Polizei rückt Neonazis in Dortmund weiter auf die Pelle: Videoüberwachung in Dorstfeld rückt näher

Das fertige Graffiti in der Emscherstraße in Dortmund-Dorstfeld. Foto: RUHR24
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Das fertige Graffiti in der Emscherstraße in Dortmund-Dorstfeld. Foto: RUHR24

Dortmund/NRW - Die Polizei rückt den Neonazis in Dortmund immer weiter auf die Pelle. Die Videoüberwachung in Dorstfeld rückt offenbar immer näher. Hier mehr lesen!

Die Videoüberwachung in Dortmund-Dorstfeld rückt immer näher. Damit will die Polizei den Neonazis in manchen Straßen so richtig auf die Pelle rücken.

  • Rechtlich betrachtet sieht die Polizei sich in Sachen Videoüberwachung in Dorstfeld auf der sicheren Seite.
  • In Dortmund gibt es bislang nur auf der Brückstraße die Überwachung durch Kameras.
  • Auch in der Nordstadt gibt es Pläne dafür.

Videoüberwachung in Dortmund-Dorstfeld rückt näher

Seitdem die Polizei in Zusammenarbeit mit der Stadt eine Wand mit dem Slogan "Nazi-Kiez" übersprühen ließ, sind die Neonazis in Dortmund-Dorstfeld in Aufregung. Jüngst kündigten sie an, jeden Montag bis Weihnachten demonstrieren zu wollen - und zwar in der Nordstadt.

Geht es nach den Plänen der Polizei, könnte diese Unruhe im selbsternannten "Nazi-Kiez" so weitergehen. Denn eine Videoüberwachung in Dorstfeld rückt scheinbar immer näher. Erstmals im März dieses Jahres ging die Polizei mit den Plänen an die Öffentlichkeit. Jetzt werden sie konkreter.

Wie Polizeipräsident Gregor Lange auf Anfrage von RUHR24 am Donnerstag (26. September) bestätigte, forciert die Polizei die Videoüberwachung in Dorstfeld. Eine Arbeitsgruppe der Polizei bereite derzeit vor, wie sich das Vorhaben juristisch, technisch und räumlich umsetzen ließe.

Polizei Dortmund glaube an juristische Trümpfe

Was die juristischen Fragen betreffe, so lässt sich Lange in die Karten schauen, würden "alle Aspekte zu guten Antworten führen". Heißt: Vor Gericht scheint die Polizei die Trümpfe in der Hand zu haben. Schon 2020 könnte die Videoüberwachung laut den Plänen der Polizei in Dorstfeld kommen. Konkret geht es um den Bereich Emscher- und Thusneldastraße, wo einige Dortmunder Neonazis wohnen und Angst verbreiten.

Schon seit längerem gibt es ein Präsenzkonzept in Dorstfeld, die Polizei steht hier immer wieder an den Hot Spots wie dem Wilhelmplatz oder der Emscherstraße. Das wiederum, so Lange, habe dazu geführt, dass die Zahl der Kriminalfälle mit rechtem Hintergrund in Dorstfeld in den letzten Jahren gesunken sei.

Zentrale Köpfe der Neonazis stehen im Fokus der Ermittler

Im Fokus der Polizei stehen einige zentrale Köpfe der etwa 60 bis 80 Mann großen Szene, die immer wieder durch Verurteilungen Schlagzeilen machen. Im Falle eines Mehrfachtäters, der für zwei Jahre und drei Monate ins Gefängnis kam, führte die Festnahme sogar dazu, dass die Statistik der Kriminalfälle dadurch drastisch sank.

Seit 2015 ermittelt in Dortmund die Sonderkommission Rechts. In jenem Jahr gab es in Dortmund 441 Fälle politisch motivierter Straftaten von Rechts. Seitdem ist diese Zahl um 40 Prozent gesunken. Im Jahr 2018 verzeichnete die Dortmunder Polizei 264 Fälle.

Die Videoüberwachung in Dorstfeld wäre in Dortmund nicht neu. Seit Dezember 2016 hängen an der Brückstraße im Zentrum mehrere Kameras. Pläne für Videoüberwachung gibt es auch für die Münsterstraße in der Nordstadt - auch hier soll, wie in Dorstfeld, 2020 Startschuss sein.