Hitze erhöht das Risiko

Feuerwehr Dortmund: Warnung vor unsichtbarer und tödlicher Gefahr bei Hitze

Die Feuerwehr in Dortmund warnt vor einer tödlichen Gefahr bei Hitze.
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Die Feuerwehr in Dortmund warnt vor einer tödlichen Gefahr bei Hitze.

Die Feuerwehr Dortmund warnt aktuell vor einer unsichtbaren und tödlichen Bedrohung. Bei Hitze ist sie besonders gefährlich.

  • Die Feuerwehr Dortmund warnt wegen drohender Kohlenmonoxid-Vergiftungen.
  • Das Atemgift ist bei hohen Temperaturen besonders tückisch.
  • Eine Gefahrenquelle wird oftmals unterschätzt.

Dortmund – Nach einem Großeinsatz der Feuerwehr in Wiesbaden schlägt jetzt auch die Feuerwehr Dortmund wegen der Gefahr durch CO-Vergiftungen Alarm. In der hessischen Landeshauptstadt mussten 22 Personen aus einem Mehrfamilienhaus evakuiert werden, weil die mitgeführten CO-Warner zweier Sanitäter bei einem vermeintlichen Routineeinsatz alarmierend hohe Kohlenmonoxid-Werte feststellten.

Chemische Verbindung

Kohlenstoffmonoxid

Formel

CO

Eigenschaften

farblos, geruchlos, geschmackslos, toxisch

Feuerwehr Dortmund warnt nach Großeinsatz in Hessen vor tödlicher Gefahr durch CO-Vergiftungen

Fünf Personen mussten aufgrund der erlittenen CO-Vergiftung ins Krankenhaus. Grund für die ungewöhnlich hohe Konzentration an Kohlenmonoxid war eine defekte Gastherme. Ein typischer, aber nicht der einzige Grund, wie das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) schreibt.

"In Räumen kann sich Kohlenmonoxid in der Luft anreichern – dann, wenn zum Beispiel Ofenabzüge oder gasbetriebene Geräte defekt sind oder mit Holzkohle gegrillt wird. Wird es eingeatmet, sind schwere gesundheitliche Folgen bis hin zum Tod möglich."

Feuerwehr Dortmund besorgt: Hitze erhöht Gefahr durch Kohlenmonoxid-Vergiftungen

Warum warnt die Feuerwehr Dortmund gerade jetzt vor der Gefahr? Die extrem hohen Temperaturen spielen dem geruchlosen und hochgiftigem Gas bei der Ausbreitung in die Karten. Denn wie bei dem Fall in Wiesbaden funktioniert die Thermik im Schornstein oft nicht mehr. Durch einen Abgasrückstau kann giftiges Kohlenmonoxid in die Wohnung gelangen.

Die Symptome einer CO-Vergiftung haben es in sich. Es beginnt meist mit Übelkeit, Schwindel und Kopfschmerzen. Erst spät kommen laut BfR Herzrasen, Bewusstseinsschwäche und Muskelstörungen hinzu. Letztere Symptome hindern Betroffene häufig daran, den Raum zu verlassen und sich in Sicherheit zu bringen.

Shishas sind die Ursache für zahlreiche Fälle von Kohlenmonoxid-Vergiftungen.

Eine Kohlenmonoxid-Vergiftung führt nicht zwingend zum Tod. Sie ist dennoch sehr qualvoll und kann neuropsychische Spätfolgen, wie Angst- und Bewegungsstörungen nach sich ziehen. Wie schützt man sich? Die Feuerwehr Dortmund verweist dazu auf die Initiative zur Prävention von Kohlenmonoxid-Vergiftungen.

Vergiftungen durch Kohlenmonoxid: So schützt man sich vor dem Atemgift

  • Heizungen, Gasthermen und Durchlauferhitzer regelmäßig warten lassen
  • Schornstein regelmäßig durch den Schornsteinfeger kontrollieren lassen
  • Holzkohlegrill oder Heizstrahler unter keinen Umständen in der Wohnung/Garage verwenden
  • Ablufthaube bei geschlossenen Fenstern nicht zur gleichen Zeit wie die Gastherme betreiben (automatische Fensteröffnung erforderlich)
  • geprüfte und zugelassene Kohlenmonoxid-Melder installieren

Besonders jüngere Generationen unterschätzen zudem oft das Rauchen von Shishas im geschlossenen Raum. Bei fehlender Durchlüftung können auch dabei schwere Kohlenmonoxid-Vergiftungen auftreten. Am Universitätsklinikum in Düsseldorf hat man 2017 rund 100 Mal die Hyperbare Sauerstofftherapie (HBO) angewandt. Dabei wird betroffenen in einem bestimmten Verfahren 100 Prozent Sauerstoff verabreicht. 40 dieser Fälle gingen auf das Rauchen von Shishas zurück.

Feuerwehr Dortmund warnt wegen CO-Vergiftungen - das richtige Verhalten im Ernstfall

Kommt es zum Ernstfall, sollten alle betroffenen Personen das Gebäude umgehend verlassen. Sofern möglich, sollten dabei Fenster und Türen geöffnet werden. Auf die Einsatzkräfte soll man draußen warten, empfiehlt die Feuerwehr Dortmund, die zuletzt mit einem schweren Unwetter zu kämpfen hatte.

Nach Möglichkeit sollten weitere Bewohner oder Nachbarn telefonisch oder über die Gegensprechanlage informiert werden. Auf keinen Fall sollte man aber das Haus wieder betreten (alle Dortmund-Artikel auf RUHR24).

Video: Alarm in Shisha-Bar: Kohlenmonoxid-Austritt führt zu Rettungseinsatz

Allein 2016 hatten CO-Vergiftungen deutschlandweit 3.576 stationäre Behandlungen im Krankenhaus zur Folge. 640 Personen starben an den Folgen der Vergiftung. Nach Arzneimitteln und Drogen waren Kohlenmonoxid-Vergiftungen 2016 die Vergiftungsart mit den meisten Todesfällen.