Dortmund prüft NRW-Maßnahmenpaket

Coronavirus: NRW lässt Schulen und Kitas schließen - "überraschte" Stadt Dortmund erntet Shitstorm

Die Stadt Dortmund zeigt sich von den NRW-Maßnahmen zum Coronavirus überrascht.
+
Die Stadt Dortmund zeigt sich von den NRW-Maßnahmen zum Coronavirus überrascht.

Die Stadt Dortmund ist von den Vorgaben der NRW-Landesregierung hinsichtlich des Coronavirus überrascht - und erntet dafür einen Shitstorm.

  • Die Maßnahmen der NRW-Landesregierung treffen die Stadt Dortmund unvorbereitet.
  • Schließungen von Schulen und Kitas wegen des Coronavirus werde man prüfen.
  • Auf Twitter kommentieren viele Nutzer das Statement kritisch.

Dortmund/NRW - Am Freitagmorgen (13. März) hat das Landeskabinett Nordrhein-Westfalen getagt und Maßnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus beschlossen. Für die Stadt Dortmund kamen insbesondere die Entscheidungen zu Schulen* und Kitas offenbar unerwartet, berichtet RUHR24.de*.

Coronavirus: Dortmund von NRW-Maßnahmen zu Schulen und Kitas "überrascht"

Im Maßnahmenpaket der NRW-Landesregierung heißt es dazu unter anderem: "Die Schulen in Nordrhein-Westfalen werden durch das Vorziehen des Beginns der Osterferien ab sofort ab Montag bis zum 19. April 2020 geschlossen. Die Schulen werden aber am Montag und Dienstag für eine Betreuung von nicht betreuten Schülerinnen und Schülern sorgen."

Ähnlich wirkt sich das Coronavirus* auch auf die Betreuung von Kindern in Kitas aus. "Die Eltern sind verpflichtet, ihre Aufgabe zur Erziehung der Kinder wahrzunehmen. Sie haben dafür Sorge zu tragen, dass ihre Kinder die Kindertagesbetreuungsangebote nicht nutzen." Ausnahmen bilden die Kinder von Ärzten und Pflegepersonal oder von Eltern, die im Bereich der öffentlichen Ordnung oder anderer wichtiger Infrastruktur arbeiten. Das bedeutet für viele Eltern einen Spagat zwischen Homeschooling und Homeoffice*.

Stadt Dortmund überprüft Entscheid der NRW-Landesregierung zum Coronavirus

Am Freitagabend äußerte sich die Stadt Dortmund zum Maßnahmenpaket der NRW-Landesregierung hinsichtlich des Coronavirus. "Diese Entscheidungen der Landesregierung kamen für die Stadt Dortmund völlig überraschend. Sie wurden zuvor weder besprochen noch angekündigt."

Man wolle nun die der Öffentlichkeit mitgeteilten Entscheidungen prüfen und werde dazu Stellung beziehen. Man werde nach Übergangslösungen mit Blick auf die "sehr berechtigte Unsicherheit der Eltern bezüglich der kurzfristig nicht mehr gesicherten Betreuung ihrer Kinder" suchen.

Stadt Dortmund erntet Shitstorm nach Statement zum Maßnahmenpaket der Landesregierung

Auf Twitter sieht sich die Stadt Dortmund zahlreicher kritischer Kommentare ausgesetzt. Für einen möglichen Alleingang im Umgang mit dem Coronavirus (alle Entwicklungen im NRW-Ticker)* haben die Nutzer wenig Verständnis.

  • @ericalaeta schreibt: "Und die Stadt ist nicht darauf vorbereitet, obwohl rundherum in den meisten Bundesländern schon dicht ist? Na denn Prost, wenn wirklich mal eine plötzliche Katastrophe kommt."
  • @ralf schreibt: "Ist es jetzt die richtige Zeit für parteipolitisches Machtgehabe? In den sozialen Medien wird die zu vermutende Parallelität zur Entwicklung in Italien seit Tagen diskutiert. Dass die Stadt Dortmund völlig überrascht ist, spricht am allermeisten gegen die Stadt Dortmund."
  • @KHeimeier schreibt: "Liebe Stadt Dortmund, ich bin schwer irritiert. Entscheidung war absehbar und ist richtig. Denkt bitte voraus und über Stadtgrenzen hinweg."
  • @acasha07 schreibt: "Bei aller Liebe, aber dass diese Entscheidung kam war 1) abzusehen und 2) völlig richtig. Ich kann nicht nachvollziehen, warum das tatsächlich infrage gestellt wird..."

Dr. Frank Renken, Leiter des Gesundheitsamtes, versucht die Entscheidung der Stadt Dortmund zu erklären. Flächendeckende Schließungen von Schulen und Kitas wegen des Coronavirus* wären nicht erforderlich.

Video: Covid-19: Chronologie einer Pandemie

"Wir kennen immer die Ansteckungsbereiche und Gebiete, die nur dann in Dortmund gelegen haben, wenn ein anderer Fall der betroffen war, eine ganz enge Kontaktperson angesteckt hat. Ansonsten liegen die Ansteckungsquellen jeweils in den bekannten Risikogebieten. Sei es in den Skigebieten oder eben in anderen Ländern auf der Welt."

cke

*RUHR24.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.