Polizei legt Verkehrsbericht vor

Erschreckendes Ergebnis: Verstöße mit E-Scootern und von Rasern in Dortmund schwindelerregend hoch

Die E-Scooter machen in Dortmund Probleme.
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Die E-Scooter machen in Dortmund Probleme.

In Dortmund haben sich seit dem Sommer 2019 E-Scooter breit gemacht. Doch das neue Verkehrsmittel sorgt für Probleme - und viele Verstöße.

  • Zahlreiche E-Scooter prägen seit Juli 2019 das Stadtbild von Dortmund.
  • Die Nutzung der Elektroroller hat in den vergangenen Monaten für Probleme im Verkehr gesorgt.
  • Auch die Raserszene ist weiterhin ein schwieriges Thema - doch die Polizei vermeldet auch Positives.

Dortmund - In Dortmund fallen sie leider oft auf, weil sie nach dem Gebrauch irgendwo auf einer Wiese oder rücksichtslos auf einem Gehweg abgelegt werden. Die Rede ist von E-Scootern, die in vielen Bereichen der Innenstadt seit Sommer 2019 gefahren werden dürfen. Der Umgang mit den Rollern sorgt allerdings immer wieder für Probleme.

Polizei veröffentlicht Verkehrsbericht 2019: 783 Verstöße mit E-Scootern

In ihrem Verkehrsbericht 2019 (Stand 25. Februar 2020) hat die Polizei Dortmund nun deutlich auf die Schwierigkeiten mit den E-Scootern hingewiesen. Laut den Angaben der Polizei kam es, seitdem die Elektroroller auf den Dortmunder Straßen zugelassen sind, zu insgesamt 783 Verstößen oder Straftaten bei der Nutzung der neuen Fortbewegungsmittel.

"Zu viele E-Scooter-Fahrende verhalten sich verkehrswidrig und rücksichtslos", heißt es vonseiten der Polizei. Folgende Verstöße haben die Beamten seit Juli 2019 registriert:

  • Nutzung der E-Scooter mit mehreren Personen
  • Nutzung verbotener Verkehrsflächen
  • Fahren ohne gültige Versicherung bzw. Kraftfahrzeugsteuer
  • Fahren unter dem Einfluss von Alkohol und/oder berauschenden Mitteln

Problem in Dortmund: Nutzer der E-Scooter fahren betrunken und unter Drogeneinfluss

Eines der Hauptprobleme mit den elektrisch betriebenen Rollern sei vor allem der letzte Punkt. Viele fahren mit den E-Scootern durch Dortmund, obwohl sie vorher Alkohol oder andere Drogen zu sich genommen haben. Als Beispiel nennt die Polizei ein Wochenende im September 2019. Hier stellten Polizeikräfte im Innenstadtbereich 14 Personen fest, die betrunken E-Scooter fuhren. In weiteren acht Fällen wurden Personen zu zweit auf einem E-Scooter angetroffen - auch das ist verboten.

Über die Regeln und Verbote im Umgang mit den Rollern scheinen viele Nutzer jedoch keinerlei oder nur wenig Kenntnisse zu haben. Die Fahrer würden sich außerdem "wenig Gedanken um geltende Verkehrsregeln machen", erklärt die Dortmunder Polizei.

Verkehr in Dortmund: Polizei bekämpft die Raserszene

Neben den zahlreichen Verstößen kam es in Dortmund seit Juli 2019 auch zu Unfällen mit E-Scootern. Bei insgesamt 21 Unfällen wurden 13 Personen leicht verletzt, zwei Personen erlitten sogar schwere Verletzungen. Laut Angaben der Polizei könne man von Glück regen, dass kein Mensch bei einem Unfall mit den Rollern getötet wurde. Bei einem Unfall mit einem E-Scooter wurde eine Frau in der Innenstadt von Dortmund verletzt. Die Ausrede des Roller-Fahrers verblüfft.

Video: Streit um E-Scooter: Fahrer zu unsicher und rücksichtslos

Aber nicht nur die Probleme mit den E-Rollern beschäftigt die Polizei in Dortmund, auch die Bekämpfung der Raserszene war 2019 ein großes Thema. Vor allem die Zahlen im Bereich der Dortmunder Innenstadt sind schwindelerregend hoch. Bei insgesamt zehn Großkontrollen stellte die Polizei über 1.000 Geschwindigkeitsverstöße fest. Hinzu kommen:

  • 218 technische Verstöße
  • 853 sonstige Verstöße

Polizei Dortmund: Unfälle erreichen Höchststand - Zahl der Verunglückten geht zurück

Im Rahmen der großen Kontrollen konnten sie Polizisten außerdem sechs illegale Autorennen stoppen. Wie gefährlich diese Rennen sind, zeigen die Unfälle, in denen sie immer wieder enden. Ein Beispiel aus 2019: Eine 23-jährige Sauerländerin lieferte sich mit einem anderen Auto ein Rennen auf dem Wall. Hierbei kam es zum Zusammenstoß mit einem unbeteiligten Fahrzeug - drei Personen wurden verletzt.

Doch es gibt auch erfreuliches zu vermelden: Insgesamt ging die Zahl der Verunglückten nach einem Unfall im Jahr 2019 im Vergleich zu 2018 zurück. Obwohl es im Dortmunder Stadtgebiet zu fast 25.000 (24.980) Verkehrsunfällen kam - dies stellt den höchsten Wert der letzten zehn Jahre dar - sind weniger Menschen verunglückt.

Unfälle in Dortmund: Zwei Menschen sterben in 2019

Insgesamt ereigneten sich 1.776 (-2,7 Prozent) Verkehrsunfälle mit Personenschaden, bei denen 257 (-6,5 Prozent) Personen schwer und 1.956 (-3,0 Prozent) leicht verletzt wurden. 

Auf Dortmunds Straßen kamen 2019 zwei Menschen nach Verkehrsunfällen ums Leben. Bei den Getöteten handelte es sich in einem Fall um eine Autofahrerin. Einmal war eine Fußgängerin betroffen. Im Jahr 2018 gab es fünf Tote.

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