Stadt will härtere Kontrollen

Dortmund: OB Sierau besorgt über Corona-Hochzeiten „mit Migrationshintergrund“

Private Feiern sind in Corona-Zeiten ein heißes Pflaster. Die Stadt Dortmund blickt nun mit Sorge auf Hochzeiten "mit Migrationshintergrund".

Dortmund - Die Hochzeit ist für viele Menschen der schönste Tag im Leben. Doch in Zeiten des Coronavirus sind die Feste im Anschluss an die Trauung tickende Zeitbomben, Stichwort Superspreading-Event.

Noch-Oberbürgermeister Ullrich Sierau rückte bei einer Pressekonferenz in dieser Woche nun die Gruppe der Migranten in den Fokus. So verwies er darauf, dass die großen Hochzeiten in Dortmund "immer Hochzeiten mit einem Migrationshintergrund" seien.

StadtDortmund
Derzeitiger OberbürgermeisterUllrich Sierau (SPD)
Neuer Oberbürgermeister (ab 1. November)Thomas Westphal (SPD)

Dortmund: Hochzeiten werden zum Corona-Problem

Die Stadt Dortmund sei zwar eine Stadt mit Vielfalt, aber auch mit Sorgfalt, so Sierau weiter. Es sei Aufgabe der Stadt, dieser Gruppe von Bürgern klar zu machen, dass auch an Hochzeiten Vorsicht geboten sei. „Deshalb werden wir in der Verwaltung noch einmal Möglichkeiten der Ansprache jenseits von Sprachbarrieren und kulturellen Unterschieden überlegen“, teilte Sierau mit.

Konkret will es die Stadt mit klaren Ansprachen versuchen und Veranstalter von Hochzeiten für die Einhaltung der Corona-Maßnahmen sensibilisieren. Größere Ausbrüche auf Hochzeiten, geschweige denn „mit Migrationshintergrund“, waren zuletzt in Dortmund allerdings nicht bekannt geworden.

Robert Koch-Institut blickt mit Sorge auf Hochzeiten

Zuletzt hatte eine Hochzeitsfeier in Hamm* dafür gesorgt, dass die Zahl der Corona-Fälle in der NRW-Stadt sprunghaft angestiegen war. Rund 180 Fälle wurden dem Robert Koch-Institut (RKI) im Zusammenhang mit dieser Feier gemeldet. Generell stellt das RKI in seinem aktuellen Lagebericht fest, dass Fallhäufungen insbesondere im Zusammenhang mit Feiern im Familien- und Freundeskreis beobachtet würden.

Das Institut appelliert nach wie vor: „Menschenansammlungen – besonders in Innenräumen – sollten möglichst gemieden und Feiern auf den engsten Familien- und Freundeskreis beschränkt bleiben.“

Corona-Zahlen in Dortmund noch im Rahmen - aber das kann sich schnell ändern

Mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von 19,7 lag Dortmund am Dienstag (29. September) dennoch noch weit unter dem kritischen Wert von 35, ab wann erste Sicherheitsmaßnahmen greifen müssten. Gesundheitsdezernentin Birgit Zoerner warnt jedoch davor, dass sich dieser Zustand schnell - auch durch private Feiern - ändern könnte, wie ein Blick nach Hamm zeigt.

Stadträtin Birgit Zoerner warnt davor, dass sich die Corona-Zahlen in Dortmund schnell ändern könnten.

Die Stadt Dortmund will nun stärker bestimmte Örtlichkeiten kontrollieren, in denen große Hochzeiten stattfinden. Eine erste Kostprobe habe es bereits am vergangenen Wochenende gegeben. 31 Hochzeits- und andere großen Familienfeste seien von der Stadt aufgesucht worden, so Dortmunds Rechtsdezernent Norbert Dahmen. Dabei sei unter anderem ein Verstoß gegen das „Übermaßverbot“ festgestellt worden, da sich auf der Feier mehr als 150 Gäste befanden. Die Veranstaltung musste reduziert und Gäste nach Hause geschickt werden.

Laut neuen Corona-Regeln, die am 1. Oktober inkraft treten,* sollen Veranstalter von Hochzeiten künftig dem Gesundheitsamt Gästelisten für Hochzeiten übermitteln. *RUHR24.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

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