Häuser im Klinikviertel

Stadt lässt uralte Geisterhäuser in Dortmund abreißen - das ist dort jetzt geplant

Diese Häuser auf der Alexanderstraße in Dortmund sollen abgerissen werden.
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Diese Häuser auf der Alexanderstraße in Dortmund sollen abgerissen werden.

Die Gebäude an der Alexanderstraße in Dortmund fallen ins Auge. Die Stadt will sie jetzt abreißen lassen - obwohl die Häuser über 100 Jahre alt sind.

Dortmund - In den Jahren 1903 und 1904 sind am Ende der Alexanderstraße im Dortmunder Klinikviertel drei Häuser entstanden, deren aufwändige Fassade im sogenannten Jugendstildekor noch immer ins Auge fällt. Jetzt will die Stadt sie jedoch abreißen.

Dortmund: Stadt will uralte Häuser in Alexanderstraße abreißen lassen

Die Nutzung der Gebäude soll sich laut Mitteilung der Stadt Dortmund über die Jahre immer wieder geändert haben. Ursprünglich waren sie als Einfamilienhäuser bewohnt. 1950 sind sie schließlich in den Besitz des städtischen Klinikums übergegangen und hatten von da an verschiedene Zwecke. Bis 2008 befand sich die alte Blutbank des Klinikums in den zusammengelegten Häusern, seitdem stehen sie leer.

Kurios: Obwohl die Häuser an der Alexanderstraße über 100 Jahre alt und aus architektonischer Sicht aufwändig gestaltet sind, sind sie nicht Denkmalgeschützt. Die städtische Denkmalbehörde und das Fachamt für Denkmalpflege in Dortmund haben in der Vergangenheit allerdings den Denkmalwert überprüft. Dabei wurde festgestellt, dass die Häuser nicht mehr den Überlieferungszustand besitzen, der für eine Eintragung in die Denkmalliste der Stadt Dortmund erforderlich ist.

Neubau in Dortmund: Was an der Alexanderstraße entstehen soll

Aber warum dann gleich abreißen? Laut Mitteilung der Stadt Dortmund sind die Gebäude kurzum ausgedrückt nicht mehr benutzbar. Viele Teile seien schadstoffbelastet und eine umfangreiche Sanierung wäre nötig. Allerdings ist auch die Architektur der Häuser nicht kompatibel mit aktuellen Umbau-Plänen. Das betrifft beispielsweise die Barrierefreiheit, die hohen Decken und den Dachstuhl.

Stattdessen sollen die Häuser an der Alexanderstraße entfernt und durch einen Neubau ersetzt werden. Das neue Gebäude soll als „Schule der Gesundheitsberufe“ dienen und auch eine Kita, ein Elternhaus mit 18 Apartments und eine Praxis für Pränatalmedizin beinhalten.

Durch den Neubau kann das Klinikum Dortmund fünf ausgelagerte Orte aufgeben beziehungsweise zusammenschließen. Außerdem kann die Zahl der Ausbildungsplätze für Anästhesietechnische Assistenten (ATA) auf 75 erhöht werden.

Historische Häuser: Das passiert an der Alexanderstraße in Dortmund

Doch einige Reste der alten Gebäude sollen an der Alexanderstraße erhalten bleiben. Die aufwändigen Fassadenelemente werden sorgsam entfernt und eingelagert, um sie am Neubau wieder zu integrieren. Das gilt auch für Ziergitter, Türen und Fensterelemente, die sich noch für die weitere Verwendung eignen.

Wann genau der Abriss der Häuser stattfinden soll, teilt die Stadt Dortmund nicht mit. Außerdem ist unklar, wann der Neubau planmäßig fertiggestellt werden soll.

Auch in der Nordstadt von Dortmund soll ein leerstehendes Haus weichen. Das sogenannte „Horror-Haus“ soll der Stadt nicht länger ein Dorn im Auge sein.

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