Erfreulicher Verlauf

Vom Flüchtling zum Arbeitgeber: Iraker (30) schafft jetzt Arbeitsplätze in Dortmund

Diese Flucht ist gelungen: Hikmat kam als Flüchtling aus dem Irak nach Dortmund und ist jetzt Arbeitgeber. Aber nicht alles lief problemlos.

  • Der Weg von Flüchtlingen in Dortmund kann sich positiv entwickeln.
  • Das zeigt die Geschichte eines jungen Mannes aus dem Irak.
  • Nach seiner Flucht betreibt er inzwischen einen Friseursalon in der Nordstadt.

Dortmund - Die Geschichte der Flüchtlinge in Dortmund erzählen sich viele so: Flucht, Ankunft in Dortmund, Unterbringung in einer Massenunterkunft, Arbeitslosigkeit und Belastung der Sozialsysteme. Es sind oft Geschichten wie diese, die das Bild von Flüchtlingen in Dortmund prägen.

Dass deren Geschichten auch weitergehen und nicht in schäbigen Containern am Stadtrand enden, zeigt der Weg, den der geflüchtete Iraker Hikmat Sadeeq Badeea hinter sich hat. Vom Flüchtling zum Arbeitgeber in Dortmund - so in etwa lässt er sich zusammenfassen.

Land

Irak

Präsident

Barham Salih

Hauptstadt

Bagdad

Flüchtling aus dem Irak fasst Fuß in Dortmund

Rückblick: 2010 entschließt sich Badeea dazu, seine Heimat, den Irak, zu verlassen. Zu gefährlich ist es in Zaxo, seiner Heimatstadt in der autonomen Region Kurdistan im Irak. Der IS droht, zudem ist die politische Lage nicht sonderlich stabil.

Badeea will ein "normales Leben wie andere Menschen" führen und wählt Deutschland als Ziel. Im Herzen Europas angekommen, ist der 30-Jährige zunächst orientierungslos. In Dortmund macht er zunächst einen Deutschkurs. Es folgt eine Ausbildung zum Friseur. Kurze Zeit später endlich verdient Hikmet Sadeeq Badeea sein erstes Geld in Deutschland - in einem Friseursalon in der Nordstadt.

Iraker kämpft in Dortmund um Aufenthaltserlaubnis

Doch so reibungslos geht das Leben in Dortmund nicht weiter. Der Geflüchtete bekommt keine Aufenthaltserlaubnis. Die Zukunft in Dortmund erscheint ungewiss. Badeea kämpft mit der Unübersichtlichkeit der deutschen Bürokratie. Schließlich stößt er auf Mitarbeiter von "Nordwärts vor Ort."

Der Iraker Hikmat Sadeeq Badeea flüchtete nach Deutschland - und hat in Dortmund nun seinen eigenen Friseursalon.

Hinter "Nordwärts" verbirgt sich das Vorhaben der Stadt Dortmund, den Norden der Westfalenmetropole wieder auf Vordermann zu bringen. Zu den Projekten gehört unter anderem die Internationale Gartenschau 2027, die die nördlichen Stadtbezirke von Dortmund in einigen Jahren aufwerten soll.

Mit ebenjenen "Nordwärts"-Mitarbeitern kehrt für Badeea die Hoffnung zurück. Der 30-Jährige nimmt am Projekt "Digitale.Wirtschaft.Nordstadt" teil. Es hat sich zur Aufgabe gemacht, migrantisch geführte Unternehmen in der Nordstadt zu unterstützen.

"Nordwärts"-Projekt der Stadt Dortmund hilft Flüchtling

Die Mitarbeiter von "Nordwärts" greifen Badeea unter die Arme, begleiten ihn zu Behördengängen. Und: Sie helfen ihm in die Selbstständigkeit - der Schlüssel zur Aufenthaltserlaubnis.

Inzwischen betreibt der 30-jährige Friseur einen Salon namens "Kiya Beauty and Hair" an der Schützenstraße 128 am Dortmunder Hafen, wo derzeit ein neues Quartier aus dem Boden gestanzt wird. Der Iraker gibt hier vier Menschen Arbeit. Langfristig möchte er jungen Menschen Ausbildungs- und Praktikumsstellen anbieten, um seinen Beitrag zur Weiterentwicklung von Jugendlichen zu leisten.

"Ich freue mich auf meine Kunden und möchte sehr erfolgreich werden. Dafür habe ich viel Geduld investiert und hart gearbeitet", sagt Badeea, dessen Geschichte so gar nicht in die des Dortmunder Flüchtlings passen will.

Rubriklistenbild: © Roland Gorecki/Stadt Dortmund

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