Rat entscheidet im Sommer

Dortmund: Neues Denkmalschutzgesetz hat gravierende Folgen für einen Stadtteil

Denkmalschutz ist Fluch und Segen gleichzeitig. Die Bausubstanz bleibt erhalten, aber Bewohner können weniger leicht etwas verändern, wie jetzt in Dortmund.

Dortmund – Es wäre erst die zweite größere Fläche in Dortmund, die es schafft, unter Denkmalschutz gestellt zu werden: die Gartenstadt. Das gehobene Wohnviertel ist geprägt von kleineren und größeren weißen Villen. Zum Teil sind die Gebäude mehr als hundert Jahre alt. Ein Grund für die untere Denkmalbehörde, aktiv zu werden.

OrtGartenstadt, Dortmund
Einwohner9368
ThemaDenkmalschutz

Gartenstadt in Dortmund: Denkmalschutz bringt Veränderungen für Bewohner mit sich

Betroffen von dem Denkmalschutz-Vorhaben ist die südliche Gartenstadt mit Gebäuden, die vor dem Zweiten Weltkrieg errichtet wurden. Die Denkmalschutz-Behörde der Stadt Dortmund hat ein externes Planungsbüro beauftragt, ein entsprechendes Gutachten für die Stadt zu erstellen, um final herauszufinden, ob die Siedlung unter Denkmalschutz gestellt werden soll.

Folgender Teil der südlichen Gartenstadt in Dortmund soll unter Denkmalschutz gestellt werden.

Das Ergebnis ist eindeutig: Demnach soll die südliche Gartenstadt als „herausragendes Zeugnis der Dortmunder Baugeschichte“ erhalten bleiben. Das Büro schlägt eine Kombination aus einem Plan vor, der regeln soll, was und wie verändert werden darf, einer Gestaltungs-Fibel und dem Denkmalschutz. Ziel soll es sein, dass die historische Bausubstanz erhalten bleibt.

Gartenstadt könnte zweite große Denkmalfläche in Dortmund werden

Der Rat der Stadt Dortmund entscheidet final Mitte Juni über das Vorhaben. Wenn die Teilnehmer zustimmen, dass die Gartenstadt unter Denkmalschutz gestellt werden soll, wäre sie erst der zweite große Denkmalbereich in Dortmund, seit der Werkssiedlung Oberdortstfeld im Jahr 1993.

Ab dem 1. Juni tritt in NRW ein neues Denkmalschutz-Gesetz in Kraft. Mit diesem müssen Bewohner bauliche Veränderungen zuerst beantragen. Allerdings können sie auch mit steuerlichen Entlastungen rechnen (mehr News aus Dortmund bei RUHR24).

Dortmund: Bewohner der Gartenstadt kennen Auflagen schon

Bisher war die südliche Gartenstadt in Dortmund zwischen B236, B1 und Josef-Cremer-Straße von einer Veränderungssperre betroffen, die bis März 2023 verlängert wurde. Das war also eine örtliche Regel, die jetzt vom Denkmalschutzgesetz in NRW abgelöst werden könnte.

Bei dem Medienspaziergang erläuterten (v.r.n.l.:) Stefan Thabe (Leiter Stadtplanungs- u. Bauordnungsamt), Alexander Guttek (Farwick u. Grote) und Hendrik Gödecker (Untere Denkmalbehörde) die Details zur südlichen Gartenstadt.

Das bedeutet für die Bewohner, dass die Stadt Dortmund bis dahin Bauanträge ablehnen oder zurückstellen kann. Ziel sei es, laut einer Mitteilung der Stadt, negative Bauveränderungen zu verhindern, bis es eine einheitliche Regelung wie einen Gestaltungsplan gibt.

Bis 2023 muss allerdings der Plan für den Denkmalschutz stehen, damit alles reibungslos klappt. Die Denkmalbehörde Dortmund plant, schneller zu sein und schon im Herbst eine Satzung vorzulegen. Dann sollen auch Bürger an dem Denkmalplan für die Gartenstadt beteiligt werden.

Rubriklistenbild: © Stadt Dortmund

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