Migranten im Ruhrgebiet

Dortmund: Gastarbeiter-Denkmal geplant – wo es in stehen soll

Gastarbeiter spielen in Dortmund seit Jahrzehnten eine wichtige Rolle – jetzt sollen sie ein Denkmal bekommen.
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Gastarbeiter spielen in Dortmund seit Jahrzehnten eine wichtige Rolle – jetzt sollen sie ein Denkmal bekommen.

Dortmund will seinen Gastarbeitern ein Denkmal setzen. Für den Standort gibt es erste Ideen.

Dortmund – Dass Dortmund zu dem geworden ist, was es ist, hat die Stadt auch den vielen Gastarbeitern zu verdanken. Seit den späten 50er-Jahren prägen Türken, Italiener und Co. das Stadtbild. Aber: Ein Denkmal für diese Gruppe von Dortmundern gibt es noch nicht. Das soll sich künftig ändern.

StadtDortmund, NRW
OberbürgermeisterThomas Westphal (SPD)
Einwohner 601.150

Dortmund: Denkmal für Gastarbeiter soll gebaut werden – Standort ungewiss

„Das Wirtschaftswunder der Bundesrepublik ist nur durch die Zureise von Gastarbeiter erklärlich“, sagte Kulturdezernent Jörg Stüdemann jüngst. „Dadurch ist unser Stadtbild wesentlich durch Einwanderung geprägt, ob Enkel oder Urenkelkinder. Um der ersten Generation zu gedenken, soll es das Denkmal geben.“

Bis zum 16. Dezember 2021 sollen die politischen Gremien in Dortmund über das neue Denkmal beraten. Der Stadtrat soll letztlich die Entscheidung darüber treffen, ob es gebaut wird oder nicht. Das Gastarbeiter-Denkmal würde dann die bereits bestehenden rund öffentlichen 900 Kunstwerke in Dortmund ergänzen.

Nordstadt in Dortmund als möglicher Standort des Denkmals für Gastarbeiter im Gespräch

Wo das Denkmal für die Gastarbeiter stehen könnte, steht zwar noch in den Sternen. In den sozialen Netzwerken wird aber bereits heiß diskutiert. Ein Ort, der sofort genannt wird, ist, na klar, die Nordstadt. Hier leben in Dortmund die meisten Migranten und ihre Nachfahren. Kein anderer Stadtteil ist so sehr von den ehemaligen Gastarbeitern geprägt. Als möglicher Standort in der Nordstadt steht bereits der Borsigplatz im Raum.

Bis die Entscheidung über das Denkmal für Gastarbeiter gefallen ist, dürfte noch viel diskutiert werden. Wie es aussehen wird, ist dann nochmal eine ganz andere Frage. Migrantische Communitys, Vereine und Selbstorganisationen, aber auch alle interessierten Dortmunder sollen Ideen liefern. Eine Jury aus Vertretern des Integrationsrates, des Kulturausschusses sowie der Museen und des Stadtarchivs hat am Ende das letzte Wort.

Denkmal für Gastarbeiter in Dortmund – Entscheidung könnte 2022 fallen

Sind die Entscheidungen über Form und Standort gefallen, soll ein Kunstwettbewerb (Kosten: 200.000 Euro) in 2022 erste Entwürfe hervorbringen, die dann öffentlich ausgestellt werden. Bürger können dazu dann Kommentare abgegeben. Die oben erwähnte Jury wird am Ende die drei besten Entwürfe prämieren und der Politik zur Beschlussfassung vorlegen.

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