Grünes Licht für Festi Ramazan in Dortmund! Aber Hakenkreuze trüben die Freude

Zelte des Festi Ramazan wurden mit Hakenkreuzen beschmiert. Foto: RUHR24
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Zelte des Festi Ramazan wurden mit Hakenkreuzen beschmiert. Foto: RUHR24

Dortmund/NRW - Das Hin und Her um das Festi Ramazan in Dortmund ist endlich beendet. Die Stadt Dortmund entschied am Dienstag: Das Festival darf stattfinden!

Das Hin und Her um das Festi Ramazan in Dortmund ist endlich beendet. Die Stadt Dortmund entschied am Dienstag: Das Festival darf stattfinden! Getrübt wird die Entscheidung durch Hakenkreuz-Schmierereien.

Ein Jugendlicher nutzte auch die Bäume im Westpark Dortmund als Leinwand für seine Hakenkreuz-Schmierereien.

"Wir haben die Genehmigung erhalten, das Fest darf stattfinden", sagte Veranstalter Fatih Ilhan gegenüber RUHR24 am Dienstagmorgen (30. April). Die Stadt habe die Auflage zur Austragung der Veranstaltung erteilt.

Klar ist aber auch: Zum Dauer-Festplatz soll die Fläche zwischen Remydamm und Victor-Troyka-Straße nicht werden.

Festi soll nicht mehr Parkplatz stattfinden

"Es ist längst klar, dass dort nach 2019 kein Festi Ramazan mehr stattfinden wird", sagte Oberbürgermeister Ullrich Sierau am Dienstag. Zur Debatte für eine erneute Austragung des Festes stehen aktuell andere Flächen in der Stadt, etwa auf dem Gelände der Westfalenhütte. Bislang scheint es aber unwahrscheinlich, dass die Eigentümer der Flächen ihre Zustimmung geben.

Die Stadt betont: "Es ist Sache eines Veranstalters, Orte nachzuweisen, an denen keine Nutzungskonflikte auftreten. Sollte dies (...) nicht möglich sein, wird das Festi Ramazan (...) nicht mehr in Dortmund stattfinden."

Getrübt wird die Zusage zur Genehmigung unterdessen durch Vorfälle in der Nacht zu Dienstag (30. April). Unbekannte haben auf Zelte des Festival-Geländes Hakenkreuze geschmiert. "Acht oder neun Zelte wurden damit beschädigt", bestätigt Ilhan. Auch an Bauzäune, die das bewachte Gelände umschließen, seien Banner mit Hakenkreuze gehängt worden.

"Wir sind sehr traurig, dass sowas passiert ist. Wir werden jetzt Maßnahmen ergreifen, damit das Gelände außen in der Nacht auch bewacht wird", sagte Ilhan gegenüber RUHR24. Es seien dumme Menschen, die sowas täten, so Ilhan weiter. "Was wollen sie damit bezwecken?", fragt sich der Veranstalter. Die Polizei habe den Fall inzwischen aufgenommen, es sei eine Anzeige geschrieben worden.

Vorfälle trüben Fest-Vorbereitung

Erst kürzlich gab es Aufregung auf dem Fest-Gelände. In der Nacht von Sonntag auf Montag hatten Unbekannte einen Wassertank demoliert und die Hydraulik eines Gabelstaplers beschädigt. Doch damit nicht genug: Sie hatten zusätzlich in ein „Festi“-Zelt gekotet.

Diskussionen um Festival

Zuletzt hatte es zudem Diskussionen um die Austragung des Festi Ramazan gegeben.

Vor allem Anwohner der Joseph-Scherer-Straße und der Brünninghauser Straße haben Vorbehalte gegen das Fest. Sie fürchten Lärmbelästigung und Parkplatznot.

Politische Diskussionen um Festi Ramazan

Seit Wochen gibt es politische Diskussionen um die Austragung des muslimischen Festivals, das vom 3. Mai bis zum 2. Juni auf den Parkplatz E1/E2 an den Westfalenhallen stattfinden soll.

Die Stadt erteilte dem Veranstalter die Genehmigung unter hohen Auflagen - vor allem was die Themen Sicherheit, Lärm und Verkehr betrifft.

Außerdem muss das Fest Rücksicht auf andere Veranstaltungen nehmen. So muss das Festi Ramazan am Bundesliga-Spieltag des BVB am Samstag (11. Mai) gegen Fortuna Düsseldorf ruhen.

Zudem wurde der Veranstalter aufgefordert, Nachbesserungen vorzunehmen, die bei einem Infotreff mit der Nachbarschaft am 17. April getroffen wurden.

Lärm muss "stadtverträglich" sein

So muss der Veranstalter bei Ende des Festes um 24 Uhr dafür sorgen, dass der Lärm bei der Abreise "stadtverträglich" ist und von "gegenseitiger Rücksichtnahme getragen wird". Kommt es zu andauernder Beschwerdelage, behält die Stadt es sich vor, die Genehmigung für das Fest auf 23.30 Uhr oder sogar 23 Uhr zu verkürzen.

Außerdem soll es zwei Beschwerdetelefone geben: Eines der Stadt und eines des Veranstalters. Die Hotlines werden zwischen 18 und 1 Uhr in der Nacht geschaltet sein. Oberbürgermeister Ullrich Sierau gab einzelnen Anwohnern obendrein seine private Handynummer, auf der er laut eigenen Angaben 24 Stunden erreichbar sei.

Letzte Nachbesserung: Auf den Parkplätzen wird es Dixi-Toiletten geben, um Wildpinkeln etc. zu vermeiden.

Die Bilanz nach Ende des Festi Ramazan: Weniger Besucher als erwartet kamen zu dem Ramadan-Fest. Die Veranstalter wollen Dortmund als Standort jedoch beibehalten.