Terroranschlag von Hanau

Gedenken an die Toten von Hanau - Polizei Dortmund verhindert Demonstrationszug

Wegen steigender Corona-Infektionszahlen sagte Hanau ab. Doch auch Demo in Dortmund zum Gedenken an die Opfer fand nur unter Einschränkungen statt.

  • In Dortmund soll heute trotz Corona-Pandemie eine Demonstration stattfinden.
  • Die Demonstration findet zum Gedenken an die Opfer von Hanau statt.
  • Bei den Anschlägen in Hanau wurden am 19. Februar 2020 zehn Personen ermordet.

Update, Sonntag (23. August), 11.30 Uhr: Wie die Organisatoren der Demonstration mitteilten, war die Gedenkveranstaltung offenbar auch in Dortmund Einschränkungen unterlegen. Nach Angaben der "Autonomen Antifa" habe sich eine halbe Stunde vor Beginn der Demonstration die Polizei gemeldet und den Demonstrationszug vom Platz der Alten Synagoge zum Hauptbahnhof untersagt

Als Begründung sei angegeben worden, dass nicht ausreichend Beamte vor Ort wären um den Verkehr abzusichern. Die Demonstration vom Platz der Alten Synagoge zum Hauptbahnhof sei allerdings von den Organisatoren so angemeldet gewesen. 

Hannah Straub, Pressesprecherin der Organisatoren empfindet das Vorgehen der Polizei als eine Farce. "Die Polizei ist mit acht Mannschaftswagen vor Ort ist und behauptet, die Demo nicht begleiten zu können. Was soll denn das heißen? Sind die Beamten nicht in der Lage, den Verkehr zu regeln?"

Kurzfristige Absage aus Hanau: Demo nach Dortmund verlagert

Erstmeldung, Samstag (22. August) 14.40 Uhr: Dortmund/Hanau - Überall in Deutschland steigen die Infektionszahlen mit dem Coronavirus wieder an. Auch in Dortmund, auch in Hanau. Doch während Demonstranten in Dortmund heute (Samstag, 22. August) zusammenkommen dürfen, um den Opfern des Terroranschlags von Hanau zu gedenken, untersagte die Stadt Hanau aufgrund der steigenden Zahlen die Demonstration. Nun wurde die Veranstaltung von Hanau nach Dortmund verlegt.

Stadt

Hanau

Bundesland

Hessen

Anschlag

Rechtsextremer Anschlag, ausgeübt von Tobias Rathjen, der am 19. Februar 2020 zehn Menschen und sich selbst erschoss.

Dortmund: Demonstration findet im Gedenken an Opfer von Hanau statt

Die Veranstaltung soll heute (Samstag, 22. August) um 13 Uhr auf dem Platz der alten Synagoge in Dortmund starten. Von da aus soll der Demonstrationszug durch die Innenstadt führen. Die Versammlung findet in Dortmund als Alternative statt, weil sie Hanau wegen steigender Coronainfektionszahlen abgesagt wurde, erfuhr Radio 91.2 auf Nachfrage von der Polizei (mehr Nachrichten aus Dortmund auf RUHR24.de).

Die Polizei plane allerdings nicht, mit einem Großaufgebot vor Ort zu sein. Man hoffe, dass die Teilnehmerzahl gering bleibe, so ein Sprecher der Polizei gegenüber dem Radiosender. Auch die Veranstalter riefen die Demonstranten dazu auf, den Mindestabstand zu wahren und Masken zu tragen. 

Dortmund: Demonstration für die Opfer von Hanau trotz Corona

Als Grund dafür, dass die Veranstaltung trotz der anhaltenden Corona-Pandemie stattfindet, erklärt Hannah Straub, Pressesprecherin der Demo-Organisation: "Auch in Zeiten einer Pandemie sehen wir es als unsere Pflicht, gegen Rassismus auf die Straße zu gehen." Denn bei der Veranstaltung wollen die Teilnehmer auch gegen Rechts demonstrieren.

Weiter heißt es: "Für die Betroffenen rechten Terrors ist dieser weiterhin Realität". Hanau sei kein Einzelfall gewesen. Trotz Coronavirus müsse die Aufarbeitung weiterhin auf der Tagesordnung stehen.

Dortmund: Kundgebung in Hanau wird per Stream übertragen

Eine Kundgebung, die heute weiterhin auf dem Friedensplatz in Hanau stattfinden darf, wollen die Organisatoren der Demonstration in Dortmund ab 15 Uhr auf dem Platz vor dem Dortmunder Hauptbahnhof streamen. 

Cetin Gültekin, der Bruder des Opfers Gökhan Gültekin, legt seine Hand auf das Porträt seines Bruders. Das Gemälde in Frankfurt zeigt die Porträts von neun Opfer der Anschläge in Hanau.

Bei der Kundgebung in Hanau wollen nach Angaben der Frankfurter Rundschau unter anderem Angehörigen der Hanauer Opfer sprechen, Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminski, Eintracht-Präsident Peter Fischer sowie eine Rabbinerin, die den Anschlag von Halle überlebt hat.

Dortmund als Ersatz: Absage aus Hanau wird kritisiert

Wie die Zeitung weiter berichtet, empfinden viele die kurzfristige Absage der Gedenkdemonstration in Hanau als Affront gegenüber den Hinterbliebenen des Anschlages von Hanau. Die Kritiker weisen vor allem darauf hin, dass noch vor wenigen Tagen eine Demo von Corona-Leugnern stattfinden durfte. 

Die Organisatoren der Demonstration bemängeln zudem, dass die Absage so kurzfristig ausgesprochen wurde, dass ihnen die Möglichkeit genommen wurde, die Entscheidungen rechtlich anzufechten.

Anschlag von Hanau: Täter war ein Rechtsextremer mit wirren Fantasien 

Zum Anschlag: Am Abend des 19. Februar 2020 erschoss Tobias Rathjen, ein 43-jähriger, geboren in Hanau, neun Menschen. Seine Opfer wiesen allesamt einen Migrationshintergrund aus. Nach seiner Tat soll er erst seine eigene Mutter und dann auch sich selbst erschossen haben. Vor der Tat soll der Rechtsextremist wirre Pamphlete im Internet veröffentlicht haben, die eine zutiefst rassistische Gesinnung erkennen ließen. Der AfD wurde nach dem Anschlag vorgeworfen, eine Mitschuld an der rechtsextremistisch motivierten Tat zu tragen.

Rubriklistenbild: © RUHR24

Mehr zum Thema