Neue Infektionswelle verhindern

Urlaubs-Rückkehrer in Dortmund: Wie die Stadt einen Ausbruch vermeiden will

Die Nordstadt zählt zu den Corona-Hotspots der Stadt Dortmund. Für Rückkehrer aus Risikogebieten soll es dort nun eine Neuerung geben.

  • Zwei Stadtteile von Dortmund sind offenbar besonders von Neuinfektionen mit dem Coronavirus betroffen.
  • In der Nordstadt soll deshalb die Bevölkerung verstärkt aufgeklärt werden.
  • Aus Sorge vor neuen Infektionen zum Ferienende soll zudem eine neue Corona-Teststelle eingerichtet werden.

Dortmund - In Bezug auf die Coronavirus-Pandemie sieht sich die Stadt Dortmund in der Nordstadt mit gleich zwei Problemen konfrontiert. Zum einen steht derzeit die Sorge vor Reise-Rückkehrer aus Risikogebieten am Ferienende im Raum, zum anderen mangelte es offenbar auch an verständlicher Aufklärung der Bevölkerung in dem Stadtgebiet - es besteht eine sprachliche Barriere. 

Stadt

Dortmund

Stadtteil

Innenstadt-Nord

Bevölkerung

59.502 (2018)

Corona-Infektionen

207 (15. Juli)

Nordstadt Dortmund: Viele Rückkehrer nach Urlaub im Risikogebiet Türkei erwartet

Rund die Hälfte der Bevölkerung in der Dortmunder Nordstadt weist einen Migrationshintergrund auf. Syrien, Rumänien, Polen: Die kulturelle Vielfalt in der Nordstadt ist laut der Bevölkerungsstatistik zu Dortmund recht groß (mehrNachrichten aus Dortmund auf RUHR24.de).

Ein Großteil der Bewohner stammt außerdem aus der Türkei oder hat Familie dort, die in den Ferien besucht wird. Vom Robert Koch-Institut wird die Türkei derzeit allerdings als Corona-Risikogebiet eingestuft.

Doch auch unabhängig davon, ob die Ferien auf Mallorca oder in der Türkei verbracht werden, rechnet der Leiter des Dortmunder Gesundheitsamtes, Frank Renken, nach den Ferien mit einem erneuten Anstieg der Corona-Infektionen

Rückkehrer aus Risikogebieten in Dortmunder Nordstadt: Sorge vor Neuinfektionen

Besondere Sorgen gilt jedoch jenen Urlaubern, die aus einem Risikogebiet wie der Türkei nach Dortmund zurückkehren. Rückkehrer aus der Türkei müssten sich deshalb beim Gesundheitsamt melden.

In der Dortmunder Nordstadt werden viele verschiedene Sprachen gesprochen - so muss auch die Aufklärungsarbeit rund um den Coronavirus in diesen Sprachen erfolgen.

Wohl um Neuinfektionen besonders in der kritischen Zeit gegen Ferienende zu entdecken, soll außerdem eine Corona-Teststation in der Nordstadt eingerichtet werden. Ein geeigneter Standort wird laut Radio 91.2 derzeit noch gesucht.

Aufklärung in verschiedenen Sprachen für Bevölkerung der Nordstadt in Dortmund 

Eine Regel, über die nun auch verstärkt in anderen Sprachen aufgeklärt werden soll - um die Bürger der Nordstadt, die womöglich schlecht oder kein Deutsch sprechen, besser zu informieren. Zwar gibt es auch schon jetzt Informationen in anderen Sprachen, doch spätestens seit klar ist, dass esin den vergangenen Wochen vermehrt Covid-19-Fälle in der Innenstadt-Nord gegeben hat, soll die informative Aufklärung der Bevölkerung in dem Bezirk ausgeweitet werden.

"Wir glauben, dass wir über eine Verbesserung der Informationen einfach mehr erreichen können", so Renken gegenüber dem Radiosender. Effektive Aufklärungsarbeit statt die Menschen mit erhobenen Zeigefinger in Quarantäne zu schicken, sei das Ziel. Erst vor wenigen Tagen hatten Bund und Länder entschieden, dass  zukünftig lokal verschärften Maßnahmen bei regionalen Coronavirus-Ausbrüchen eingesetzt werden können.

Rubriklistenbild: © Sven Braun/dpa

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