Bus-Front im Schrebergarten: Dieser Dortmunder hat die schrägste Laube der Stadt!

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Bruno Weizmann hat eine Busfront an seine Gartenlaube gebaut. Foto: Alina Meyer/RUHR24

Dortmund/NRW - Bruno Weizmann aus Dortmund-Derne hat die Vorderfront eines Busses an seine Gartenlaube gebaut. In der Laube befinden sich viele Bier- und Boxartikel.

Die Gartenlaube von Bruno Weizmann in Dortmund-Derne ist eine ganz besondere. An der Vorderseite prangt die dicke Vorderfront eines MAN-Busses. Doch nicht nur das - auch das Innenleben der Laube überrascht den Besucher.

Bier, Boxen und Busfahren - das sind die drei Bs, die Bruno Weizmann auszeichnen. In seiner Gartenlaube, die zum Gartenverein Woldenmey e.V. in Dortmund-Derne gehört, kann er seine Leidenschaft in vollen Zügen ausleben.

Kurioser Blickfang für Besucher

Das Highlight der Gartenlaube - die Busfront an der Vorderseite - ist auch für viele Spontanbesucher ein kurioser Blickfang. Der 61-Jährige hat sie im Dezember von der Firma Guntermann-Reisen geschenkt bekommen.

"Ich bin ein leidenschaftlicher Busfahrer und möchte mich auf diesem Weg bei der DSW21 dafür bedanken, dass die mir noch mit 54 Jahren die Umschulung ermöglicht haben", sagt Bruno Weizmann.

Eigentlich hätte er ja gerne den gelben Bus gehabt, der lange Zeit an der Bornstraße in der Dortmunder Nordstadt stand. Bruno Weizmann erkundigte sich über die Ruhr Nachrichten nach dem Besitzer. Der war die Stadt Dortmund.

Schlussendlich jedoch bekam die Partylocation Junkyard den Bus dann zur Verfügung gestellt. Die Besitzer konnten den ganzen Bus verwerten und nicht nur die Vorderseite. "Im Nachhinein bin ich froh", sagt Weizmann. "Der gelbe Bus wäre für meine Laube viel zu hoch gewesen."

Doch auch die Busfront des jetzigen Busses war zu hoch. Bruno Weizmann trennte die Front in zwölf Stunden Arbeit mit der Flex von dem Bus ab. "Das war mitten im Winter und es war saukalt", sagt er heute.

Schließlich kürzte er noch den Außenrahmen der Windschutzscheibe um 15 Zentimeter. Die Busfront wurde damit etwas zusammengestaucht und passte gut unter die Markise.

Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Den linken Teil seiner Laube ziert die Front des MAN-Busses. In der Windschutzscheibe ist ein Bild zu sehen von ihm als Busfahrer, seinem Enkel Mailo, Tochter Angelina, Schwiegersohn Robert Rackwitz und seiner Ehefrau Edeltraud Weizmann.

Wie bei Linienbussen üblich, befindet sich an der Front oberhalb der Windschutzscheibe eine Anzeige mit der Busnummer und der dazugehörigen Endhaltestelle. Auf der Anzeige von Bruno Weizmanns Bus steht die Busnummer 420 und daneben - "Zur Alten Säge - Immer wieder gerne in Derne."

"Die alte Säge von Dortmund-Derne"

420 - das ist seine liebste Buslinie, denn die bringt ihn in die Heimat nach Dortmund-Derne. "Die Alte Säge" - das ist der Spitzname von Bruno Weizmann. 26 Jahre lang hat er in seinem Schrebergarten gearbeitet und gesägt. Bekannte brachten seine handwerklichen Bewegungen immer mit der Armbewegung, die der "Säge" von Boris Becker in Wimbledon glich, in Verbindung. Daher der Name. Heute mit 61 Jahren sei er die "alte Säge".

