Dortmund erteilt Alkoholverbot klare Absage

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Ein Familienvater war betrunken mit seinem Kind im Auto unterwegs. Foto: Ann-Kristin Pott/RUHR24

Dortmund/NRW - In Duisburg herrscht seit Dienstag (16. Mai) ein Alkoholverbot. Wir haben Dortmunder Kioskbesitzer gefragt, was das für ihr Geschäft bedeuten würde.

In der Duisburger Innenstadt herrscht seit Dienstag (16. Mai) ein Alkoholverbot. Keine gute Idee, findet die Dortmunder Rechtsdezernentin Diane Jägers. Wir haben bei Kioskbesitzern aus der Innenstadt nachgefragt, was ein Alkoholverbot für ihr Geschäft bedeuten würde. Dortmund - Nach einem BVB-Spiel schnell ein Bier am nächsten Büdchen kaufen und auf in die Stadt - bei einem Alkoholverbot in der Innenstadt wäre das nicht mehr möglich. Was in Dortmund kaum denkbar ist, ist in Duisburg seit Dienstag (16. Mai) Realität. Auf öffentlichen Plätzen und in der Einkaufsstraße gilt jetzt testweise: Alkohol verboten!

Damit soll der heimischen Trinkerszene Einhalt geboten werden. Auch in Dortmund sind zum Beispiel auf dem Hansaplatz viele Menschen, die tagsüber ihren Alkohol verzehren. Von einem generellen Verbot hält Rechtsdezernentin Diane Jägers trotzdem nichts: "Das ist kein sinnvolles Instrument, um dem entgegen zu treten", sagte sie gegenüber Dortmund24 nach der Pressekonferenz des Verwaltungsvorstandes.

Sie sieht in den Trinkern keine Gefahr für die allgemeine Sicherheit in Dortmund. Wenn dem Ordnungsamt Beschwerden gemeldet werden, schreiten die Angestellten der Verwaltung ein. Friedlichen Biertrinkern soll ihr Genuss - egal wo in der Stadt - aber weiterhin gegönnt sein.

Brückstraße ohne Büdchen? Undenkbar

Zwischen "Kartoffel-Lord" und dem Dortmunder Konzerthaus, an der Ecke der Gerberstraße, befindet sich der "Brückshop". Hier kommen besonders am Wochenende viele Leute vorbei, die sich gerne mal ein alkoholisches Kaltgetränk mitnehmen. Zwar gibt es auch genug Auswahl an Süßigkeiten und Chips. Aber Alkohol verkauft sich hier - gerade am Wochenende - am besten.

Ein Alkoholverbot in der Öffentlichkeit wäre für "Brückshop"-Betreiberin Sirvan Atis deswegen eine Katastrophe. Sie sagt, dass 90 Prozent ihres Umsatzes Alkoholverkäufe sind. Das Verbot wäre aber nicht nur für die Kioske schlecht, sondern auch für die Kunden, sagt Sirvan: "Die holen sich hier ihr Wegbier und gehen dann in die Disco. Wenn das wegfällt, können wir einpacken".

Kein Alkoholverkauf - kein Gewinn

Mehmet Atik-Isik betreibt einen Kiosk in der Brückstraße 40. Auch seinem Geschäft würde ein Alkoholverbot schaden. Er glaubt sogar, dass er seinen Laden dann schließen könnte: "Die Leute kommen aus der Disco, holen sich einen Döner und kaufen sich dazu dann noch bei mir ein Bier. Genau davon lebt der Kiosk".

Ein weiterer Dortmunder Budenbesitzer, der gerne anonym bleiben möchte, sieht am Alkoholverbot zwei Seiten. Einerseits sei es nicht gut, wenn Leute auf der Straße trinken, andererseits macht man als Kioskbesitzer keinen Gewinn, wenn man auf den Verkauf von Alkohol verzichtet. Es gibt aber Ausnahmen: "wenn total betrunkene Leute in meinen Laden kommen, schmeiße ich die raus und sage ihnen, sie sollen lieber morgen und nüchtern wiederkommen".

Nicht alle Kioskbesitzer sind gegen ein Alkoholverbot

Scharik Qopat ist Betreiber des "City Kiosks" an der Reinoldikirche. Der 57-Jährige lebt seit 23 Jahren in Dortmund und findet, dass es im Laufe der Jahre immer dreckiger geworden ist. "Würde man hier ein Alkoholverbot aussprechen, wäre es vielleicht wieder sauberer - mit weniger Randale und weniger Scherben auf den Straßen".

Scharik stört aber auch, dass viele Leute auf öffentlichen Plätzen Alkohol trinken. "Wir haben hier genug Kneipen und Discos, in denen die Leute ihr Bier trinken können". Obwohl er viel Alkohol verkauft, glaubt er nicht, dass ein Verbot das Geschäft negativ beeinflussen würde. Gekauft wird das Bier ja trotzdem: "Es trinken ja nicht alle Alkohol auf der Straße. Viele nehmen die Getränke auch mit nach Hause und trinken da".