Hilfe gegen Raupen

Dortmund kämpft gegen Eichenprozessionsspinner: Bürger haben Spezialaufgabe

Die Larven des sogenannten Eichenprozessionsspinners haben sich längst in Deutschland breit gemacht. In Dortmund setzt man auf die Hilfe der Einwohner.

Dortmund – Sie sind klein, haarig und gefährlich: Es geht um die Larven des Eichenprozessionsspinners (EPS). Die Raupen befallen ausschließlich Eichen. In Dortmund haben die ersten EPS das dritte Larvenstadium erreicht. Oft werden die unliebsamen Tiere erst dann entdeckt. In diesem Stadium sind sie besonders gefährlich, weil sie die langen Brennhaare ausbilden. Diese können neben der Haut auch Augen oder Atemwege reizen, wie die Stadt Dortmund in einer Mitteilung schreibt.

ArtEichenprozessionsspinner
FamilieZahnspinner
OrdnungSchmetterlinge (Nachtfalter)

Stadt Dortmund saugt Raubennester weg – es könnten deshalb weniger sein

Seit Jahren saugen die Städte im Ruhrgebiet den EPS mit speziellem Gerät weg. Die Mühe scheint mittlerweile Früchte zu tragen. Die Stadt Dortmund rechnet nämlich damit, dass es in diesem Jahr deutlich weniger Raupen sind.

„Das Absaugen der Raupen und ihrer Nester ist inzwischen für unsere Fachbereiche zur Routine geworden“, sagt Arnulf Rybicki, Dortmunds Dezernent für Bauen und Infrastruktur. „Die Abläufe sind klar und auch für einen großen Befall sind wir durch die Verträge mit unseren externen Partnerfirmen gut gerüstet, sollten die eigenen Kolonnen nicht ausreichen.“

Eichenprozessionsspinner in Dortmund: Bürger sollen Raupen melden

Damit die Raupen weiter konsequent entfernt werden können, bittet die Stadt Dortmund um die Mithilfe der Bürger. Dortmunderinnen und Dortmunder sollten, wenn sie EPS-Raupen sehen, den Verdachtspunkt bei der Stadt melden. Dafür kommen besonders Flächen an KiTas und Schulen, aber auch öffentliche Areale in Frage.

Oberstes Ziel sei es, Parks und Spielplätze möglichst nicht sperren zu müssen, damit sich die Menschen in Dortmund von den Auswirkungen der Corona-Pandemie erholen können (mehr News aus Dortmund bei RUHR24).

Achtung, Verwechslungsgefahr: So erkennt man den Eichenprozessionsspinner

Die Stadt Dortmund betont, dass der EPS wirtsspezifisch ist und deshalb nur auf Eichen vorkommt. Alle anderen Raupen, auf anderen Pflanzen sind in der Regel ungefährlich und müssen nicht gemeldet werden. Am häufigsten würden die Raupen der Gespinstmotte für den Eichenprozessionsspinner gehalten werden. Diese sind allerdings für Mensch und Baum ungefährlich. Der Eichenprozessionsspinner dagegen schadet neben dem Menschen auch der Pflanze, in dem er Blätter frisst und einspinnt.

Raupen des Eichenprozessionsspinners haben sich im letzten Jahr auch im Westfalenpark in Dortmund eingenistet.

Erste Nachweise des Eichenprozessionsspinners in Deutschland gab es schon im 19. Jahrhundert. Allerdings gibt es in den letzten Jahren eine Art Massenvermehrung. Grund dafür ist auch der Klimawandel. Fressfeinde der Raupe wie Singvögel werden immer weniger. Die Wohlfühltemperatur der Nachtfalterraupen ist dafür, durch milde Temperaturen bereits im Frühjahr, immer öfter und schneller gegeben. In Dortmund werden die Raupen abgesaugt oder mit speziellen Wasser-Kanonen bekämpft.

Rubriklistenbild: © Soeren Stache/dpa/Archivbild

Mehr zum Thema