Keine freie Bahn für Raser

Rücksichtslose Wallraser nutzen Coronavirus aus: Polizei und Stadt Dortmund gehen drastischen Schritt

+
Wegen der Coronavirus-Krise herrscht auf dem Ostwall in Dortmund derzeit weniger Verkehr.

Kaum herrscht auf dem Wall in Dortmund weniger Verkehr als sonst, nutzen Raser die Coronavirus-Krise schamlos aus. Dagegen geht die Stadt nun vor.

  • Die Raserszene in Dortmund sorgt seit Jahren immer wieder für Ärger mit der Polizei.
  • Wegen der Coronavirus-Krise fahren aktuell weniger Autos auf Dortmunds Straßen.
  • Besonders auf dem Ostwall nutzen Raser diesen Umstand aus - das soll nun ein Ende haben.

Dortmund - Aufheulende Motoren, Fahren über rote Ampeln und das bei einer viel zu hohen Geschwindigkeit. Für die Dortmunder Polizei gehören diese Verstöße mittlerweile fast zum Tagesgeschäft. Raser heizen immer wieder über den Wall in Dortmund. Dort herrscht wegen der anhaltenden Coronavirus-Krise aktuell weniger Verkehr als sonst - und das machen sich die achtlosen Autofahrer zunutze.

Raserszene nutzt Coronavirus-Situation in Dortmund aus: Polizei und Stadt ergreifen drastische Maßnahme

"Offenbar haben die Raser den deutlich verminderten Verkehr auf dem Wall aufgrund der Corona-Lage als Einladung aufgefasst", schreibt die Polizei in einer Pressemitteilung. Zusammen mit der Stadt Dortmund möchte man das jedoch unterbinden und bei der Bekämpfung der Raser- und Tuningszene weiter an einem Strang ziehen.

Polizei und Stadt haben sich nach einer erneuten Beschwerdewelle von Anwohnern des Ostwalls deshalb auf neue Maßnahmen geeinigt. Derzeit können Autofahrer, die auf dem Ostwall unterwegs sind, nur noch eine der drei Fahrspuren nutzen. Dort wurde die Fahrbahn durch den Einsatz von Betonelementen nämlich auf eine Spur verengt.

Raserszene in Dortmund: Maßnahme auf dem Ostwall bleibt auf unbestimmte Zeit bestehen

Eine drastische Maßnahme, die aufgrund der aktuellen Coronavirus-Situation aber offenbar notwendig ist, um rücksichtslose Autofahrer zu zwingen, sich unter anderem an die geltende Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h zu halten. Das Tiefbauamt hat die Maßnahmen bereits am Montag (30. März) umgesetzt. Kurz hinter der Einmündung der Löwenstraße ist auf einer Länge von rund 250 Metern jetzt nur noch der linke Fahrstreifen befahrbar. Die Zufahrt zur Nebenfahrbahn und den dortigen Parkplätzen wird dadurch nicht beeinträchtigt.

Auf dem Ostwall in Dortmund ist derzeit nur noch eine Spur befahrbar.

Wie lange, diese Einschränkung auf dem Ostwall in Dortmund für Autofahrer bestehen wird, ist derzeit unklar. Zunächst einmal sei die Maßnahme zur Bekämpfung der Raserszene zeitlich unbeschränkt, heißt es vonseiten der Polizei, die zurzeit auch mit der Aufklärung eines mysteriösen Todesfall in Hamm zutun hat. 

Trotz Coronavirus: Raser in Dortmund missachten Kontaktverbot

"Es scheint, als würden manche Menschen selbst in diesen schwierigen Zeiten nicht verstehen, worum es geht. Weil andere Treffpunkte wie Bars und Clubs entfallen, treffen sie sich mit ihren Autos in der Dortmunder Innenstadt. Und das ohne jegliche Rücksicht darauf, dass ein Kontaktverbot gilt und dass die Anwohnerinnen und Anwohner gerade jetzt ein Anrecht auf Ruhe haben", so Ralf Ziegler, Leiter der Direktion Verkehr bei der Dortmunder Polizei.

Allein am Wochenende des 14./15. März hatten sich laut Angaben der Polizei in den Abendstunden teils bis zu circa 150 Autos auf dem Wall versammelt, die zum größten Teil der Szene zuzuordnen waren. Auch bei den Kontrollen am vergangenen Wochenende (28./29. März) fielen zahlreiche hochmotorisierte Autos im Wall-Bereich auf.

Maßnahme gegen Wallraser in Dortmund: Andere Autofahrer sollen nicht bestraft werden

Polizei und Stadt möchten mit der ergriffenen Maßnahme nun aber eindeutig klarmachen, dass Raser trotz des Coronavirus und dem damit verbundenen reduzierten Verkehrsaufkommens keine freie Bahn haben. "Gleichzeitig möchten wir aber auch nicht die Autofahrer, die sich an die Regeln halten, mit neuen Staus bestrafen. Deswegen werden wir die Verkehrssituation am Ostwall genau beobachten und gegebenenfalls noch einmal anpassen", so Stadtrat Arnulf Rybicki.

Hierzu wird die Polizei den gesamten Wall-Bereich und vor allem die eingeschränkte Fahrbahnsituation auf dem Ostwall in den kommenden Tagen und Wochen weiter im Blick behalten und durch Kontrollen begleiten.