Wiederherstellung nach Tagesbruch

Riesiges Loch in der Emscherallee: Darum sind die Bauarbeiten in Dortmund noch lange nicht beendet

Baustelle nach einem Tagesbruch an der Emscherallee in Dortmund.
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Baustelle nach einem Tagesbruch an der Emscherallee in Dortmund.

Im Herbst 2018 tat sich an der Emscherallee in Dortmund plötzlich der Erdboden auf. Doch die Bauarbeiten rund um den Tagesbruch laufen noch immer.

  • Im Oktober 2018 sackte der Boden an der Emscherallee in Dortmund auf einer Länge von rund 20 Metern ab.
  • Auch nach weit mehr als einem Jahr laufen die Wiederherstellungsarbeiten rund um den Tagesbruch noch immer.
  • Die Erneuerung zerstörter Abwasserkanäle rund um das Loch an der Emscherallee könnte noch Monate dauern. 

Dortmund - Kurz nachdem der Erdboden an der Emscherallee abgesackt war, hatten sich noch Schaulustige um den gigantischen, spektakulären Riss in der Straße versammelt. Jetzt - nach nunmehr fast zwei Jahren - ist das riesige Loch auf der Emscherallee für Anwohner und Autofahrer kaum noch wegzudenken. Und tatsächlich wird es auch noch eine ganze Weile bleiben, wo es ist. Denn die Bauarbeiten an der Emscherallee in Dortmund sind noch lange nicht abgeschlossen (mehr Nachrichten aus Dortmund auf RUHR24.de).

Stadt

Dortmund

Straße

Emscherallee

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Huckarde

Baumaßnahme

Kanalarbeiten nach Tagesbruch

Emscherallee in Dortmund: Bauarbeiten nach Tagesbruch dauern an

"Umfangreiche Tiefbauarbeiten" würden es werden - das war den Zuständigen der Stadt Dortmund bereits kurz nach Beginn der Bauarbeiten an dem Tagesbruch auf der Emscherallee klar. Doch zunächst war noch die Rede von Monaten, vielleicht einem Jahr, die die Emscherallee aufgrund der Bauarbeiten gesperrt bleiben würde.

Inzwischen ist klar, in einem Jahr, auch nicht in zweien, sind die Wiederherstellungsarbeiten rund um den Tagesbruch nicht zu schaffen. Zu viele Kanäle und Schächte wurden infolge des Absackens der Straße zerstört und müssen erneuert werden.

Tagesbruch an Emscherallee: Was in Dortmund geschah

Doch was war überhaupt auf der Emscherallee geschehen? Schon früh konnten Experten Bergbauschäden ausschließen. Bald darauf war klar: In rund neun Metern Tiefe waren - aus zunächst ungeklärten Gründen - Grundwasser und Bodenteile in einen Kanal eingedrungen. 

So kam es zum Absacken der Straßenoberfläche. Noch im selben Jahr stellte Dr. Christian Falk, Technischer Betriebsleiter der Stadtentwässerung Dortmund, die Vermutung an, dass möglicherweise das Grundwasser infolge des sehr trockenen Sommers 2018 derart stark abgesunken war, dass sich der Boden zu setzen begann, wonach es zu Brüchen an der Oberfläche kam.

Baumaßnahmen an Emscherallee in Dortmund: Erste Phase abgeschlossen

Das Ergebnis der Vorgänge im Untergrund konnte 2018 jeder sehen: Ein riesiges Loch in der Straße. Zügig begann das Tiefbauamt Dortmund mit ersten Bau- und Sicherungsmaßnahmen. Alle weiteren Wiederherstellungsarbeiten teilte das Tiefbauamt dann in mehrere Phasen - so umfangreich sind die Arbeiten. 

Die erste Phase konnte bereits abgeschlossen werden. In dieser wurde die zentrale großformatige Baugrube zur Erneuerung der Schachtbauwerke geschaffen. Und auch die Wiederherstellung des Schachts an der zentralen Baugrube ist weitgehend abgeschlossen. Die Gesamtkosten für die erste Phase betragen laut der Stadt Dortmund rund 7 Millionen Euro.

Bäume und Schilder versanken auf der Emscherallee in dem Tagesbruch.

Doch nun geht es darum, die Verbindungsstrecken der Abwasserkanäle zwischen diesem und benachbarten Schächten, die sogenannten "Haltungen", zu überprüfen und gegebenenfalls zu erneuern. Denn als die Erde an der Emscherallee absackte, wurden nicht nur Kanäle beschädigt, die direkt unter der abgesackten Straße lagen, sondern auch jene im weiteren Umfeld. 

Emscherallee in Dortmund: Viele Kanäle wurden zerstört 

Viel Arbeit, denn es muss auf 40 Metern in die eine und 60 Metern in die andere Richtung geprüft werden, ob Kanäle zerstört wurden. Um die Haltungen vernünftig auf Schäden begutachten zu können, musste jedoch zunächst das verpresste Material entfernt werden, das kurz nach Auftreten des Tagesbruches verfüllt wurde, um das Loch zu stabilisieren und weitere Gefahren abzuwehren - 300 Kubikmeter Zement wurden damals in das Erdreich gepresst, um Hohlräume auszufüllen und den Boden zu verdichten.

Die Ergebnisse der Inspektion offenbarten bisher viel Gutes, allerdings auch viel Zerstörung. So ist inzwischen klar, dass die nach Westen verlaufende Haltung nur geringe Schäden aufwies, die bereits behoben werden konnten. Im Westen ist die Sanierung nach Angaben der Stadt Dortmund bereits abgeschlossen. Die nach Süden verlaufende Haltung ist sogar völlig ohne Schäden davongekommen.

Zerstörung gen Osten: Baustelle an der Emscherallee bis ins nächste Jahr

Anders sieht es jedoch bei den Schächten und Kanälen aus, die vom Tagesbruch aus in Richtung Osten verlaufen: Sie weisen umfangreiche Schäden auf und müssen erneuert werden. In der zweiten Phase der Wiederherstellung werden nun also die ostwärts gelegenen Kanäle saniert - und diese Phase könnte bis weit ins Jahr 2021 hinein andauern. 

Abhängig von den Witterungsverhältnissen im kommenden Winter rechnen die Planer derzeit damit, dass die zweite Phase der Baumaßnahmen etwa im Mai 2021 beendet sein könnte. Voraussichtliche Kosten: rund fünf Millionen Euro. 

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