Bund der Steuerzahler

Steuerverschwendung Fußballmuseum: Was man in Dortmund mit dem Geld machen könnte

Der Bund der Steuerzahler rügt im „Schwarzbuch“ die hohen Kosten für das Fußballmuseum in Dortmund. Das Haus werde ein immer teureres Prestigeprojekt.

Dortmund - Das Deutsche Fußballmuseum hat 2015 in Dortmund eröffnet. Direkt gegenüber des Hauptbahnhofs kann man dort einen Streifzug durch die Geschichte des deutschen Fußballs unternehmen. Zuletzt musste die Stadt Dortmund dem DFB-Museum jedoch immer stärker unter die Arme greifen. Genau das kritisiert nun der Bund der Steuerzahler in seinem neuen „Schwarzbuch“.

NameDeutsches Fußballmuseum
StandortPlatz der Deutschen Einheit, Dortmund
EröffnungOktober 2015

Dortmund: Bund der Steuerzahler kritisiert Stadt für Umgang mit Kosten für Fußballmuseum

Bereits 2019 war klar: Das Deutsche Fußballmuseum in Dortmund finanziert sich nicht von alleine. Die Stadt musste einen Teil der Verluste des Museums übernehmen. Für die kommenden Jahre stellte der Kämmerer der Stadt mehr als 600.000 Euro in den Haushalt ein. Doch: Reichen sollte das Geld keineswegs.

Wie nun auch der Bund der Steuerzahler (BdSt) in seinem neuen Schwarzbuch berichtet, wird das Minus immer größer: 900.000 Euro sollen ab diesem Jahr für die Verluste des DFB-Museums im Haushalt eingeplant werden. Damit werde der „Thronsaal für König Fußball“ ein immer teureres Prestigeprojekt, kritisiert der BdSt.

Fußballmuseum in Dortmund: Bund der Steuerzahler kritisiert Augenwischerei

Das Betriebsergebnis des DFB-Museums sei zwar positiv, Abschreibungen würden dennoch zu dem Verlust führen, den die Stadt Dortmund übernehmen müsse. Das hatten die Parteien auch vertraglich so festgehalten. Der Mehrbedarf für 2019 liege demnach bei 727.000 Euro für Verlustausgleiche und nicht eingeworbene Sponsorenmittel. Die Stadt sieht das Museum dennoch als wichtigen Faktor für Kultur und Freizeit.

Wie auch die Grünen im Stadtrat Dortmund kritisiert der Steuerzahlerbund jedoch insbesondere das Vorgehen der Stadt in der Sache. Er fordert deshalb Transparenz und Übersichtlichkeit, Wahrheit und Vollständigkeit: „Wenn eine Stadt vollständig die Investitions- und die Folgekosten berechnet, sich nicht von Förder- und privaten Drittmitteln einfangen lässt und die Bürger umfassend und wahrhaftig über die Finanzierung eines Projekts informiert, darf sie sich auch ein Image-Projekt wie das Nationale Fußballmuseum leisten.“ Augenwischerei und Salamitaktik würden jedoch Misstrauen und Politikverdrossenheit Vorschub leisten, heißt es im Schwarzbuch.

Steuerverschwendung in Dortmund: Was man mit dem Geld noch hätte kaufen können

Zu guter Letzt hat der BdSt auch noch einen Vorschlag, was man mit den Steuergeldern stattdessen hätte anfangen können: „Für 900.000 Euro könnte die Stadt Dortmund ihren Sportvereinen 9.000 Lederfußbälle spendieren.“ Wir haben ebenfalls nachgerechnet, was man von dem Geld alles hätte kaufen können:

  • 10.588 Trikots des Lieblings-Fußballvereins (á 85 Euro)
  • 257.000 FFP2-Masken (á 3,50 Euro)
  • Die Hälfte der Verluste der sehenswerten Pink-Floyd-Ausstellung bezahlen (rund 2 Millionen Euro)
  • 7 sanierte Sprungtürme fürs Volksbad (á 128.000 Euro)

Insbesondere die Corona-Krise in Dortmund und NRW dürfte die Lage der Museen zudem weiter verschlimmern. In welcher Höhe die Stadt Dortmund die Verluste des DFB-Museums für das laufende Jahr 2020 übernehmen muss, wird sich wohl erst 2021 zeigen.

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