Fridays for Future: Aktivisten fühlen sich von MLPD bedroht - Kommunisten in Dortmund sprechen von "Witz"

Globaker Klimastreik von Fridays for Future in Dortmund. 12.000 Menschen waren am 20. September dabei. Foto: Daniele Giustolisi/RUHR24
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Globaker Klimastreik von Fridays for Future in Dortmund. 12.000 Menschen waren am 20. September dabei. Foto: Daniele Giustolisi/RUHR24

Dortmund/NRW - Der Streit zwischen der Bewegung "Fridays for Future" in Dortmund und der kommunistischen Partei MLPD ist eskaliert. Beide prüfen Klagen. Hier mehr erfahren

Der Streit zwischen der Bewegung "Fridays for Future" in Dortmund und der kommunistischen Partei MLPD ist eskaliert. Die Organisatoren der Klimademo distanzieren sich, die Kommunisten wollen jedoch bleiben.

  • Fridays for Future distanziert sich nach der Großdemo in Dortmund von der MLPD.
  • Die Partei halte sich nicht an Absprachen und schüre ein "bedrohliches Klima".
  • Ein Sprecher der kommunistischen Partei weist den Vorwurf zurück - und will weiter gegen den Klimawandel demonstrieren.

Fridays for Future prüft rechtliche Schritte gegen MLPD in Dortmund

Die Fronten sind verhärtet. Nach der Großdemo von Fridays for Future in Dortmund am 20. September distanziert sich die Bewegung von der Marxistisch-Leninistischen Partei Deutschlands (MLPD). Der Vorwurf: Die kommunistische Partei habe Anweisungen der Organisatoren missachtet und für ein "bedrohliches Klima" gesorgt.

Mitglieder der kommunistischen Partei sollen vor der Demo von Fridays for Future in Dortmund ein Plenum der Bewegung gestört haben. Außerdem hätten sie bei dem anschließenden Umzug Banner mit dem Schriftzug "Gegen jeden Antisemitismus" heruntergerissen. Stattdessen zeigte die Partei eigene Fahnen, was gegen die Anweisungen der Organisatoren verstoßen habe. (Alle Infos zur demnächst anstehenden Mega-Demo von Fridays for Future lest ihr hier.)

Das sei mit der Fridays-for-Future-Bewegung generell unvereinbar, schreibt einer der Organisatoren. Man prüfe rechtliche Schritte gegen das Handeln der Parteimitglieder.

MLPD weist Vorwürfe zurück

Die Partei weist diese Vorwürfe zurück. "Fahne zeigen ist ein demokratisches Recht", sagt Gerd Pfisterer von der MLPD. Ihm sei bewusst, dass andere Parteien in Dortmund keine Flaggen gehisst hätten. Dass seitens seiner Partei vor der Demo ein bedrohliches Klima geschaffen worden sei, hält er für "einen Witz". Nur ein Mitglied der Partei sei überhaupt bei dem Plenum anwesend gewesen.

Den Vorwurf, die MLPD nutze die Klimademos generell als Werbeplattform, will er so nicht stehen lassen. Die Orgateams von Fridays for Future seien nicht demokratisch legitimiert. Zudem seien sie - je nach Standort - ebenfalls mit grünem oder linkspolitischem Hintergrund tätig. "Es wird bereits politischer Einfluss genommen. Das ist Bevormundung von Jugendlichen", findet Pfisterer.

Klimabewegung kritisiert "antisemitische Verschwörungstheorien"

Fridays for Future sieht sich hingegen als Sammelbecken von Menschen mit allgemeinem politischen Weltbild. "Wir möchten es nicht zulassen, dass eine solche Partei meint, die Bewegung für ihre eigenen Positionen und Weltbilder in Beschlag nehmen zu können", steht in dem Schreiben.

Darin kritisiert die Klimabewegung unter anderem die "antisemitischen Verschwörungstheorien" auf der Website der MLPD. Zudem gelte diese als "Parteisekte". Tatsächlich wird die linksradikale Kleinstpartei vom Verfassungsschutz beobachtet.

Die MLPD hingegen diffamiert die Klimabewegung in einer Pressemitteilung als "Antideutsche". Nicht ihre Parteimitglieder sondern das Orga-Team von Fridays for Future Dortmund hätte mit körperlicher Gewalt einen Eklat produziert. Platzverweise gegen Parteimitglieder wurde später als unrechtmäßig eingestuft. Entsprechende Schreiben liegen unserer Redaktion vor.

Fridays for Future ohne die MLPD?

Die Organisatoren der Klimademos würden die unliebsame Partei offenbar gerne loswerden. Die MLPD will jedoch mit allen Mitteln ihr demokratisches Recht wahrnehmen. "Dass man Leute gewaltsam und rechtswidrig von einer Demo entfernt, finde ich bedauerlich", sagt Pfisterer.

Genau wie Fridays for Future prüft nun auch die MLPD rechtliche Schritte. Zu den Demonstrationen werden die Mitglieder der Partei aber wohl weiterhin kommen. Wohin die gesamte Bewegung unter diesem Druck driftet, wird sich zeigen.