Attraktionen an den Westfalenhallen

Freizeitpark "FunDomio" in Dortmund gestartet - lohnt sich der Eintrittspreis von 34 Euro?

Dortmund hat einen neuen Freizeitpark: FunDomio an den Westfalenhallen. Aber lohnt sich das Ticket für 34 Euro für die Attraktionen? Hier ein Fazit.

  • Wegen des Coronavirus gibt es in Dortmund in diesem Jahr einen temporären Freizeitpark namens FunDomio.
  • Man zahlt einmal Eintritt und darf so viele Fahrgeschäfte nutzen, wie man will.
  • Ein Besuch des Freizeitparks lohnt sich aber nur unter bestimmten Umständen.

Update, Donnerstag (2. Juli), 16.13 Uhr: Dortmund  - Nach der Kritik an zu hohen Preisen für den Eintritt ins "FunDomio" haben die Veranstalter reagiert. Nun gibt es ein Ticket für Besucher, die kein Karussell in dem Freizeitpark in Dortmund fahren wollen. 

Erstmeldung, Dienstag (23. Juni), 12 Uhr: Dortmund hat wegen des Coronavirus einen Freizeitpark auf Zeit. Er heißt "FunDomio" und befindet sich auf dem Parkplatz der Westfalenhallen*. Am Donnerstag (25. Juni) geht es los - aber lohnt sich ein Besuch, angesichts des Eintrittspreises von 34 Euro für Erwachsene und 29 Euro für Kinder unter 11 sowie Senioren über 65 Jahren? RUHR24.de* hat sich den Freizeitpark etwas genauer angeschaut.

Name

FunDomio

Ort

Parkplatz der Westfalenhallen Dortmund

Zeitraum

25. Juni 2020 bis 11. August 2020

Öffnungszeiten

Täglich von 10 bis 21 Uhr

Schauen wir zunächst einmal auf die blanken Dimensionen des Pop-up-Freizeitparks. Das FunDomio erstreckt sich über eine Fläche von rund 60.000 Quadratmeter. Die Attraktionen befinden sich sowohl auf dem Westfalenhallen-Parkplatz entlang der B1 als auch auf einer Fläche hinter der Messe Dortmund*.

FunDomio Dortmund: Freizeitpark kleiner als Movie Park und Co.

Zum Vergleich: Der Movie Park in Bottrop ist 450.000 Quadratmeter groß, das Phantasialand in Brühl 280.000 Quadratmeter. Eine Tageskarte für Erwachsene kostet in Bottrop allerdings um die 42 Euro, je nach angebotenem Rabatt. In Brühl zahlen erwachsene Besucher regulär rund 50 Euro. 

In Sachen Preis schlägt das FunDomio also die zwei bekanntesten Freizeitparks in NRW. Fraglich bleibt aber, inwiefern eine fix aufgebaute Kirmes rein optisch mit den großen Freizeitparks in NRW* mithalten kann. Die Atmosphäre macht schließlich auch den Flair eines Freizeitparks aus.

Freizeitpark in Dortmund: Einmal zahlen, alles fahren

Was die Nutzung der Attraktionen betrifft, funktioniert das FunDomio aber genauso, wie der Movie Park oder das Phantasialand: Einmal gezahlt, darf man alles fahren. Aber was genau? Der Freizeitpark wirbt mit folgenden Fahrgeschäften:

  • Roue Parisienne, nostalgisches Riesenrad
  • Wilde Maus XXL, Achterbahn
  • Konga, die größte transportable Riesenschaukel der Welt
  • Apollo 13, Themenkarussell
  • Krumm und schief, Laufgeschäft
  • Autoscooter von Isken Number 1
  • Cinderella, Kettenkarussell
  • Riesenrutsche
  • Schwanenflieger, Kettenkarussell
  • Twister, Karussell
  • Laser Pix, Erlebnisbahn
  • Pirateninsel, Automatenspiele
  • Coco Beach, Kinderachterbahn
  • Hangover, Free-Fall-Tower
  • Voodoo Jumper, Karussell
  • Disco Jet, Musikexpress
  • Poseidon, Wildwasserbahn
  • 1001 Nacht, fliegender Teppich
  • Playball, Kegelbahn
  • Break Dance, Karussell
  • Autoscooter für Kinder
  • Kinder Schleife, Karussell für Kinder
  • Wellenflug, Kettenkarussell
  • Verkehrsgarten, Fahrgeschäft für Kinder
  • Pferdekarussell
  • Sportkarussell, für Kinder
  • Shocker, Geisterbahn
Eine der größten Karussell-Schaukeln der Welt, die "Konga" ist auch im Freizeitpark "FunDomio" in Dortmund am Start.

Zudem bietet der Pop-up-Freizeitpark kleinere Events und Shows wie Zaubereinlagen, Stelzenläufer, Jonglage und Akrobatik.

Es scheint also von allem etwas dabei zu sein. Wer allerdings heftige Achterbahnen mit Loopings und Schrauben mag, der wird im FunDomio nicht auf seine Kosten kommen. Der Freizeitpark, der sich mit einer Abmahnung wegen seines Namens "Fundomio" rumplagen musste, erinnert eher an eine Art Kirmes. Für extreme Fahrgeschäfte müssen dann wohl doch die deutlich teureren Original-Freizeitparks herhalten. Insgesamt soll der Dortmunder Freizeitpark FunDOmio bis zum 16. August geöffnet bleiben.  

FunDomio: Freizeitpark in Dortmund lohnt sich nur unter bestimmten Umständen

Ein Blick nochmal auf den Preis: Bedenkt man, dass die Fahrpreise auf einem normalen Rummel wie etwa der Cranger Kirmes etwa zwischen 3 und 7 Euro betragen, im Schnitt also um die 5 Euro, müssen Erwachsene im Freizeitpark mindestens etwa sieben Fahrgeschäfte nutzen, um den Preis wieder reinzuholen.

Die Kosten für Speisen und Getränke kommen noch mal obendrauf. Eine Durchschnittsfamilie bestehend aus zwei Erwachsenen und zwei Kindern unter 11 Jahren müsste also für einen Tag im Dortmunder Freizeitpark allein für den Eintritt 126 Euro berappen. Rechnet man Speisen und Getränke hinzu, dürften locker um die 150 Euro zusammen kommen, eher mehr.

Fazit: Das FunDomio wirkt eher wie eine Kirmes, als wie ein Freizeitpark. Atmosphärisch kann man den Pop-up-Freizeitpark sicherlich nicht mit großen Namen wie dem Phantasialand oder dem Movie Park vergleichen. Das dürfte aber auch nicht der Anspruch der Initiatoren sein. Auch interessant: Von FunDomio aus kann man eine seit 2011 auf dem Dach der Westfalenhalle thronendes Botschaft sehen, die nicht vielen Menschen in Dortmund bekannt sein dürfte. 

FunDomio Dortmund: Freizeitpark ist auch Support für lokale Schausteller

Wer viel Karussell fährt und Kirmessen mag, der wird auf seine Kosten kommen. Wer einen Freizeitpark erwartet, könnte enttäuscht werden. Vergessen darf man zudem nicht: FunDomio ist auch eine Art Support für die lokalen Schausteller, die aufgrund des Coronavirus ums Überleben kämpfen

Wer 34 Euro Eintritt zu teuer findet, der sollte sich vor Augen halten, dass das Geld auch dabei helfen könnte, künftige Kirmessen zu ermöglichen, weil Schausteller durch die Einnahmen nicht Bankrott gehen.

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