Einsatz in Dorstfeld

Neonazis in Dortmund-Dorstfeld hissen Reichsflaggen: Polizei zieht Konsequenzen

Zahlreiche Reichsfahnen wehten am Mittwoch in Dortmund-Dorstfeld. Polizei und Stadt schritten ein.

Dortmund – Zahlreiche Reichsflaggen wurden am Mittwoch (20. April) an dem Neonazi-Haus an der Emscher- und Thusneldastraße in Dortmund-Dorstfeld aufgehängt. Stadt Dortmund und die Polizei reagierten konsequent und fuhren schweres Gerät auf.

Dortmund: Nazi-Beflaggung in Dorstfeld gehisst – Polizei zieht Konsequenzen

Anhänger der rechtsextremen Szene in Dortmund hatten anlässlich des 20. Aprils – der Geburtstag Adolf Hitlers – zahlreiche Reichsflaggen am Haus aufgehängt. Eine Streifenwagenbesatzung der Dortmunder Polizei hatte das am frühen Morgen festgestellt.

Doch die Flaggen wehten nicht lange: Eine größere Anzahl von Einsatzkräften der Polizei und Vertreter der Stadt Dortmund befreiten die Straße von den Symbolen der dunklen Vergangenheit Deutschlands. Von einem Hubwagen aus schnitten Polizeibeamtinnen und -beamte insgesamt 14 Reichskriegsflaggen ab und stellten diese sicher. Eine entsprechende Ordnungswidrigkeitenanzeige wurde gefertigt.

In Dortmund-Dorstfeld wehten zahlreiche Reichsfahnen am 20. April.

Dortmund: Rechtsextremisten hissen Reichsflaggen in Dorstfeld – Polizei schreitet ein

„Das Hissen der Reichsflaggen am 20. April hatte eine klare Botschaft: Das Verherrlichen von Adolf Hitler an dessen Geburtstag. Gemeinsam mit der Stadt Dortmund haben wir für den Rechtsstaat ein klares Signal dagegen und dieser Symbolik ein Ende gesetzt“, sagt Achim Stankowitz, leitender Polizeidirektor nach der Aktion.

Auch der Dortmunder Polizeipräsident Gregor Lange ist mit dem Einsatz von Stadt und Polizei mehr als zufrieden: „Die Glorifizierung von Adolf Hitler ist ein blanker Hohn für alle Opfer des Nationalsozialismus und des Holocausts. Der heutige Einsatz reiht sich ein in die klare Linie von Stadt und der Polizei Dortmund im Kampf gegen den Rechtsextremismus!“

Die Polizei sammelte am Mittwoch die Fahnen wieder ein.

Reichsfahnen hissen ist verboten: Fahnen werden als Ersatz für Hakenkreuz benutzt

Auch NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) äußerte sich zur Aktion in Dortmund-Dorstfeld: „Das Eingreifen der Dortmunder Polizei begrüße ich ausdrücklich! Das Signal ist so richtig wie wichtig im Kampf gegen rechte Propaganda“, sagte Reul der DPA. „Und wenn die Nazis glauben, sie seien kreativ und könnten auf diese Weise provozieren und ihre rechte Hetze verbreiten, dann sind sie schief gewickelt. Unsere Polizei und der Rechtsstaat lassen sich nicht an der Nase herumführen“, sagte Reul weiter.

Nach einem gemeinsamen Erlass von Bund und Ländern aus dem Jahr 2021 ist das Zeigen von Reichsfahnen oder Reichskriegsflaggen in der Öffentlichkeit eine Ordnungswidrigkeit und gilt als Belästigung der Allgemeinheit. Die Fahnen werden von Rechtsextremen häufig als Ersatz für die verbotenen Hakenkreuzfahnen genutzt.

Rubriklistenbild: © Polizei Dortmund

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