Dortmund ist Kokain-Haupstadt: Das ist der Grund

Dortmund ist Spitzenreiter bei der Zahl der Beschäftigten Foto:  Daniele Giustolisi/RUHR24
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Dortmund ist Spitzenreiter bei der Zahl der Beschäftigten Foto: Daniele Giustolisi/RUHR24

Dortmund/NRW - Dortmund bleibt Deutschlands Hauptstadt - wenn es um Kokain geht. Doch wie kommen die Experten darauf und was für Folgen hat das?

Dortmund bleibt Deutschlands Hauptstadt was den Konsum von Kokain angeht: Untersuchungen des Abwassers haben gezeigt, dass jeden Tag im Schnitt mehr als ein Kilo der Droge konsumiert werden.

Nicht etwa in Berlin, Hamburg oder Frankfurt finden sich die meisten Rückstände von Kokain im Abwasser. In Dortmund ist der Wert deutschlandweit am höchsten. Damit ist der Stadt der Spitzenplatz auch in diesem Jahr sicher. Bei anderen illegalen Drogen wie MDMA und Amphetaminen liegen hingegen andere Städte vorn.

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Was wegen des vergleichweise hohen Preises der Droge zunächst verwundert, macht bei genauerem Hinsehen Sinn: Laut einem Bericht der Ruhr Nachrichten gilt Dortmund beim Kokain gar als "Verteilerzentrum des Westens". Mittlerweile ist die Droge demnach längst im Berufsleben und sogar auf der Südtribüne angekommen.

Dortmund: Der Konsum von Kokain nimmt zu

Erhoben haben die Studie Wissenschaftler des Schweizer Wasserforschungsinstituts Eawag. Wie die Ruhr Nachrichten berichten, waren im Jahr 2017 demnach 461,6 Milligramm des Stoffs Benzoylecgonin im Abwasser von tausend Menschen nachweisbar. Er wird nach dem Kokainkonsum ausgeschieden. Gemessen haben die Forscher in der Kläranlage Deusen, die das Wasser von mehr als der Hälfte aller 600.000 Dortmunder aufbereitet.

Doch was bedeutet das? Laut dem Bericht der Ruhr Nachrichten leiten die Forscher daraus ab, dass die Dortmunder sich am Tag etwas mehr als ein Kilogramm der Droge ziehen – am Wochenende etwas mehr. Straßenverkaufswert: Rund 75.000 Euro. Und eine Nase Koks sind nur etwa 0,1 Gramm. Dass 2013 nur 324,1 Milligramm des Abbaustoffs im Abwasser nachweisbar waren, zeigt, dass der Konsum in Dortmund zunimmt. Darauf, wie konsumiert wird, lässt das aber keine Schlüsse zu.

Dortmund behält Spitzenplatz

Der Konsum von Kokain kann nicht nur körperliche Folgen wie Herzinfarkte oder Hirnblutungen haben. Auch psychische Folgen wie Depressionen werden in der Therapie behandelt. Im Prinzip könne aber jede Dosis lebensgefährlich sein.

Bereits 2016 hatte Dortmund in der Studie den Spitzenplatz inne. Das Koks stammt meist aus Südamerika. Bundesweit wird jedoch nur das Abwasser einiger weniger Städte untersucht, darunter auch Dresden und Frankfurt. Spitzenreiter laut Europäischem Drogenbericht 2018 ist Deutschland bei den Amphetaminen im Abwasser (180 Milligramm pro 1000 Einwohner).

Übrigens hat das Leitungswasser in Dortmund eine Top-Qualität. Das hat Stiftung Warentest bestätigt.

Hier haben wir bereits über Kokain-Dealer berichtet:

Drogen im Abwasser? Die Forscher analysieren im Rahmen der Studie die kommunalen Abwässer der Städte, bevor diese geklärt werden. Je mehr Kokain in einer Stadt konsumiert wird, umso mehr Benzoylecgonin ist später im Abwasser. Der Stoff ist der wichtigste Metabolit des Kokains und wird nach dem Konsum ausgeschieden. Die Wasserforscher aus der Schweiz suchen seit 2011 nach Drogenrückständen in 60 europäischen Städten – darunter 14 Deutsche.

Den gesamten Artikel mit ausführlichen Informationen findet ihr bei den Ruhr Nachrichten.