Weltfrauentag am 8. März

Dortmund: Gehaltsunterschied zwischen Frauen und Männern ist immens

Frauen verdienen in Dortmund weniger als Männer. Corona hat den Unterschied verschärft.

Dortmund – Frauen verdienen in Dortmund zum Teil deutlich weniger als Männer. Darauf weist die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) hin und beruft sich auf Zahlen der Agentur für Arbeit. Frauen, die eine Vollzeitstelle haben, verdienen in der Stadt aktuell zehn Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen.

StadtDortmund
BundeslandNRW
OberbürgermeisterThomas Westphal (SPD)

Dortmund: Frauen verdienen bis zu 10 Prozent weniger als Männer – Corona verschärft die Situation

Ein Beispiel: Während der mittlere Vollzeit-Verdienst von Männern bei 3.680 Euro pro Monat liegt, kommen Frauen lediglich auf
3.329 Euro, so die NGG-Region Dortmund. „Es kann nicht sein, dass Frauen in puncto Bezahlung trotz gleicher Arbeitszeit systematisch den Kürzeren ziehen“, kritisiert Gewerkschafter Torsten Gebehart.

Brisant: Die Corona-Pandemie habe nach Angaben der NGG den Unterschied teilweise sogar verschärft. „In Zeiten von Lockdowns und Schulschließungen waren es in vielen Familien gerade die Frauen, die beruflich zurückstecken und sich um Kinder und Haushalt kümmern mussten“, sagt Gebehart.

Vor allem in Branchen wie das Gastgewerbe seien Frauen besonders betroffen. Der Grund: Dort arbeiten überdurchschnittlich viele Frauen in Minijobs – und diese wurden während der Pandemie stark abgebaut.

Dortmund und NRW: Frauen verdienen deutlich weniger als Männer – Am 8. März ist Frauentag

Aber auch in anderen Bereichen werde laut NGG der Lohnunterschied deutlich: „So verdienen Bäckereifachverkäuferinnen in Nordrhein-Westfalen bei Vollzeit rund 400 Euro weniger als Bäcker. Dabei haben beide eine dreijährige Ausbildung hinter sich
und es im Arbeitsalltag mit genauso hohen Anforderungen zu tun“, betont Gebehart.

Ein Blick auf ganz NRW verdeutlicht den Unterschied bei der Bezahlung. Laut dem Statistischen Landesamts von NRW verdienen Frauen im Schnitt 18,92 Euro pro Stunde brutto und damit rund 17 Prozent weniger als Männer (22,86 Euro).

Aber: Der prozentuale Unterschied sei in den letzten sechs Jahren kontinuierlich gesunken, hieß es. So habe er 2020 noch 18 Prozent betragen und 23 Prozent im Jahr 2010.

Das Statistische Bundesamt bezifferte den Rückgang der Reallöhne vorläufig auf 0,1 Prozent.

NRW: Lohnunterschiede zwischen Mann und Frau – Sieben Prozent der Frauen in Führungspositionen

Die Statistiker betonten, dass der Wert vor allem Unterschiede in den Beschäftigungsstrukturen von Frauen und Männern widerspiegelt. So seien beispielsweise sieben Prozent der Frauen als Führungskräfte tätig, während dies auf zwölf Prozent der Männer zutreffe. Hinzu komme, dass 56 Prozent der Frauen in Teilzeit oder in geringfügigen Beschäftigungsverhältnissen arbeiten, die häufig schlechter entlohnt werden als andere Beschäftigte. Gleiches treffe nur auf 16 Prozent der Männer zu.

Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) fordert deshalb auch die Politik auf, beim Thema Gleichberechtigung tätig zu werden. „Das Steuersystem bietet Frauen, deren Partner ein gutes Einkommen haben, kaum Anreize, selbst beruflich durchzustarten. Durch hohe Abzüge in der Steuerklasse V bleiben viele von ihnen doch zuhause oder machen nur einen Minijob. Hier muss die Bundesregierung eine Reform anpacken“, fordert Gebehart.

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