Pandemie hat schlimme Auswirkungen

Lockerungen in Dortmund kommen zu spät - Erste Lokale im Kreuzviertel mussten wegen Corona-Krise schließen

Die Corona-Krise und der Lockdown sind für die Gastronomie in Dortmund eine Katastrophe. Das Coronavirus zwingt mehrere Lokale in die Knie.

  • Mehrere Lokale im Kreuzviertel von Dortmund müssen wegen des Coronavirus schließen.
  • Die Gastronomie in der Stadt kämpft ums Überleben - nicht nur im angesagtesten Ausgehviertel.
  • Im Kreuzviertel setzen Lokal-Inhaber derweil auf kreative Maßnahmen.

Update, Freitag (8. Mai), 13.41 Uhr: Dortmund - Für viele Gastronomen in Dortmund gibt es seit Mittwochnachmittag wieder Hoffnung. Die Politik hat weitere Lockerungen für die Gastronomie beschlossen. 

So soll gastronomisches Angebot in Speisegaststätten ab dem 11. Mai wieder möglich sein. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass in Innen- und Außenbereichen die Abstandsgebote eingehalten werden können. Zudem müssen Betriebe ein Hygienekonzept vorlegen. Buffets sind weiterhin nicht erlaubt. 

Klassische Kneipen oder Bars ohne Speiseangebot profitieren von den Lockerungen vorerst nicht. Für sie gibt es nach wie vor noch keine Regelung für eine Wiederöffnung. Dasselbe gilt für Liveclubs und Konzertlocations wie dem FZW - das so gut wie vor dem Aus steht.

Erstmeldung, Mittwoch (6. Mai), 10.30 Uhr: "Die jetzige Situation zwingt uns einfach in die Knie" - es sind bewegende Worte, die die Betreiberin des Lokals "Lokales" im Dortmunder Kreuzviertel ihren Followern via Facebook-Video auf die Smartphones spricht. Das Café an der Lindemannstraße Ecke Essener Straße macht dicht, weil das Coronavirus die Einnahmen schmelzen ließ.

Kreuzviertel Dortmund: Coronavirus zwingt "Lokales" in die Knie

Es habe viele Diskussionen und langes hin und her Überlegen gegeben, bis man zum Entschluss gekommen sein, das vor zehn Jahren eröffnete Lokal dicht zu machen.

Das "Lokales" im Kreuzviertel von Dortmund ist längst nicht das einzige Gastro-Etablissement, das den Kampf gegen die Auswirkungen des Coronavirus aufgeben muss, weiß RUHR24.de*. Auch das Tapas-Café "Viertelliebe", nur rund 250 Meter vom "Lokales" entfernt, schließt nach 2,5 Jahren seine Türen.

Dortmund: Gastronomen machen auf prekäre Situation wegen Coronavirus aufmerksam

Längst nicht nur im Kreuzviertel kämpfen die Gastronomen in Dortmund ums Überleben, wie die "Gastro Initiative Dortmund" jüngst bei einer Aktion auf dem Friedensplatz* deutlich machte. Vor allem Kneipen, Bars, Cafés, Biergärten oder Diskotheken leiden. Aber auch Restaurants wie "Toni's Ristorante", eines der beliebtesten Lokale in Dortmund, verlieren den Kampf gegen das Coronavirus und müssen schließen, wie jüngst die Ruhr Nachrichten berichteten.

Wie Restaurants oder Imbisse können Kneipen und Bars nicht einfach dazu übergehen, in ihrer Not Lieferdienste oder Vor-Ort-Abholungen anzubieten, wie es etwa die Lokale "Schönes Leben", "Buffalo Beef", "Luups", das "Zorbas" oder viele andere im Kreuzviertel machen. In welcher Kneipe oder Bar rentiert sich schon eine "Futterluke", an der Kunden ihr Bier oder den Lieblings-Longdrink vor Ort abholen können?

Dortmund: Gastronomie fordert wegen Coronavirus Maßnahmen der Politik

Und so fordern die Gastronomen der Stadt Maßnahmen der Politik, um die Auswirkungen des Coronavirus so gering wie möglich zu halten. Individuelle Lösungen für jeden Branchentypen fordern die Gastronomen und einen Fahrplan für eine "verantwortungsvolle Öffnung".

Genau diese Forderung will man in NRW künftig umsetzen. Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) und sein Credo der "verantwortungsvollen Normalität" beinhalte in Zukunft einen Besuch in einem Hotel oder einer Ferienanlage mit einer nötigen Registrierung. Zudem solle es in NRW (hier geht es zum Coronavirus-Live-Ticker*) begrenzte Gastronomie geben.

Im Vergleich zu den Nachbarkommunen ist Dortmund gut durch die Coronavirus-Krise gekommen. Vorbereitung und etwa Glück haben dabei geholfen.

Land NRW will Gastronomie trotz Coronavirus schrittweise öffnen

NRW plant nach der Öffnung von Zoos, Freizeitparks und Klettergärten seit dem 4. Mai in einer zweiten Phase die Öffnung von Restaurants unter strengen Hygieneauflagen. Bereits seit mehreren Wochen gibt es für Unternehmer in NRW zudem Soforthilfen und Hilfskredite.

Indes versuchen manche Gastronomen die aktuelle Situation mit Sarkasmus zu ertragen. "Bitte weiter gehen! Corona ist nur in Gaststätten gefährlich", schrieb das "Mit Schmackes" jüngst auf eine Tafel vor sein Lokal an der Hohen Straße. Inzwischen hat die Gaststätte, wie viele andere Lokale in Dortmund, auf Lieferung und Abholung umgestellt.

Das mit Schmackes im Kreuzviertel von Dortmund setzt wegen des Coronavirus nun auf Lieferung und Abholung.

Dessen Geschäftsführer Christopher Reinecke, der das Lokal mit Ex-BVB-Profi Kevin Großkreutz betreibt, betont aber, wie ernst die Lage aktuell ist: "Es wird von Tag zu Tag schwieriger für uns und für alle andere Kollegen in der Gastronomie  (...)." Die Miete laufe weiter, vom Eigentümer gebe es "keinen Cent Entgegenkommen".

Reinecke hat deshalb einen Appell an die Menschen im Kreuzviertel von Dortmund: "Gönnt euch was, geht zur Pommesbude, unterstützt die Kollegen, unterstützt uns."

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Rubriklistenbild: © Daniele Giustolisi/RUHR24; Collage: RUHR24

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