Polizei greift Personen auf

Mutmaßliche Neonazis attackieren Antifa-Demo in Dortmund mit Steinen

Eine Demo gegen den sogenannten Nazi-Kiez in Dortmund-Dorstfeld ist von mutmaßlichen Neonazis attackiert worden. Die Polizei ermittelt.

Update, Sonntag (22. August), 17.50 Uhr: Dortmund – Nach einem Angriff mit Böllern und Steinen auf die Antifa-Demo an einer Tankstelle an der Rheinischen Straße in Dortmund hat die Polizei drei Personen „aufgegriffen“. Das teilen die Beamten am Sonntagnachmittag mit.

StadtDortmund
VorfallAttacke auf Demo
BehördePolizei Dortmund

Dortmund: Drei Personen nach Attacke auf Antifa-Demo von der Polizei „aufgegriffen“

Die drei Personen seien im Rahmen der Fahndung nach der Attacke auf die Demo-Teilnehmer gefasst worden. Ob sie an der Tat beteiligt waren, werde derzeit geprüft, schreibt die Polizei Dortmund in einer Pressemitteilung. Die „Soko Rechts“ ermittelt.

Während der Demo hatten die Neonazis an der Emscherstraße zudem Banner aus den Fenstern gehängt, unter anderem mit dem Schriftzug „HTLR“. Diese seien jedoch nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft „als strafrechtlich nicht relevant bewertet“ worden, schreibt die Polizei. Wegen der Reichskriegsflaggen sei jedoch ein Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet worden.

Dortmund: Mutmaßliche Neonazis attackieren Antifa-Demo – Polizei stellt Strafanzeige

Update, Sonntag (22. August), 17 Uhr: Die Antifa-Demo gegen die Neonazis in Dortmund-Dorstfeld ist mittlerweile beendet. Die Abschlusskundgebung mit mehreren hundert Teilnehmern fand auf dem Wilhelmplatz statt. Nach der Attacke auf die Protestierenden ermittelt jetzt die Polizei.

Nach der Attacke an der Tankstelle an der Rheinischen Straße im Unionviertel von Dortmund konnten die Täter jedoch fliehen. Wie die Polizei auf Anfrage von RUHR24 mitteilt, gab es bislang keine Festnahmen. Die Ermittlungen hätten jedoch gerade erst begonnen.

Gegen die Angreifer sei jedoch Strafanzeige gestellt worden. Mehrere vermummte Personen hatten Böller und Steine vom Union-Gelände auf die Teilnehmer der Anti-Neonazi-Demo geworfen und waren dann geflüchtet.

Anti-Neonazi-Demo in Dortmund: Vermummte greifen Protestierende an – Polizei fahndet

Erstmeldung, Sonntag (22. August), 16 Uhr: Teilnehmer einer Demo in der westlichen Innenstadt von Dortmund sind am Sonntag (22. August) mutmaßlich von Rechtsextremisten angegriffen worden. Die Polizei fahndet jetzt nach Tatverdächtigen.

In Dortmund laufen am Sonntag hunderte Menschen in einem Demozug, um gegen den „Nazi-Kiez“ in der Emscherstraße in Dorstfeld zu protestieren. Auf dem Weg dorthin eskalierte die Situation kurzzeitig.

Denn als die linke Demo die Tankstelle an der Rheinischen Straße passierte, wurden die Teilnehmer attackiert. Nach Angaben der Polizei Dortmund warfen bislang unbekannte Täter Steine und Böller auf die Protestierenden. Verletzt wurde dabei nach ersten Erkenntnissen jedoch niemand.

Demo in Dortmund: Steine und Böller auf Teilnehmer geworfen – Polizei sucht Tatverdächtige

In einem Video auf dem Twitter-Account von Frank Schneider ist zu sehen, wie mindestens drei schwarz gekleidete und mit Sturmhauben vermummte Personen auf einer Mauer auf Union-Gelände oberhalb der Tankstelle auftauchen, in Richtung der Demo pöbeln und Pyrotechnik zünden.

Sofort eilen Polizisten den Tätern hinterher, auch eine Drohne soll bei der Fahndung im Einsatz sein. Ob es Festnahmen gibt, ist bislang unklar.

Neonazis in Dortmund: Keimzelle der Rechten schrumpft – Polizeichef befürchtete Gewalt

Ziel der Demo am Sonntag ist der Wilhelmplatz in Dorstfeld gewesen. Wegen eines Wohnhauses an der Emscherstraße, in dem seit Jahren Neonazis wohnen, gilt der Stadtteil als Keimzelle der Rechtsextremen in Dortmund und der Region. Unter anderem hiergegen demonstrierten die Antifaschisten in Dortmund.

Nach zahlreichen Polizeieinsätzen sowie beharrlichem Engagement der Bevölkerung bröckelt dieses Bild jedoch mehr und mehr. Zahlreiche führende Köpfe der Neonazi-Szene sitzen entweder im Gefängnis oder haben Dortmund verlassen.

Dennoch scheint sich mit dieser Attacke zumindest eine Befürchtung der Polizei bewahrheitet zu haben: „Perspektivlosigkeit kann auch ein Auslöser für Frust und Gewalt sein“ sagte Polizeipräsident Gregor Lange bereits im März.

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