Saison der Raupe beginnt bald

Stadt Dortmund sagt Eichenprozessionsspinner den Kampf an - mit neuer Strategie

Die Stadt Dortmund hat ein neues Konzept gegen den Eichenprozessionsspinner. 
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Die Stadt Dortmund hat ein neues Konzept gegen den Eichenprozessionsspinner. 

Im letzten Jahr wurde Dortmund von den Eichenprozessionsspinnern überrascht. Mit einem neuen Konzept gegen die Raupen, sei die Stadt nun gut gewappnet.

  • Stadt Dortmund stellt neues Konzept gegen Eichenprozessionsspinner vor.
  • Neue und alte Methoden im Kampf gegen die Ausbreitung.
  • Doch auch in diesem Jahr ist mit etlichen Raupen zu rechnen.

Dortmund - 2019 war das Jahr des Eichenprozessionsspinners. Auch in Dortmund hatte man mit den fiesen Raupen zu kämpfen. Etliche Eichen in der ganzen Stadt waren von den kleinen Tierchen befallen. An Schulen, Spielplätzen oder privaten Grundstücken war er vorzufinden. Der Dortmunder Fredenbaumpark wurde wegen etlicher betroffener Bäume sogar für eine ganze Zeit komplett gesperrt.

Stadt Dortmund: Gut gewappnet gegen den Eichenprozessionsspinner

Grund dafür ist, dass die kleinen Tierchen für Menschen nicht ganz ungefährlich sind und teils heftige Reaktionen hervorrufen. Das Land NRW hat schon vor einigen Tagen erklärt, wie man gegen den Eichenprozessionsspinner vorgehen will, nun kündigt auch die Stadt Dortmund ihre neue Strategie im Kampf gegen die Raupe an.

Nachdem man von dem Eichenprozessionsspinner in Dortmund im letzten Jahr quasi überrascht wurde, möchte man ihm nun rechtzeitig begegnen und gut aufgestellt sein. Federführend ist dabei das Grünflächenamt der Stadt Dortmund. Um sich bestens zu wappnen, stellt man sich dabei sogar auf einen noch stärkeren Befall als im vergangenen Jahr ein. Ob dies wirklich eintreffen wird, bleibt abzuwarten.

Dortmund: Mit Kohlmeisen gegen den Eichenprozessionsspinner

Rechtzeitig zum Beginn der Prozessionsspinner-Saison von April bis August werden an Orten mit betroffenen Eichen einheitliche Warnschilder aufgestellt. Sämtliche Informationen zum Eichenprozessionsspinner werden auf einer eigenen Homepage gebündelt. Und auch die Meldung von neuen Nestern soll für Bürger vereinfacht werden. Sie läuft künftig zentral über eine Telefon-Hotline und E-Mail-Adresse (raupenmelder@dortmund.de).

Im tatsächlichen Kampf gegen die Raupen begegnet man ihnen unter anderem mit ihren natürlichen Fressfeinden: den Kohlmeisen. Für diese sollen an verschiedenen Orten Nistkäste n aufgehangen werden. Im Fall des massenhaften Auftretens der Prozessionsspinner werde sich die Wirkung der Vögel wohl in Grenzen halten, doch dann bleibe zumindest der positive Effekt für die heimische Vogelwelt.

Dortmund testet neue Methoden gegen die Raupen

Gleichzeitig testet die Stadt neue präventive Methoden, die zum Sieg über den Eichenprozessionsspinner führen sollen. In verschiedenen Anlagen, etwa dem Fredenbaumpark, dem Volksgarten Mengede, dem Friedhof Wischlingen und Hohenbuschei kommen erstmals Lebendfallen zum Einsatz. Diese werden an den Baumstämmen befestigt und fangen die Raupen in ihren unterschiedlichen Stadien. Ein Beispiel ist dabei etwa ein Kunststoffring, durch den die Raupen in einem Kunststoffsack gesammelt werden.

Wie auch schon im letzten Jahr werden die Eichenprozessionsspinner, gegen die mit Waffen in NRW gekämpft wird, aber vor allem durch das Absaugen von speziell geschulten Personal beseitigt. Im letzten Jahr gab es dafür jedoch deutlich zu wenig Personal, dass den Massen an Raupen nicht hinterher kam. Um dies in diesem Jahr zu verhindern, wurde das Personal mehr als verdoppelt. Insgesamt stehen acht Teams zur Beseitigung zur Verfügung. Zusätzlich sollen auch noch externe Firmen beauftragt werden.

Die Gefahren des Eichenprozessionsspinners

Die Stadt erinnert jedoch, dass sie nur auf ihren eigenen Flächen eingreifen kann. Auf privaten Grundstücken sind die Besitzer in der Pflicht selbst gegen den Prozessionsspinner vorzugehen. Dies betrifft nicht nur die Flächen von Privatpersonen, sondern auch die der Deutschen Bahn oder etwa von Straßen.NRW.

Ein konsequentes Vorgehen gegen die Eichenprozessionsspinner ist wichtig, da diese nicht ganz ungefährlich sind. Die Raupen entwickeln kleine Härchen, auch als Brennhaare bezeichnet, die das Nesselgift Thaumetopein beinhalten. Durch kleine Widerhaken setzen sich die Haare leicht an Kleidung, Schuhen, aber auch der Haut fest. Durch den Kontakt entwickeln sich auf der Haut Knötchen oder kleinere Entzündungen und zudem ein Juckreiz.

Video: Eichenprozessionsspinner: Gefahr für Menschen

Wenn die Härchen gar in die Atemwege eindringen, kann es zu einer Bronchitis oder Asthma kommen. Auch Schwindel, Fieber, Müdigkeit und Bindehautentzündungen sind bei dem Kontakt mit den Brennhaaren des Prozessionsspinners nicht selten. Bei besonders empfindlichen Personen können sie sogar eine Schockreaktion hervorrufen. Es gilt also: Von den Raupen fernhalten und sie beseitigen.  

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