App hat einen Haken

Dortmund: Neue E-Scooter von „Voi“ verhindern Suff-Fahrten

E-Scooter gehören mittlerweile zum Stadtbild in Deutschland. Dem einen liegen die Roller im Weg, dem anderen sind sie eine gute Auto-Alternative.

Dortmund – Der schwedische E-Scooter Hersteller „Voi“ verleiht seit Freitag (20. Mai) seine Roller in Dortmund. Die Scooter sind praktisch, stellen aber auch ein Unfallrisiko dar. Viele Menschen nutzen sie als Auto-Alternative, auch wenn der Alkoholpegel schon besorgniserregend hoch ist. Das führt zu vielen Unfällen, auch im Ruhrgebiet. „Voi“ will das verhindern.

UnternehmenE-Scooter-Anbieter Voi
FirmensitzSchweden
Gegründet2018

Dortmund: Elektro-Scooter-Hersteller „Voi“ setzt auf Alkoholtest in der App

Wer in Deutschland betrunken E-Scooter fährt, muss mit einem Strafgeld von bis zu 2.000 Euro rechnen. Es ist also verboten, trotzdem tun es viele Menschen und verursachen damit Unfälle. Eine Statistik vom Brüssler Krankenhaus Saint-Pierre hat ernüchternde Zahlen (mehr News aus Dortmund bei RUHR24).

Demnach war 2019 mehr als jeder dritte ins Krankenhaus eingelieferte E-Scooter-Fahrer betrunken. Um sich diesem Negativ-Trend entgegenzustellen, hat der Scooter-Hersteller „Voi“ jetzt eine besondere App entwickelt, mit der die Fahrtüchtigkeit der Rollerfahrer geprüft werden soll.

Es handelt sich dabei um einen Reaktionstest, bei dem die „Spieler“ Helme auf ihrem Handy anklicken müssen, die in unterschiedlicher Reihenfolge erscheinen. Bei einer bestimmten Punktzahl gilt der Test als bestanden und der Scooterfahrt steht nichts mehr im Wege.

E-Scooter stehen nebeneinander.

Helme antippen, um Unfälle mit E-Scooter zu verhindern? „Voi“ setzt auf Testphase

Das Problem bei den Plänen des E-Scooter-Anbieters: Der Test ist auf freiwilliger Basis angesetzt. Wer nicht besteht, bekommt nur eine Warnung angezeigt. Das bedeutet, jeder übernimmt immer noch selbst die Verantwortung dafür, mit wie viel Promille er sich auf das Rollbrett schwingt. Das Unternehmen erhofft sich allerdings, dass Kunden so zweimal darüber nachdenken, ob sie für eine E-Scooter-Fahrt bereits zu viel getrunken haben.

Der Helmtest von „Voi“ kommt nach einer Testphase in Großbritannien, Norwegen, Finnland, Dänemark und der Schweiz jetzt auch in Deutschland zum Einsatz. Damit soll er laut einer Mitteilung von „Voi“ auch in Ruhrgebiets-Städten wie Dortmund verfügbar sein. Künftig sind zudem Sicherheitstrainings geplant.

Die Stadt Dortmund stellt sich außerdem gegen ein anderes E-Scooter-Problem: Häufig liegen die Roller auf Gehwegen oder stören in Fußgängerzonen. Dortmund plant deshalb, das Free-Floating-System auszusetzen und stattdessen feste Parkflächen einzurichten.

Rubriklistenbild: © Daniel Bockwoldt/dpa/Symbolbild

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