Neuerung im Straßenverkehr

Dortmund: Stadt verspricht Autos und Radfahrern „Grüne Welle“ – Trick soll dabei helfen

Rote Ampel in Dortmund
+
In Dortmund soll künftig eine App für eine dauerhafte „Grüne Welle“sorgen.

Volle Straßen, Stau und viel Gehupe sind in Dortmund keine Seltenheit. Mit einem Trick will die Stadt nun den Verkehr entlasten und nebenbei etwas für die Umwelt tun.

Dortmund – Als Auto- und Radfahrer gibt es kaum etwas Nervigeres als rote Ampeln. Gerade in Großstädten kommt es oft zur sogenannten „roten Welle“: Hat man eine Ampel überquert, folgt nur wenige Meter weiter die nächste. Das kostet nicht nur Zeit, sondern auch Nerven. In Dortmund hat man sich deshalb etwas Neues überlegt.

Stadt Dortmund
Einwohner603.167
BundeslandNordrhein-Westfalen (NRW)

Dortmund: Stadt setzt die App Trafficpilot für dauerhafte „Grüne Welle“ im Straßenvekehr ein

Mit der „Trafficpilot-App“ sollen Dortmunds Verkehrsteilnehmer künftig nur noch „grüne“ anstatt „rote Wellen“ haben. Die App gibt es bereits in Düsseldorf (NRW) und Heusenstamm (Hessen) und hat dort eindrucksvoll bewiesen, dass sie funktioniert. Laut Baudezernent Arnulf Rybicki konnten in den Städten, wo die App bereits im Einsatz ist, zwischen fünf und sieben Prozent Sprit gespart werden.

In Dortmund soll der Trafficpilot noch in diesem Jahr eingerichtet und anschließend für die Bevölkerung freigeschaltet werden. Dann kann sich jeder die App auf sein Smartphone laden.

„Grüne Welle“ in Dortmund: User vom Trafficpilot müssen sich genau an Vorgaben halten

Rybicki erklärte am Dienstag in einer Pressekonferenz, dass die App automatisch erkenne, wo sich der User befinde. Dadurch müsste man sie während des Autofahrens nicht „händisch“ bedienen und kann sich voll auf das Autofahren konzentrieren. Die Nutzung sei damit ähnlich wie die von Navigationssystemen und daher „gesetzeskonform“.

In Dortmund soll künftig eine App für eine dauerhafte „Grüne Welle“sorgen.

Die Grünschaltung an den Ampeln werde automatisch erfolgen und das Ziel sei es, irgendwann sämtliche Ampeln in Dortmund in das Prognosegebiet des Trafficpiloten einzubinden. Wie die Stadt mitteilt, müssen Auto-und Radfahrer ihre Geschwindigkeit genau anpassen, um an der „Grünen Welle“ teilnehmen zu können. Wer schneller fahre, als die „Grüne Welle“ geschaltet ist, so Rybicki, „der wird dann öfters mal bei Rot stehen“.

Video: Warum ist die Ampel immer rot?

Verkehr in Dortmund: Viel Stau und Stress in der Innenstadt

Dortmund ist mit seinen rund 600.000 Einwohnern die bevölkerungsreichste Stadt im Ruhrgebiet. Regelmäßig kommt es dort vor allem in der Innenstadt zu langen Staus, brenzligen Situationen und stockendem Verkehr. Das wirkt sich nicht nur negativ auf die Stimmung der Verkehrsteilnehmer, sondern auch auf die Konzentration an Schadstoffen in der Luft aus.

Mit dem Grüne-Welle-Assistenten soll das Fahrerlebnis sowie die Umwelt in Dortmund dauerhaft verbessert werden. Durch das angepasste Fahrverhalten soll laut Angaben der Stadt sogar der Spritverbrauch gesenkt werden. Autofahrer würden am Ende also sparen. Doch das sei nicht das Hauptziel der neuen App.

Trafficpilot in Dortmund: 330.000 Euro Kosten für die Stadt wegen neuer App

Viel wesentlicher ist das Senken der Schadstoffbelastung durch den Autoverkehr. Außerdem soll der Radverkehr durch weniger Wartezeit an Ampeln attraktiver werden. Mit dem Trafficpilot können Radfahrer ihre Geschwindigkeit durch Kenntnis der Rot- beziehungsweise Grünzeitprognose anpassen. Bevor sie eine Ampel erreichen, können sie bereits ihr Tempo anpassen und dann beim Ankommen direkt weiterfahren.

Die Stadt Dortmund gibt an, dass die Gesamtkosten für den Grüne-Welle-Assistenten mitsamt Ampelschaltung bei etwa 330.000 Euro liegen. Eingebunden werden sollen 450 Ampeln. Die Umsetzung soll Ende des zweiten Quartals 2021 mit einer Testphase starten. Nach abgeschlossenem Test und Optimierung der Prognosezeiten wäre das gesamte Projekt wohl bis Ende 2022 fertig, heißt es.