Covid-19-Pandemie nimmt Fahrt auf

Dortmund: Was die Stadt im Herbst und Winter gegen steigende Corona-Zahlen machen will

Vor allem junge Menschen erkranken in Dortmund derzeit am Coronavirus.
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Vor allem junge Menschen erkranken in Dortmund derzeit am Coronavirus.

Die Corona-Pandemie nimmt in Dortmund Fahrt auf. Die Stadt verzeichnet ein ansteigendes Infektionsgeschehen. Was ist der Plan für Herbst und Winter?

Dortmund - Der aktuell ungemütliche Herbstbeginn hat Dortmund brutal aus dem so schönen und nahezu coronaunbefleckten Sommer geholt. Vorbei sind die lauen Sommerabende auf Terrassen und Balkons oder Restaurant-Besuche in Hinterhöfen unter freiem Himmel. Die kalte Jahreszeit steht vor der Tür - und damit die Gefahr vor einem weiteren Anstieg der Corona-Infektionen in Dortmund, berichtet RUHR24.de*.

NameCOVID-19-Virus
Häufigste SymptomeFieber, Trockener Husten, Müdigkeit
Seltene Symptome Gliederschmerzen, Halsschmerzen, Durchfall, Kopfschmerzen, Verlust des Geschmacks- oder Geruchssinns
Prävention Abstandhalten, Mund-Nase-Maske Tragen und Hände Desinfizieren.

Dortmund: Zahl der Corona-Infizierten steigt aktuell - was sind die Maßnahmen?

Bereits seit Ende Juli ist die Zahl der positiven Tests in Dortmund gestiegen, als die ersten Reiserückkehrer aus ihren Urlauben zurückkehrten* und sich viele von ihnen an den Flughäfen in NRW testen ließen. Inzwischen gleicht die Zahl der Corona-Neuinfizierten der im April, als die Lage aus dem Ruder zu laufen schien.

Inzwischen haben wir allerdings andere Voraussetzungen. Wir kennen das Coronavirus besser, es gibt strengere Maßnahmen, mehr Tests - und die Infizierten sind jünger, als zu Anfang der Pandemie. Dennoch stellte die Stadt am Freitag (2. Oktober) ein „ansteigendes Infektionsgeschehen“ fest. Zehn Tage lang lag in Dortmund die 7-Tage-Inzidenz bei rund 20. In den vergangenen Tagen war sie noch mal angestiegen. Am Freitag lag sie schließlich bei 25,3. Zur Erinnerung: Ab dem Wert von 35 beziehungsweise 50 könnten härtere Maßnahmen greifen.

Coronavirus in Dortmund: Stadt ruft dazu auf, Hygiene-Regeln einzuhalten

Als wichtigste Maßnahme gegen die Ausbreitung des Coronavirus in Dortmund sieht die Stadt nach wie vor die Einhaltung der seit Monaten gebetsmühlenartig wiederholten Hygieneregeln: Abstandhalten, Mund-Nase-Maske Tragen und Hände Desinfizieren.

Darüber hinaus vertraut die Stadt den Maßnahmen, die das Land NRW erst jüngst in ihrer Coronaschutzverordnung aktualisiert und bis zum 31. Oktober verlängert hat. Etwa der Pflicht zur Anmeldung von privaten Feiern mit mindestens 50 Personen außerhalb des privaten Raums oder die Verfolgung und Bestrafung von Menschen, die in Kontaktlisten in Restaurants falsche Angaben machen.

Dortmund/Coronavirus: Was passiert, wenn 7-Tage-Inzidenz den Wert von 35 übersteigt?

Noch ist die 7-Tage-Inzidenz in Dortmund nicht erreicht, aber es würde ein Ausbruch nach einer Hochzeitsfeier oder in einem Großbetrieb reichen, um diesen Wert zu erreichen. Was würde dann passieren? Auf Anfrage von RUHR24.de heißt es von der Stadt Dortmund, zusätzliche Maßnahmen müssten „der konkreten Situation angepasst getroffen werden.“ Daher könnten etwaige Maßnahmen nicht vorab festgelegt werden.

Die Stadt nennt jedoch Beispiele, was den Bürgern in Dortmund drohen könnte, sollte der kritische Wert von 35 Neuinfizierten pro 100.000 Einwohner in den letzten sieben Tagen erreicht sein. Und zwar:

  • zusätzliche Gebote zum Maskentragen in der Öffentlichkeit
  • die Reduzierung von maximalen Personenanzahlen bei Feiern im öffentlichen Raum
  • Beschränkungen für Veranstaltungen
  • verstärkte Hygienemaßnahmen in Betrieben

„Die notwendigen Abstimmungen mit den entsprechenden Stellen der Landesregierung würden getroffen werden“, schreibt die Stadt auf Anfrage von RUHR24.de. Von einem erneuten Shutdown ist bislang nicht die Rede.

Dortmund: Mehr Corona-Kontrollen auf Feiern und Hochzeiten

Noch zeigt sich die Stadt Dortmund entspannt, seien es derzeit vor allem jüngere Menschen, die sich mit dem Coronavirus ansteckten. Vor allem auf privaten Feiern sei das der Fall. „Diese (...) vermeidbaren Übertragungen im privaten Umfeld tragen wesentlich zu dem beschleunigten Infektionsanstieg bei“, heißt es von der Stadt. Die Stadt reagiert darauf mit vermehrte Kontrollen - unter anderem auf Hochzeitsfeiern*.

Video: RKI meldet am Sonntag (04.10.2020) erneut über 2.200 Coronavirus-Infektionen

Die Einhaltung der Hygieneregeln auf Feiern ist die eine Strategie zur Eindämmung des Coronavirus. Die andere ist es, „vermeidbare“ Feiern erst gar nicht auszutragen. So appellierte Dr. Frank Renken, Chef des Dortmunder Gesundheitsamts jüngst: „In der aktuellen Situation würde ich mir wünschen, dass wieder mehr Menschen freiwillig auf Feiern verzichten.“

Stadt Dortmund kann Hälfte aller Corona-Fälle nicht aufklären

Die Stadt, so Renken, könne für mehr als die Hälfte der aktuellen Fälle nicht klären, wo die Ansteckung erfolgte. Renken warnt: „Wir haben eine zunehmende Zahl von Menschen in unserer Stadt, die keine Krankheitssymptome haben, aber dennoch ansteckend sind.“ *RUHR24.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

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