Neue Methode

Coronavirus-Test: Klinikum Dortmund mit überraschenden Ergebnissen

Eingang des Klinikzentrum Nord in Dortmund
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Das Klinikzentrum Nord in Dortmund

Mit einem Test das Coronavirus früh und schnell erkennen: Wie das geht, haben Dortmunder Forscher nun offenbar mit einer neuen Methode herausgefunden.

Dortmund - Einer der wichtigsten Bausteine, um eine weitere Verbreitung des Virus zu verhindern ist, Corona-Infizierte möglichst schnell und effizient zu erkennen - und sie anschließend zu isolieren. Denn auch in Dortmund steigt die Zahl der Covid-10 Patienten immer weiter an.

Eine überraschend einfache Lösung, wie eine Infektion früh und schnell erkannt werden kann, könnten nun Forscher aus Dortmund gemeinsam mit britischen Wissenschaftlern gefunden haben. Ihr Erkenntnisse stimmen hoffnungsfroh.

KlinikKlinikum Dortmund
Betten1.422
Fachrichtungen25 Kliniken mit allen Fachrichtungen (außer Psychiatrie)

Dortmund: Corona schnell und einfach testen - Mediziner des Klinikums sind zuversichtlich

Zwar sind die Mediziner des Klinikums Dortmund darum bemüht, die Erwartung an ihre Forschungsarbeit noch klein zu halten, doch auch den Wissenschaftlern ist der vorsichtige Optimismus kaum zu übersehen. So stellen sie klar, dass es zwar weiterer Forschung bedarf, die Ergebnisse ihrer Arbeit sie aber zuversichtlich stimmen.

Zusammen mit Wissenschaftlern aus Edinburgh (Großbritannien) fanden die Dortmunder Mediziner einen Weg, Covid-19 anhand der bloßen Atemluft zu erkennen. Zwar sei die Methode bislang noch nicht so genau wie der bisher übliche PCR-Test, doch die Treffgenauigkeit der Atemanalyse kann sich sehen lassen:

„Im Vergleich zum PCR-Test liegt sie immerhin schon jetzt bei ca. 80 Prozent“, erklärt Dr. Bernhard Schaaf, Direktor der Klinik für Infektiologie und Pneumologie im Lungenzentrum des Klinikums Dortmund. Ihr Ergebnisse beschrieben die Wissenschaftler im renommierten Fachmagazin EClinical Medicine, einer Online-Zeitschrift von The Lancet (mehr Nachrichten aus Dortmund auf RUHR24.de).

Dortmund: Corona-Test ähnlich wie Atemalkoholbestimmung

Konkret hatten die Mediziner bei Patienten Atemproben genommen und diese von einem Gerät auswerten lassen, welches sie als „elektronische Schnüffelnase“ bezeichnen. Ähnlich wie bei einer Atemalkoholbestimmung, messe eine Sensorik die Moleküle in der Ausatemluft und ermittele ein gewisses Profil, das typisch für den Atem von Covid-19-Patienten ist, so die Forscher.

An dem Forschungsprojekt sind PD Dr. Schaaf, Prof. Dr. Michael Truß, Prof. Dr. Richard Ellerkmann und Prof. Dr. Oliver Müller beteiligt (v.r.).

Dabei werde aber nicht die Viruslast in der Ausatemluft gemessen, sondern körpereigene Entzündungs- und Stoffwechselmoleküle. Demnach wird von dem Gerät also die Reaktionen des Körpers erkannt, die das Sars-Cov-2-Virus im menschlichen Organismus auslöst.

Um die Ergebnisse des Atem-Tests überprüfen zu können, wurde bei den Patienten auch ein klassischer PCR-Abstrich gemacht. Bei denjenigen, die im PCR-Test positiv waren, schauten die Wissenschaftler anschließend nach Gemeinsamkeiten in der Atemluft.

Corona-Test: Gerät ahmt Hundenase nach

Das Gerät, welches im Rahmen des Forschungsprojektes genutzt wurde, erhielten die Mediziner von der Gesellschaft für analytische Sensorsysteme im Bio-Medizin-Zentrum Dortmund. Die feine Sensorik ahme eine Hundenase nach. Und tatsächlich sorgten auch die Tiere ebenfalls schon für Aufsehen. Denn so, wie sie Drogen erschnüffeln, können Hunde offenbar auch darauf trainiert werden könnten, Corona-Infizierte zu erkennen. So kamen in der finnischen Hauptstadt Helsinki nach einem Bericht des swr schon Corona-Spürhunde zum Einsatz. Sie sollten Infizierte am Flughafen erschnüffeln.

Ziel ist es, mit dieser Methode eine schnelle Testung zu ermöglichen. Im Idealfall so schnell, dass ähnlich wie bei einem Atemalkoholtest das Ergebnis unmittelbar vorliegt. Denn auch, wenn die Untersuchung des bisher üblichen Rachenabstrichs inzwischen schneller gehen würde, brauche der PCR-Test „immer noch einige Stunden bis zum Ergebnis“, erklärt PD Dr. Schaaf. Die Forscher wollen die Gasanalyse nun weiter präzisieren, um die Treffgenauigkeit weiter zu erhöhen.

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