Bombenentschärfung

Mega-Evakuierung in Dortmund: Darum haben Einbrecher trotz menschenleerer Häuser schlechte Karten

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Am Klinikum Mitte in Dortmund wird am Sonntag evakuiert.

Wegen einer großangelegten Bombenentschärfung, bleibt es am Sonntag (12. Januar) im Klinikviertel in Dortmund menschenleer. Ist das die Riesenchance für Einbrecher?

  • Rund 14.000 Menschen müssen am Sonntag wegen einer Bombenentschärfung ihre Wohnungen und Häuser verlassen.
  • Die Polizei will Kriminellen keine Chance lassen und überwacht den Evakuierungsbereich streng.
  • Unter anderem sollen auch Drohnen in Dortmund zum Einsatz kommen.

Dortmund - Am kommenden Sonntag (12. Januar) steht in Dortmund eine großangelegte Bombenentschärfung an. Deshalb müssen tausende Menschen ihre Wohnungen und Häuser verlassen, es fahren keine Bahnen und Busse. Das ganze Klinikviertel wird evakuiert - und bleibt währende der Entschärfung menschenleer.

Dortmund: Bombenentschärfung fordert Evakuierung - und lockt Einbrecher an

Anwohner bangen daher um ihr Hab und Gut. Ihre Sorge: Vor allem Einbrecher könnten ihre große Chance wittern und die Evakuierung für einen Beutezug durch das Klinikviertel nutzen. Die Sorge ist nicht unbegründet. Immer wieder nutzten Einbrecher in der Vergangenheit große Evakuierungen, um in die verlassenen Wohnungen und Häuser einzusteigen.

Deshalb plant die Polizei Dortmund das Gebiet genau zu überwachen. Sogar Drohnen sollen diesmal zum Einsatz kommen.

"Alles, was eine Uniform trägt, ist am Sonntag im Einsatz", betont ein Sprecher der Polizei gegenüber RUHR24. Doch nicht nur Polizei, Ordnungsamt und Feuerwehrleute seien ständig im Evakuierungsbereich unterwegs, auch Drohnen sollen Kriminellen das Leben schwer machen.

Drohnen überwachen evakuiertes Gebiet in Dortmund während der Bombenentschärfung

Wie genau die Drohnen das Gebiet überwachen, wird derzeit noch nicht verraten. Auch, weil die Polizei noch auf keine große Erfahrung zurückgreifen kann, was den Einsatz von Drohnen angeht. Eine Testphase, wie Drohnen als zusätzliches Einsatzmittel genutzt werden können, startet erst in Kürze. Am Sonntag ist also der erste Einsatz der fliegenden Späher für die Polizei in Dortmund.

Allerdings braucht nun keiner sein Wohnzimmer vor der Evakuierung noch extra aufzuräumen. Durch die Straßen, mit Blick in die Wohnräume, fliegen die Drohnen vermutlich eher nicht, so ein Polizeisprecher. Stattdessen werde es wahrscheinlich Übersichtsaufnahmen von oben geben.

Evakuierung in Dortmund: Bereich während Entschärfung streng überwacht

Auch wie viele Drohnen zum Einsatz kommen sollen, konkretisiert die Polizei nicht. Es soll aber der gesamte Evakuierungsbereich von mehreren Drohnen überwacht werden, so Kriminaldirektor Edzard Freyhoff gegenüber Radio 91.2 - zusätzlich zu den Einsatzkräften in den Straßen.

Doch wem das nicht als Schutz gegen Einbrecher genügt, der hat keine andere Wahl: Alle Anwohner im betroffenen Bereich in Dortmund müssen zwingend ihre Wohnungen verlassen. Wer der Evakuierung nicht Folge leistet, dem drohen sogar Bußgelder.

Denn vor allem im engsten Evakuierungsradius rund um die Blindgänger, die am Sonntag entschärft werden sollen, ist es äußerst gefährlich sich der Evakuierung zu widersetzen. Explodiert einer der Blindgänger, kann das lebensgefährlich sein.

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