Internet-Phänomen

Dortmund nur der Anfang: „Drachenlord“ löst wieder Polizeieinsatz aus

Erneut beschäftigt der Youtuber „Drachenlord“ die Polizei. In einem Video kündigt er seinen Umzug an.

Nürnberg – Der 32-jähriger Rainer W., der sich auf YouTube als „Drachenlord“ bezeichnet, hat in den vergangenen Jahren immer wieder für Schlagzeilen gesorgt. Aus seinem bescheidenen Elternhaus in einem Dorf in Mittelfranken ist er via Internet zum wohl meistgehassten YouTube-Star der Republik geworden.

ThemaDrachenlord
OrtNürnberg und Dortmund
InformationMöglicher Umzug

Drachenlord in Dortmund gesichtet: Zieht es jetzt den Youtuber dauerhaft nach NRW?

Die negativen Reaktionen auf seine Videos rückten immer wieder ins Rampenlicht. Nachdem der „Drachenlord“ seine private Adresse im Internet preisgegeben hatte, pilgerte eine wachsende Fraktion der Gegner nach Allersberg. Die Aufeinandertreffen eskalieren. Mehrmals. Auch in Dortmund sorgte er für einen Polizeieinsatz.

Dem „Drachenlord“ wird von der Staatsanwaltschaft unter anderem vorgeworfen, einen Backstein auf einen der ungebetenen Gäste geworfen zu haben. Zuletzt attackierte er einen Anwalt aus dem Ruhrgebiet. Wegen gefährlicher Körperverletzung und weiterer Straftaten wurde der YouTuber im Oktober zu zwei Jahren Haft verurteilt. Die Strafe wurde angefochten.

Ende März fiel das endgültige Urteil: Der YouTuber muss nicht ins Gefängnis, ein Jahr auf Bewährung steht in dem relativ milden Urteil.

YouTuber „Drachenlord“: Gegner provozieren Großeinsatz in Nürnberg

Seitdem scheint der YouTuber offenbar in verschiedenen Hotels unterzukommen, vor allem in Nürnberg und im Bereich Dortmund. In einem Video von Sonntag (8. Mai) erklärt er, dass schon mehrere Hotels wegen Aktionen seiner Gegner in Schwierigkeiten geraten wären. Beispielsweise das Kolpinghaus bei Werne.

„Diese Leute zerstören das Leben von Menschen“, sagt er. „Nicht nur meins, sondern auch die Leben der Hotelbesitzer, beziehungsweise der Mitarbeiter.“

Der Youtuber „Drachenlord“ wurde in Werne bei Dortmund gesichtet.

Dabei geht er auf drei Hotels ein, in denen er zuletzt genächtigt hatte und es offenbar zu Problemen mit seinen Gegnern kam. Das Excelsior Hotel, das Motel One und das Ibis Hotel, alles Hotels in Nürnberg. Bei der Motel One Gruppe sei er bereits auf der „schwarzen Liste“, berichtet Merkur.de.

Die letzten Nächte verbrachte der „Drachenlord“ laut eigener Angaben im Ibis Hotel. Dorthin rückte die Polizei am Donnerstagabend zu einem Großeinsatz aus. Gegen 19 Uhr soll es „zu einer Bedrohung gekommen sein“, erklärt ein Polizeisprecher nordbayern.de. Auch das Unterstützungskommando (USK) sei deshalb ausgerückt.

„Das betreffende Zimmer war aber leer.“ Der Notruf habe sich als mutwillige Falschalarmierung herausgestellt, heißt es im Bericht. Wer den Anruf getätigt hat, ist nach wie vor unklar. Einer von Drachenlords „Hatern“?

YouTuber „Drachenlord“ kündigt an, das Land zu verlassen

Nach dem Vorfall im Ibis Hotel, wurde der YouTuber gebeten, sein Zimmer zu verlassen. „Zum Wohle unserer übrigen Gäste“ habe man eingreifen müssen, zudem sei es zu „starken Beeinträchtigung“ des Hotelbetriebs gekommen, erklärte das Hotel nordbayern.de auf Anfrage.

Der YouTuber spricht in dem Video von „tausenden von Pizzen“, die auf seinem Namen zu den Hotels bestellt werden, die dann aber niemand bezahlt. Der Polizeisprecher bestätigt Lieferungen von Pizzen während des Einsatzes am Donnerstag. Das sei laut „Drachenlord“ die Masche seiner Gegner: Essen, Taxi oder andere Dienstleistungen auf seinen Namen zu bestellen, ohne zu bezahlen. Er könne die Aktionen seiner Kritiker nicht nachvollziehen.

Vor einigen Monaten war der YouTuber aus seinem Haus in Altschauerberg ausgezogen. Kurze Zeit später wurde das Haus abgerissen. Seitdem sei er nirgendwo mehr „richtig“ eingezogen. „Ich plane einen Umzug in ein anderes Land“, verrät er in seinem neuesten Video. Ob ihm seine Gegner auch ins Ausland folgen würden, bleibt zu bezweifeln.

Rubriklistenbild: © Wilfried Wirth/Imago; Stringer/dpa; Collage: RUHR24

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