Bild: Lisa Bender/RUHR24

Wie jeden Freitag gehen die Jugendlichen von Fridays for Future auf die Straße. Doch diesmal fällt die Demonstration in Dortmund etwas größer aus und die Forderungen richten sich an jeden von uns.

  • Die Jugendlichen von Fridays for Future unterbrechen ihren Sommerkongress, um auf die Straße zu gehen.
  • Etwa 1.600 Teilnehmer sind für die Demonstration nach Dortmund gereist.
  • Ihr Forderungen sind mehr als deutlich.

Es ist bunt, es ist laut, es wird getanzt und es werden viele Plakate hochgehalten – die Forderungen darauf sind ernst. Es geht um Klimaschutz. Und der geht uns alle etwas an.

Aufruf zum Fridays for Future-Generalstreik

Das wird bei der Fridays for FutureDemonstration, die im Rahmen des Sommerkongresses stattfindet, mehr als deutlich.

Rund 1.600 Teilnehmer sind nach Dortmund gereist und rufen mit der Demonstration am Freitag (2. Juli) zum Generalstreik auf. Auch Arbeitnehmer sollen sich diesmal den Protesten anschließen.

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Fridays for Future: Proteste für eine lebenswerte Zukunft

„Hopp, Hopp, Kohlestop!“ ertönt es von der Katharinenstraße in Dortmund. Hier startet die Fridays for FutureDemonstration. Den Auftakt macht die Band Brass Riot. Alle tanzen zu den jazzigen, schnellen Beats.

Die Band Brass Riot unterstützt die Fridays for Future Demonstration musikalisch. Foto: Lisa Bender/RUHR24

„Die Demonstrationen sollen auch irgendwo Spaß machen“, sagt Johannes Hunger, ein Jugendlicher von Fridays for Future, gegenüber RUHR24. Es bringe seiner Meinung nach nichts, immer nur den Zeigefinger zu heben.

„Wir wollen mit Humor, Spaß und Zuversicht für eine verdammt schöne und lebenswerte Zukunft kämpfen“, so Hunger. Er ist übrigens von Deggendorf in Bayern nach Dortmund, wo es am 23. August eine besondere Fridays-for-Future-Aktion gibt, gereist. Für die Fahrt hat er 14 Stunden gebraucht. Mit dem Auto zu fahren, komme für ihn aber nicht in Frage.

„Innenstädte ohne Autos“

Das geht auch Qendresa Buzolli so. Die Demonstrantin kommt aus Wuppertal – ihr liegt die Mobilitätswende besonders am Herzen. „Ich habe zwar einen Führerschein, aber den benutze ich nicht, ich bin nur mit dem Fahrrad unterwegs“, sagt sie.

Innenstädte ohne Autos – das ist der Wunsch von Buzolli. Denn nur dann könne man sicher Fahrrad fahren. Sie hat sich deshalb während des Sommerkongresses der Aktionsgruppe angeschlossen, die sich dem Thema der Mobilität gewidmet hat.

RUHR24 war auch auf dem Sommerkongress im Revierpark Wischlingen unterwegs und hat noch andere Teilnehmer nach ihren Beweggründen gefragt.

„Wir haben Bock auf Urlaub“

Mit Musik und Sprechchören zieht die Fridays for FutureDemonstration durch die Innenstadt von Dortmund. Auffordernde Worte der Jugendlichen und eine Rede der Politikwissensachaftlerin Laura Herzog von scientists for future beenden die Proteste auf dem Vorplatz des Theaters.

Maximilian Reimers, eine Jugendlicher von Fridays for Future, ruft zum Generalstreik am 20.9.2019 auf. Foto: Lisa Bender/RUHR24

„Wir haben seit drei Wochen Sommerferien und Bock auf Urlaub. Aber das können wir uns nicht leisten“, ruft Maximilian Reimers, einer der jungen Redner. Anders als die Politiker, die gönnen sich erstmal ihre Sommerpause.

„Aber das geht nicht“, klagt Reimers, „wir müssen jetzt handeln.“ Die 2-Grad-Erwärmung dürfe nicht eintreten. Deshalb fordern die Jugendlichen von Fridays for Future das Abschalten der Kohlekraftwerke, den Stop der Massentierhaltung und das Ende aller Subventionen für fossile Energien.

Unterstützung von Wissenschaftlern

Das sehen die Mitglieder von scientists for future genauso. Sie unterstützen die Jugendlichen mit wissenschaftlichen Informationen.

„Ein Handeln ist jetzt notwendig“, fordert Laura Herzog, Politikwissenschaftlerin an der Universität Osnabrück und Mitglied bei scientists for future. Foto: Lisa Bender/RUHR24

„Wir haben die technischen Möglichkeiten, wir haben das Wissen und wir haben die finanziellen Mittel“, ruft Herzog. „Ein Handeln und Umdenken ist jetzt dringend notwendig.“

„Gibt es bei Saturn einen Kühlschrank der die Erde abkühlt?

Im Anschluss an die Demonstration finden an 20 unterschiedlichen Orten in Dortmund kleinere Protestaktionen statt. „Mit diesen Aktionen wollen wir mit Mitarbeitern in Kontakt treten und sie auffordern, sich unserer Klimabewegung anzuschließen“, sagt Ricarda Schneider gegenüber RUHR24. „Denn Klimaschutz geht uns alle etwas an!“

#allefürsklima – die Jugendlichen fordern auch Arbeitnehmer auch sich an den Demonstrationen zu beteiligen. Foto: Lisa Bender/RUHR24

Sie nimmt an einer Aktion vor dem Saturn teil. Die Demonstranten haben in dem Elektrofachhandel nachgefragt, ob man hier einen Kühlschrank kaufen könne, der die Erde abkühlt. Denn auf dem Saturn könne man ja nicht leben.

Die Mitarbeiter haben offen auf die Aufforderungen reagiert, so Schneider. Aber sie glaube nicht, dass viele zur Demonstration am 20. September kommen. Viele hätten Angst ihren Job zu verlieren (Übrigens: RUHR24 berichtet am 20. September im Live-Ticker vom Klimastreik in Dortmund.)

Damit hat sie nicht ganz unrecht. Der Handelsverband hatte bereits vor drohenden Kündigungen gewarnt.