Missbrauch von Wildtieren

Dortmund: Dackel-Club versetzt Füchse in Todesangst – Strafanzeige gestellt

Werden in Dortmund-Westerfilde Füchse gequält? Die Tierschutzorganisation PETA stellt Strafanzeige.

Dortmund – Die Tierschutzorganisation PETA sieht Füchse in Dortmund-Westerfilde in dauerhafter Gefahr und „permanenter Todesangst“. Auf dem Vereinsgelände des Teckelclubs Gruppe 1 Dortmund würden die Wildtiere für die Jagdhundausbildung missbraucht. Ist diese Methode legal?

StadtDortmund
BundeslandNRW
OberbürgermeisterThomas Westphal (SPD)

Dortmund: Füchse für Jagdhundausbildung missbraucht – Vorwurf der Tierquälerei

Auf dem Vereinsgelände in Dortmund sollen Füchse in einer sogenannten Schliefenanlage für die Jagdhundausbildung missbraucht werden. Der Verein bestätigt das Vorhandensein, verweist aber auf deren Legalität.

Was ist eine Schliefenanlage? Schliefenanlagen – auch Schliefenplatz genannt – sind künstlich angelegte Fuchsbaue und sind den natürlichen Bauen nachempfunden. Sie bestehen aus einem Netz von künstlichen Gängen, einschließlich Hindernissen wie Sackgassen, Steigrohren und Sandbänken. Für die Ausbildung wird ein speziell dafür gehaltener Fuchs in den Bau eingesetzt. Anschließend ist es die Aufgabe des Jagdhundes der Geruchsspur des Fuchses im Bau zu folgen und diesen so lange zu verbellen, bis der Fuchs durch eine Fluchtöffnung den Bau verlässt.

Dortmund: PETA stellt Strafanzeige gegen Dortmunder Jagdhundverein

Und genau diese Art der Jagdhundausbildung ist der Tierrechtsorganisation PETA ein Dorn im Auge. „Wir haben erst über die Medien von dieser Anlage in Dortmund erfahren und werden sowohl auf kommunaler, als auch auf Landesebene alle Hebel in Bewegung setzen, so dass derartige Ausbildungsmethoden hoffentlich bald der Vergangenheit angehören“ so Angelika Remiszewski, Kreisvorsitzende der Partei Mensch Umwelt Tierschutz in Dortmund in einer Mitteilung.

In einem Artikel der Ruhr Nachrichten äußert sich Magnus Benkhofer als zweiter Vorsitzender des Teckelklubs zur Strafanzeige und verweist zum einen darauf, dass die Anlage nicht öffentlich zugänglich sei und zum anderen darauf, dass für derartige Anlagen in Nordrhein-Westfalen eine Genehmigung bestehen würde.

Die Tierrechtsorganisation PETA sieht Füchse in Westerfilde in permanenter Todesangst.

Dortmund: Schliefenanlage in Westerfilde ist legal – Strafanzeige gegen Verein

Der Kritikpunkt: Zwar würden sich Jagdhund und Fuchs körperlich nicht begegnen, allerdings werde der Fuchs laut PETA einem „unglaublichen Stress und Todesängsten“ ausgesetzt. Die Tierrechtler berufen sich auf das Tierschutzgesetz. Im Paragraph 17 heißt es, dass den Tieren keine länger anhaltenden oder sich wiederholenden erheblichen Schmerzen oder Leiden zugefügt werden dürfen.

PETA Deutschland hatte laut eigener Mitteilung seit September 2021 die Verantwortlichen von bisher 30 Schliefenanlagen in Deutschland wegen mutmaßlichen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz angezeigt.

 

Rubriklistenbild: © Patrick Pleul/DPA; Collage: RUHR24

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