CDU-Mann will aus Wilhelmplatz in Dorstfeld Spielplatz machen - um Nazis zu vertreiben

Der Wilhelmplatz in Dortmund-Dorstfeld. Foto: Daniele Giustolisi/RUHR24
+
Der Wilhelmplatz in Dortmund-Dorstfeld. Foto: Daniele Giustolisi/RUHR24

Dortmund/NRW - Ein CDU-Mann aus Dortmund will aus dem Wilhelmplatz einen teilweise einen Spielplatz machen. Und damit die örtliche Neonazi-Szene verdrängen.

Update, Sonntag (19. April), 14.09 Uhr: Inzwischen gibt es konkrete Pläne für einen Spielplatz auf dem Wilhelmplatz in Dortmund-Dorstfeld. Die Stadt Dortmund spricht in einer Pressemitteilung zum geplanten Umbau des Platzes von einem Trampolinpark und Spielpunkten. Damit könnte der Plan des CDU-Mannes Jörg Tigges aufgehen.

Erstmeldung, Montag (4. März 2019): Ein Dortmunder Vertreter der CDU plant mit der Umwidmung des Wilhelmplatzes in Dortmund-Dorstfeld einen Schlag gegen die örtliche Neonazi-Szene. Aus dem Treffpunkt in der Ortsmitte soll ein Spielplatz werden.

Jörg Tigges heißt der Mann, der den Spielplatz-Vorstoß jüngst in einem Bericht der Ruhr Nachrichten öffentlich gemacht hat. Der CDU-Mann ist Fraktionssprecher der CDU Innenstadt-West in Dortmund und von Beruf Rechtsanwalt und meint: „Der gesamte obere Teil des Wilhelmplatzes könnte als Spielfläche für Kinder umgewidmet werden.“

Durch diesen Schachzug würden auf dem Wilhelmplatz - so wie auf Spielplätzen üblich - Rauch- und Alkoholverbot gelten. Die Polizei könnte zudem Aufenthaltsverbote auszusprechen. Der Wilhelmplatz ist ein bekannter Aufenthaltsort der Dorstfelder Rechtsextremenszene. So hofft Tigges, diese Klientel aus dem Blickfeld der Bürger verschwinden zu lassen.

Stadt teilt Spielplätze in Kategorien ein

Zum Hintergrund: Die Stadt teilt ihre Spielplätze in die Kategorien A, B und C ein. A-Spielplätze sind für alle Altersgruppen bis 27 Jahre nutzbar. B-Spielplätze für Kinder bis 14 Jahren. C-Spielplätze für Kleinkinder und jüngere Schulkinder.

Theoretisch könnte die Stadt also durch die Errichtung eines B- oder C-Spielplatzes dafür sorgen, dass Erwachsene nicht auf den Spielplatz dürfen.

Zunächst wolle die CDU in der Dortmunder Innenstadt-West aber mit den Bürgern über den Plan sprechen. Außerdem wolle die Partei warten, bis der Bau des neuen Edeka auf der Frerichwiese am Dorstfelder Hellweg (schräg gegenüber vom Wilhelmplatz in Dortmund-Dorstfeld) in trockenen Tüchern sei.

Oberer Teil des Wilhelmplatzes wäre betroffen

Bei der Umwidmung des Platzes haben die Christdemokraten aber zunächst nur den oberen Teil des Wilhelmplatzes ins Auge gefasst.

Ob der Platz am Ende tatsächlich umgestaltet wird, müsste aber zunächst in der Bezirksvertretung der Innenstadt-West verhandelt werden - und am Ende wäre der Rat der Stadt Dortmund gefragt.