Ärger mit den Anwohnern

Große Proteste in Dortmund: Verlängerung der Landebahn am Flughafen ist „keine Kleinigkeit“

Der Flughafen Dortmund bekommt ab Oktober einen neuen Chef - und der hat Pläne.
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Die Ausbaupläne des Flughafens Dortmund werden von der Stadt unterstützt.

Mitten in der Corona-Krise geht der Ausbau am Flughafen Dortmund einen weiteren Schritt voran. Doch das Vorhaben stößt auf heftige Kritik.

Update, Donnerstag (14. Januar), 13 Uhr: Als Reaktion auf die Mitteilung der Stadt Dortmund über die Befürwortung der Landeschwellen-Verlegung am Flughafen Dortmund, äußerte sich heute die Fraktion der Grünen im Rat der Stadt: „Wir lehnen die Verlegung der Landeschwellen am Dortmunder Flughafen ab“, erklärt die Fraktionssprecherin Ingrid Reuter. Anders als vonseiten der Stadt dargestellt, sei die Verlegung der Landeschwelle keine Kleinigkeit.

Durch die Verlängerung der Landebahn, und die dadurch entstehende Möglichkeit den Flughafen auch mit dem neuen Airbus A321 anzufliegen, steige die Attraktivität des Flughafens Dortmund für Ferienflieger. Deutlich mehr und deutlich größere Flugzeuge könnten infolge dessen zukünftig über Unna und den Dortmunder Osten hinwegfliegen – in deutlich geringerer Höhe.

Flughafen Dortmund: Ausbaupläne sind umstritten

Zudem könne ein so umstrittener Plan wie der Ausbau des Flughafens nicht im Schnellverfahren umgesetzt werden. Daher wolle sich die Fraktion der Grünen dafür einsetzen, dass die Bezirksregierung Münster den Antrag des Dortmunder Flughafens im Rahmen eines umfassenden Planfeststellungsverfahrens prüft. Dabei soll nicht nur die Verträglichkeit für die Umwelt, sondern auch die Lärmentwicklung umfassend betrachtet werden.

Erstmeldung, Mittwoch (13. Januar), 16 Uhr: Dortmund – Eigentlich ist es nur eine kleine Veränderung an der Landebahn, damit der Flughafen Dortmund auch weiterhin von allen Airlines angeflogen werden kann, die den Flughafen jetzt schon nutzen: Durch die Verlegung der Landeschwelle auf der Landebahn um 300 Meter nach Osten, könnten in Zukunft auch die großen Airbus A321 ceo/neo den Flughafen anfliegen. Doch das Vorhaben stößt auf Gegenwehr.

FlughafenDortmund Airport
FlughafencodeDTM
Passagiere1.220.624 (2020)

Flughafen Dortmund: Landeschwelle soll verlegt werden

Die aktuelle Länge der Start- und Landebahn am Flughafen Dortmund liegt bei 1.700 Metern. Künftig sollen durch die Verlegung der Landeschwelle 2.000 Meter für die Starts und Landungen zur Verfügung stehen. Dafür muss die Landebahn auch nicht einmal baulich verändert werden – lediglich eine Markierung auf der Landebahn soll versetzt werden. Und zwar näher an Unna heran.

Durch die Verlegung der Landeschwelle soll die Asphaltpiste besser ausgenutzt werden können, als es bisher der Fall ist. Dann würde die Landebahn auch den Anforderungen gerecht, die der neue Airbus mit sich bringt. Denn ausgerechnet WizzAir, einer der wichtigsten Nutzer des Flughafens Dortmund, möchte seine Flotte mit dem Airbus A321 neu ausstatten. Eine Verlängerung der Landebahn soll den Flughafen Dortmund also auch in Zukunft leistungsfähig halten.

Und so hat der Flughafen Dortmund nun bei der zuständigen Bezirksregierung Münster einen Antrag für die Verlegung der Schwelle im Osten um 300 Meter an das Bahnende beantragt. Ein weiterer Schritt, um den Ausbau des Flughafens voranzutreiben, der vonseiten der Stadt ausdrücklich befürwortet wurde.

Oberbürgermeister Thomas Westphal: „Die Stadt Dortmund steht dem Anliegen des Flughafens Dortmund positiv gegenüber.“ Und dafür soll es nach Angaben der Stadt auch gute Gründe geben. Demnach sei der Flughafen Dortmund im Jahr 2019 der am stärksten wachsende Flughafen Deutschlands mit einem Passagierwachstum von 19 Prozent gewesen. Er sei für Dortmund ein wichtiger Wirtschaftsfaktor und stelle insbesondere für NRW eine bedeutsame Drehkreuzanbindung an den Verkehrsflughafen München dar.

Flughafen Dortmund: Ausbaupläne stoßen auf Gegenwehr

Doch was für die einen nur eine kleine Veränderung bedeutet, stößt bei anderen auf große Gegenwehr. Anwohner rund um den Flughafen Dortmund befürchten eine erhöhte Belastung durch Fluglärm. Denn durch die Verlegung der Landeschwelle würden die Flugzeuge im Landeanflug wohl 15 bis 20 Meter tiefer über das Wohngebiet in Unna Massen hinwegfliegen.

Auch Umweltschützer sehen den Ausbau kritisch. Moniert werden vor allem die hohen Subventionen, ohne die der Flughafen Dortmund nicht überlebensfähig wäre. Die Grünen stellten bereits im August 2020 fest, dass in Dortmund Steuergelder für den Betrieb einer „klimapolitisch unverantwortlichen Mobilität“ verschwendet würden. Wenngleich selbst eine vom BUND angestoßene Studie dem Flughafen einen starken Passagierzuwachs attestiert.

Dennoch: Mit dem nun bei der Bezirksregierung Münster eingegangenen Antrag ist der Flughafen Dortmund seinem Ziel, der Flughafen zukunftsfähig zu machen, einen weiteren Schritt näher gekommen. Doch es bleibt noch einiges zu tun. Wie die Stadt Dortmund in Bezug auf den Flughafenausbau weiter ausführt, stehe noch eine in einigen Punkten zu vertiefende Artenschutzprüfung aus. Für das Genehmigungsverfahren muss zudem eine detaillierte Plandarstellung vorgenommen werden, in der auch alle Versiegelungsmaßnahmen dargestellt sind.