Erste Bilanzen im Ruhrgebiet

Dortmund: Wirtschaftliches Hilfspaket zum Coronavirus - Oberbürgermeister fühlt sich von Bund in Stich gelassen

Die Stadt Dortmund zieht in einem langen Bericht erste Bilanzen der Krise um das Coronavirus.
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Die Stadt Dortmund zieht in einem langen Bericht erste Bilanzen der Krise um das Coronavirus.

Die Stadt Dortmund zieht erste Bilanzen aus der Coronavirus-Krise. Vieles sei positiv verlaufen, ein eigenes Hilfspaket soll das weiter stärken. 

  • Die Stadt Dortmund zieht in einem mehrseitigen Bericht ein wichtiges Fazit.
  • Dortmund soll das Coronavirus vergleichsweise gut bewältigt haben.
  • Oberbürgermeister Ullrich Sierau fühlte aber stellenweise sich vom Bund alleingelassen.

NRW - Die Stadt Dortmund informiert in einem 42 Seiten langen Bericht über die bisher getroffenen Maßnahmen im Zuge des Coronavirus und deren Wirksamkeit. Beispielsweise seien die Infektionszahlen in Dortmund vergleichsweise niedrig gewesen.

Stadt

Dortmund

Fläche

280,7 km²

Metropolregion

7.268 km²

Bevölkerung

585.813 (Stand 2016)

Dortmund: Infektionen mit dem Coronavirus vergleichsweise niedrig

Auch Todesfälle habe Dortmund im Vergleich nur wenige zu beklagen. Zurückzuführen sei das auch auf die Arbeit des städtischen Krisenstabs, der im Februar relativ früh eingerichtet wurde, wie die Stadt Dortmund, wo es aktuell eine Diskussion um Frauen-Nacht-Taxis gibt, in einer Mitteilung schildert. Derweil kam es in einem Klinikum in Dortmund zu einem erneuten, unerwarteten Ausbruch des Coronavirus. Insgesamt 12 Personen wurden positiv getestet.

Der Bericht gibt einen umfassenden Überblick aus mehreren Bereichen, darunter unter anderem "Arbeit, Soziales, Sport und Freizeit, "Schule, Jugend und Familie" oder "Umwelt, Stadtentwicklung und Wohnen". Er kritisiert auch aber auch Bestimmungen von höheren Instanzen  bezüglich des Coronavirus wie etwa vom Bund und dem Land Nordrhein-Westfalen (NRW).

Dortmund: Sierau fühlte sich während des Coronavirus von Bund im Stich gelassen

So fühlte sich Oberbürgermeister Ullrich Sierau von diesen zwei Instanzen während der Coronavirus-Pandemie offenbar alleine gelassen. "Es hat sich gezeigt, wie wichtig es ist, sich unverzüglich gut aufzustellen, auch wenn alle um einen herum noch zögern", so Sierau.

Des Weiteren kritisiert er: "Das Land hat bis heute keine funktionierende Struktur aufgebaut, um mit den Kommunen, die die Dinge vor Ort ja nun einmal regeln, ins Gespräch zu kommen und gemeinsam das beste Vorgehen festzulegen." Gerade, wenn weitere Lockerungen durchgesetzt werden, komme es zwischen allen Ebenen gut auf ein koordiniertes Vorgehen an. "Das kann ich leider nicht erkennen."

Oberbürgermeister Ullrich Sierau fühlt sich im Kampf gegen das Coronavirus vom Bund im Stich gelassen.

Coronavirus: Stadt Dortmund plant eigenes Hilfspaket für die Wirtschaft

Laut Bericht habe die Verwaltung der Stadt während der Pandemie außerdem einen "enormen, digitalen Schub" erhalten. Die gewonnen Erkenntnisse sollen noch aufgearbeitet und in Pläne zur digitalen Verwaltung eingearbeitet werden.

Außerdem plane die Stadt Dortmund ein eigenes Hilfspaket, um die wirtschaftlichen Folgen im Zuge des Coronavirus abzumildern. Geprüft werden derzeit unter anderem Steuererleichterungen, Gebührenerlasse oder eine Stärkung der kommunalen Arbeitsmarktstrategie.

Coronavirus: Stadt Dortmund fordert mehr finanzielle Hilfen von Bund

Außerdem weist der Bericht auch auf den möglichen strategischen Umgang mit den Folgen der Krise hin. Allerdings muss der Rat der Stadt in seiner Sitzung am 18. Juni erst darüber beschließen.

Grundsätzlich fordert die Stadt Dortmund aber mehr Unterstützung vom Land NRW und dem Bund in der Coronavirus-Krise. Weitere finanzielle Hilfen über einen kommunalen Rettungsschirm seien nötig. Erforderlich sei auch in Altschuldenschnitt, um die Handlungsfähigkeit der Kommunen sicherzustellen.

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Coronavirus: Krisenstabsleiterin aus Dortmund ist positiv gestimmt

Insgesamt scheint die Krisenstabsleiterin für Dortmund Birgit Zoerner aber zufrieden, wie aus dem Bericht hervorgeht. "Für diese in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland einmalige Situation haben wir in Dortmund nach meiner Einschätzung bisher gute Arbeit geleistet", so Zoerner.

Die Leitlinien hätten sich im Zusammenhang mit dem Coronavirus gut bewährt. "Wir werden weiterhin alles in unserer Macht Stehende dafür tun, das Infektionsgeschehen einzudämmen – dabei geht auch weiterhin Sorgfalt vor Schnelligkeit."

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