Vermittlung von Jobs

Dortmund: Korruption bei der EDG? Jetzt äußert sich OB Westphal

Thomas westphal (SPD) äußert sich zu Korruptionsvorwürfen bei der EDG
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Korruptionsvorwürfe bei der EDG in Dortmund: Der Betriebsratschef soll Geld von Bewerbern genommen haben.

Korruption bei der Dortmunder EDG? Jetzt äußert sich Oberbürgermeister Thomas Westphal (SPD).

Dortmund – Die Entsorgung Dortmund GmbH (EDG) wurde am Wochenende von Korruptionsvorwürfen erschüttert. Der Verbundsbetriebsrats-Chef soll von Bewerbern und Bewerberinnen tausende Euro für eine erfolgreiche Job-Vermittlung im Unternehmen kassiert haben. Am Donnerstag (17. Februar) wurde der Verdächtige festgenommen.

UnternehmenEntsorgung Dortmund GmbH (EDG)
Mitarbeiter1.350
TätigkeitsbereichStadtbildpflege

EDG-Betriebsratchef soll Geld von Job-Bewerbern in Dortmund genommen haben

Mit rund 1.350 Beschäftigten gehört die Dortmunder EDG zu den größten Arbeitgebern der Stadt. Stellen für Arbeitgeber gibt es in den Bereichen Abfallentsorgung, Straßen­reinigung, Winterdienst und Grünpflege sowie in der Abfallwirtschaft. Doch die Jobs sind begehrt – nicht zuletzt wegen ihrer guten Bezahlung nach Tarif. Deswegen ist es wenig verwunderlich, dass nicht jeder Job-Bewerber eine Anstellung bekommt.

Und dabei kommt der Verbundsbetriebsrats-Chef ins Spiel: Er soll Job-Anwärtern und Anwärterinnen im Vorfeld bei ihrer Bewerbung geholfen und sie sogar auf das Vorstellungsgespräch vorbereitet haben. Anschließend habe er durch seine Stellung als Chef des Verbundsbetriebsrates dafür gesorgt, dass die Jobsuchenden fest eingestellt werden.

Dortmund: EDG-Betriebsratchef auf frischer Tat in der Nordstadt ertappt

Bei erfolgreicher Vermittlung seien immense Summen von den Bewerbern an den Verdächtigen gezahlt worden: zwischen 3000 und 5000 Euro. Das bestätigte der Dortmunder Staatsanwalt Henner Kruse den Ruhr Nachrichten (Bezahlinhalt).

Bereits am Donnerstag (17. Februar) sei der Mann bei einer Geldübergabe in einer Pizzeria in der Dortmunder Nordstadt auf frischer Tat ertappt und festgenommen worden. Die Polizei soll im Anschluss die Wohnung und den Arbeitsplatz des Verdächtigen untersucht haben. Inzwischen würde er sich zwar wieder auf freiem Fuß befinden, die Ermittlungen würden laut Staatsanwalt Kruse aber weiter laufen.

Korruption bei der EDG? Sprecher des Unternehmens will sich nicht äußern

EDG-Pressesprecher Matthias Kienitz wollte sich am vergangenen Freitag (18. Februar) gegenüber den Ruhr Nachrichten nicht zu den Korruptionsvorwürfen äußern. Er verwies bei der Anfrage auf das laufende Ermittlungsverfahren. Bis zum Abschluss dessen gelte die Unschuldsvermutung.

Doch schon jetzt zieht sich der Fall hoch bis in die Dortmunder Politik: Zum einen, weil die EDG eine Tochter-Firma der Stadt ist und zum anderen, weil der verdächtige Betriebsratschef seit einem Jahr der lokalen SPD angehört und im Dortmunder Integrationsrat sitzt (mehr Nachrichten aus Dortmund bei RUHR24).

Dortmund: Nach Festnahme bei der EDG – OB äußert sich zu Korruptionsvorwürfen

Oberbürgermeister Thomas Westphal (ebenfalls SPD) äußerte sich am Montag (20. Februar) zu dem Vorfall und verweist auf die Schwierigkeiten der laufenden Ermittlungen. In einer aktuellen Mitteilung der Stadt Dortmund wird der Politiker wie folgt zitiert:

Dortmunds Oberbürgermeister Thomas Westphal (SPD) hat sich zu den Korruptionsvorwürfen bei der EDG geäußert.

„Wir brauchen jetzt maximale Aufklärung aller Sachverhalte rund um diese schwerwiegenden Vorwürfe. Wir werden als Eigentümer der EDG das Verfahren der Staatsanwaltschaft daher mit einer neutralen Compliance-Untersuchung im Unternehmen begleiten. Alle Vorwürfe müssen vorbehaltlos und rückstandsfrei aufgeklärt werden. Wir müssen alle, die in der EDG einen hervorragenden Job machen, und auch das gesamte Unternehmen vor weiteren Schäden schützen. Dies geht nur mit klarer, maximaler Transparenz.“

Korruptionsvorwürfe bei der EDG: Unternehmen bezieht Stellung zu aktuellen Ermittlungen

Auch die EDG hat bereits Stellung zu den Korruptionsvorwürfen und den damit einhergehenden Ermittlungen bezogen. Am Montagmittag (20. Februar) ließ das Unternehmen verlauten, dass es die „offene und konstruktive Zusammenarbeit der eigenen Geschäftsführung mit den Ermittlungsbehörden“ zwecks schneller Aufklärung des Vorfalls begrüße.

Sobald genaue Ermittlungsergebnisse vorliegen, werde die EDG laut eigener Stellungnahme „die notwendigen personellen und organisatorischen Konsequenzen aus diesem Vorfall ziehen“.

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