Beim Blick auf den Bus wird der Busfahrer emotional: "Ich bin meiner Familie so dankbar dafür, dass sie mich immer in meiner Leidenschaft unterstützt hat. Das bedeutet mir sehr viel."

Der Dortmunder ist ein absoluter Strahlemann. "Ich hatte schon zweimal mit meiner Gesundheit zu kämpfen. Deshalb weiß ich sie heute sehr zu schätzen. Gesundheit ist das höchste Gut und nicht selbstverständlich."

Das Leben in vollen Zügen genießen

Aus diesem Grund genießt der Derner das Leben in vollen Zügen und versucht jeden in seiner Umgebung mit seiner positiven Art anzustecken. In seinem Bus hängt ein lachender Smiley, der seine Mitfahrer beim Einsteigen zum Lächeln bringen soll.

"Viele Fahrgäste ziehen beim Einsteigen so eine miese Schnute. Das kann ich nicht haben. Überhaupt verhalten sich viele Fahrgäste heutzutage ziemlich respektlos gegenüber dem Fahrer. Das ist unmöglich, wenn man bedenkt, wie viel Verantwortung wir Busfahrer haben."

Zum Bus gehört natürlich auch die Bushaltestelle. Die hat der Busfahrer nahe seiner Gartenlaube auf dem Gehweg stehen, inklusive Fahrkartenentwerter.

Die Busfront ist Bruno Weizmanns ganzer Stolz. Künftig soll das ganze Spektakel abends noch mit LEDs beleuchtet und ordentlich in Szene gesetzt werden. "Das wird noch großartig", verspricht Weizmann. Schon jetzt sehe der Bus in der Abenddämmerung toll aus. Der Nachteil: Weizmann zahlt dafür jeden Monat eine Stromrechnung von mehr als 300 Euro.

Wenn man einen Blick ins Innenleben der Laube wirft, so kommt die Sammelleidenschaft des Dortmunders zu Vorschein. In der Laube befindet sich ein Sammelsurium aus Utensilien der Box- und der Brauerei-Szene. Weizmanns privates Box- und Brauereimuseum, wie er sagt.

Schon als kleiner Junge hat er ab und an die Schule geschwänzt, um sich mit seinem Vater die Kämpfe von Box-Legende Muhammad Ali anzuschauen. Zu seinem 50. Geburtstag bekam Bruno Weizmann dann die erste Karte für einen Live-Kampf in Halle (Westfalen) geschenkt. Seitdem hat ihn das Boxfieber so richtig gepackt.

Arthur Abraham und Ulli Wegner sind große Vorbilder

Seine großen Vorbilder sind Profiboxer Arthur Abraham und Trainerkoryphäe Ulli Wegner. Noch heute ist der Dortmunder an dem Wochenenden oft auf Box-Wettkämpfen unterwegs.

Mittlerweile hat er sich mit seiner Frau darauf geeinigt, dass er nur noch zu Kämpfen von Arthur Abraham und Vincent Feigenbutz fährt. Eine Wand in der Gartenlaube zieren Fotocollagen, die Weizmann Arm in Arm mit Wegner und Abraham zeigen.

Für Arthur Abraham reiste Bruno Weizmann sogar bis nach Las Vegas, Helsinki und London. Der Profiboxer lud ihn sogar zu seinem 35. Geburtstag ein und auch bei Ulli Wegner in Berlin durfte der Dortmunder mit seiner Frau schon mal auf ein Bier vorbeischauen.

Leuchtreklamen und Zapfsäulenschilder

Außerdem sammelt der Dortmunder Leuchtreklamen aus Kneipen und Zapfsäulenschildern. Daneben hängen VIP-Bändchen von Boxkämpfen, Fan-Schals und großformatige Fotos von Boxlegenden.

"Einen besonderen Wunsch hab ich natürlich noch", sagt Weizmann. "Ich würde mir wünschen, dass Ulli Wegner und Arthur Abraham zu mir in die Laube kommen und auf meiner ersten Leuchtreklame unterschreiben."