Vermieter klagt

Stadt Dortmund wegen Hannibal II vor Gericht – wie nötig war die Evakuierung?

Ein Gericht beschäftigt sich jetzt mit der Evakuierung des Hochhauses Hannibal II in Dortmund und der Frage, ob diese überhaupt nötig war.

Dortmund – Am 21. September 2017 räumte die Stadt Dortmund* das Hochhaus Hannibal II im Stadtteil Dorstfeld. Der Grund: Brandschutzmängel. Innerhalb kürzester Zeit mussten 753 Bewohner ihre Wohnungen verlassen.

StadtDortmund
UnternehmenLütticher 49 Properties (Berlin)
GebäudeHannibal II in Dortstfeld

Dortmund: Hannibal II in Dorstfeld – Räumung im September 2017 berechtigt oder nicht?

Wie die Ruhr Nachrichten* jetzt berichten, kommt es zu einem Nachspiel vor Gericht. Die Frage, ob die Evakuierung berechtigt oder übertrieben war, soll geklärt werden (mehr News aus Dortmund* bei RUHR24).

Das Unternehmen Lütticher 49 Properties, der damalige Eigentümer von Hannibal II, hat gegen die Räumung im September 2017 geklagt. Das Ziel: Richter sollen die Räumung und das Vermietungsverbot für unverhältnismäßig erklären.

Dortmund: Stadt hat für die Räumung von Hannibal II eine Summe von 453.456,99 Euro zahlen müssen

In dem Gerichtsstreit geht es konkret um die Summe von 453.456,99 Euro. Das ist die Rechnung der Stadt Dortmund für die Räumung. Eigentlich soll das Unternehmen Lütticher 49 Properties diese Summe zahlen.

Das Hannibal II in Dortmund-Dorstfeld.

Bekäme die Stadt Dortmund recht, dann ist das Unternehmen dazu verpflichtet, zu zahlen. Bekäme das Unternehmen recht und das Gericht erklärt die Räumung von Hannibal II in Dorstfeld* für unverhältnismäßig, bleibt die Stadt auf den Kosten sitzen.

Der Streitwert des Gerichtsverfahrens beläuft sich auf 2,49 Millionen Euro. Bei dem Streitwert, oder Prozesswert, handelt es sich um eine Summe, die nach dem Wert des Streitgegenstandes berechnet wird.

Dortmund: Stadt und Unternehmen sehen sich am 6. Oktober vor einem Gelsenkirchener Gericht

Am 6. Oktober 2017 sehen sich Vertreter der Stadt und des Unternehmens Lütticher 49 Properties vor der 10. Kammer des Verwaltungsgerichtes in Gelsenkirchen.

Am 21. September 2017 reagierte die Stadt Dortmund auf Hinweise der Feuerwehr. Sie erließ eine sogenannte Räumungsanordnung. Die wurde innerhalb kürzester Zeit auch umgesetzt. Das Hochhaus wurde geräumt. Danach untersagte die Stadt dem Vermieter Lütticher 49 Properties, die 412 Wohnungen weiterzuvermieten.

Hannibal II verfiel über die Jahre*. Allerdings gibt es mittlerweile einen neuen Eigentümer. Der will das Gebäude und die Wohnungen sanieren. Wenn alles gut läuft, können bald wieder Menschen in das Hochhaus Hannibal II in Dortmund einziehen. *RUHR24 ist Teil des Redaktionsnetzwerks von IPPEN.MEDIA.

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