Helfer im Dauereinsatz

Dortmund: Feuerwehrmann deckt nach Sturm großes Problem auf

Ob bei Sturm oder Hochwasser – ohne Freiwillige läge der Katastrophenschutz am Boden.

Dortmund – In der ersten Sturmnacht (17. Februar) fegte Xandra über NRW hinweg und richtete schwere Schäden an. Doch nach Xandra war lange nicht Schluss. Es folgten Ylenia, dann Zeynep und schließlich noch Antonia. Für die Feuerwehren im ganzen Land bedeute das: Dauereinsatz. Allein in der ersten Nacht waren in Dortmund 250 Feuerwehrleute im Einsatz. Ohne Freiwillige wäre da nicht mehr viel gegangen.

StadtDortmund
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Feuerwehr2.200 haupt- und ehrenamtliche Feuerwehrleute

Sturm in Dortmund: Hunderte Feuerwehrleute im Einsatz

Die Zerstörungswut der vier aufeinander folgenden Sturmtiefs war enorm: An den Küsten bedrohten Sturmfluten die Einwohner. Im Tiefland stürzten Bäume um, Dachziegel fielen vom Dach und Züge standen still. Mehrere Menschen in Deutschland starben. Allein die Feuerwehr Dortmund rückte mit hunderten Einsatzkräften aus – viele von ihnen Freiwillige, ohne die der Katastrophenschutz kaum zu stemmen wäre.

„Keine größere Einsatzlage kann ohne den Einsatz der Freiwilligen Feuerwehr bewältigt werden“, weiß Andreas Flur, Sprecher der Freiwilligen Feuerwehr in Dortmund. „Viele wissen das gar nicht.“

In Dortmund waren von 250 Einsatzkräften in der ersten Sturmnacht ganze 200 Einsatzkräfte von der Freiwilligen Feuerwehr. Inzwischen hat sich das Unwetter gelegt, doch noch immer warnt die Stadt vor heftigen Nachwirkungen der Stürme.

Flur war gemeinsam mit seinen Kollegen von der freiwilligen Feuerwehr auch im Einsatz, als die Flutkatastrophe 2021 NRW in Atem hielt. Wie Radio 91.2 berichtet, war er damals mehrere Tage lang von seinem eigentlichen Arbeitgeber, dem Dortmunder Maschinenbauunternehmen Wilo, freigestellt worden, um in Dortmund, in Hagen und sogar in der Eifel helfen zu können.

Sturm in Dortmund: Freiwillige Feuerwehr unterstützen Berufsfeuerwehr

Und auch als es in Dortmund stürmisch wurde, rückte Flur gemeinsam mit vielen seiner Kollegen von der freiwilligen Feuerwehr aus, um gemeinsam mit den Berufsfeuerwehren Menschen zu retten oder Bäume wegzuräumen. Denn auch in Dortmund wurde viel zerstört, unter anderem stürzte ein Baum auf das Café „Grüner Salon“, ein Kirchenkreuz fiel auf ein Auto.

Selbst in Städten mit starken Berufswehren, erklärt Flur, „geht es ohne den Einsatz der Freiwilligen trotzdem nicht“. Und so kämpft der Löschzugleiter, der gleichzeitig Landtagskandidat für die CDU in Dortmund ist, für mehr gesellschaftliche und politische Anerkennung des Ehrenamtes.

Dabei gehe es ihm nicht allein um die Freiwillige Feuerwehr. Auch die Kinder- oder Jugendbetreuung, die Integrationsarbeit oder viele Aufgaben in Sportvereinen würden von Ehrenamtlern übernommen. Zudem hielten andere Organisationen wie das THW, das DRK oder die DLRG wie auch die Freiwillige Feuerwehr den Katastrophenschutz aus dem Ehrenamt heraus am Leben.

Helfer im Katastrophenschutz: Mehr Anerkennung für das Ehrenamt

Insgesamt seien es derzeit rund 6 Millionen Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren. Die ihre Zeit in „den Dienst der Gesellschaft“ stellten, anstatt an anderer Stelle Geld zu verdienen, so Flur. Sie alle verdienten mehr Anerkennung. Und auch die Anreize, ehrenamtlich tätig zu werden, müssten nach Ansicht des Kommunalpolitikers steigen.

Andreas Flur ist Löschzugleiter bei der Freiwilligen Feuerwehr Dortmund und fordert mehr Anerkennung für das Ehrenamt.

Denn trotz der vielen Helfer fehle es in vielen Vereinen oder auch bei der Freiwilligen Feuerwehr an Nachwuchs. Vor allem in den Führungsfunktionen.

Seine Idee: Der Erwerb von zusätzlichen Rentenpunkten durch den ehrenamtlichen Einsatz. Oder auch die Erhöhung der steuerlichen Vorteile. Beides Punkte, bei denen die Landespolitik laut Andreas Flur nachschärfen könnte, um die Attraktivität des Ehrenamtes zu steigern.

Denn, da ist sich Flur sicher: „Die nächste Einsatzlage kommt“ – und mit ihr die viele ehrenamtlichen Helfer, die erneut viel Zeit und Kraft bei den Einsätzen für den Katastrophenschutz lassen.

Rubriklistenbild: © Paul Schneider

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