Wohnungen könnten nun bald saniert und wieder bewohnbar gemacht werden. Doch der Mieterverein warnt: Der Wohnkomplex bleibt ein Spekulationsobjekt.

Hannibal IIWohnkomplex in Dortmund-Dorstfeld
Adresse\tVogelpothsweg 21 bis 26
Wohneinheiten\t412

Hannibal II in Dortmund: Sanierung bis Ende des Jahres?

Überraschend kommt der Verkauf des Hannibal II für den Mieterverein Dortmund nicht. „Die erteilte Baugenehmigung war der Schlüssel, um das Interesse möglicher Investoren zu wecken“, erklärte Tobias Scholz, Geschäftsführer des Mietervereins Dortmund und Umgebung. Zugeschlagen hat nun die Forte Capital, ein Finanzinvestor mit Sitz in Frankfurt am Main.

Dass nun ausgerechnet ein Finanzinvestor den Wohnkomplex kaufte, macht deutlich: die Wohnungen im Hannibal II bleiben weiter Spekulationsobjekte, laut Mieterverein sogar von internationalem Interesse. Heißt: Die über 400 Wohnungen am Vogelpothsweg werden von dem Käufer voraussichtlich zwar saniert, aber nicht zuletzt auch, um eine hohe Rendite zu erzeilen. Forte Capital selbst gibt an, „wertsteigernden Maßnahmen“ zu ergreifen, um eine „aktive Neupositionierung und Vermietung der Immobilien“ zu erzielen.

Zur Folge haben könnte das zweierlei: steigende Mieten und ein erneuter Verkauf des Wohnkomplexes an andere Investoren. Dennoch begrüßt der Mieterverein Dortmund die angekündigten Sanierungsarbeiten. Schon im 2. Halbjahr 2021 soll es so weit sein. Dann sollen in den dringend sanierungsbedürftigen Wohnungen gearbeitet werden (mehr News aus Dortmund auf RUHR24.de).

Dortmund: Hannibal II bleibt trotz Sanierung Spekulationsobjekt

Allerdings zeige die Erfahrung mit dem Finanzinvestor „Forte Capital“, die bereits in Lanstrop und Scharnhorst mit rund 1600 Wohnungen kauften, dass zwar dringend notwendige Investitionen in die Wohnungsbestände vorgenommen würden – jedoch mit langsamer Schlagzahl und in begrenztem Umfang, so der Mieterverein.

Zudem sei der Hannibal-Wohnkomplex in Dortmund Dorstfeld eine „andere Hausnummer“. Bereits im Herbst 2017 ließ die Stadt Dortmund das Hochhaus räumen, weil es erhebliche Brandschutzmängel gegeben haben soll. Danach wurden alle Leitungen zu dem leer stehenden Hochhaus gekappt. Das Gebäude verfiel zunehmend, blinde Zerstörungswut und Plündereien durch Eindringlingen setzten der Substanz der Gebäude zusätzlich zu.

„Wir hoffen, dass sich die neuen Eigentümer mit den Herausforderungen des Gebäudes ausreichend auseinandergesetzt haben“, gibt Scholz zu bedenken. Noch in dieser Woche will sich der Mieterverein mit dem Käufer in Verbindung setzen.

Auch ein Gespräch mit der bisherigen Hausverwaltung Allsites Property-Management ist vereinbart. Denn noch immer ist zwischen den ehemaligen Mietern und dem einstigen Vermieter vieles ungeklärt. Im Raum stehen Kautionsrückzahlungen, Schadensersatzforderungen und offene Betriebkostenabrechnungen.

Rubriklistenbild: © Mieter Netzwerk Dortmund e.V.

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