Coronavirus-Krise

Trotz Warteschlangen vor den Geschäften: Die Prognose der Händler in Dortmund bleibt düster

Coronavirus - Einkaufen in Dortmund
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Einkaufen ist in Dortmund trotz Coronavirus wieder möglich.

Die Lockerungen in der Coronavirus-Krise haben für Erleichterung bei den Einzelhändlern gesorgt. Die Prognose bleibt jedoch düster.

  • Seit Montag dürfen einige Geschäfte in Dortmund wieder öffnen.
  • Die Händler sind von der Krise durch das Coronavirus* schwer getroffen und besorgt.
  • Ordnungsamt und Polizei bemerkten trotz vieler Kunden "keine Auffälligkeiten".

Dortmund - Wer Anfang der Woche einen Blick auf den Westenhellweg in Dortmund geworfen hat, wurde schnell an eine Zeit vor der Coronavirus-Pandemie erinnert. Denn nachdem am Montag viele Geschäfte wieder öffnen durften, war die beliebte Einkaufsstraße gut besucht. Bei den Einzelhändlern sorgt das für etwas Erleichterung, berichtet RUHR24.de* Zu engen Kontakt konnten Ordnungsamt und Polizei hingegen nicht feststellen.

Coronavirus: Einzelhändler in Dortmund in großer Sorge

Die Lockerungen in der Coronavirus-Krise wurden bei den Kaufleuten gut angenommen, sagt Dirk Rutenhofer, Vorstandsvorsitzender des Cityrings Dortmund: "Für alle die, die aufmachen dürfen, ist die Erleichterung groß." Der Schritt sei richtig gewesen. Dennoch: "Das sind jetzt keine Bomben-Umsätze, die sie da machen", sagt Rutenhofer.

Große Kaufhäuser dürfen auch in Dortmund bislang nicht öffnen.

Zwar gebe es die ein oder andere Unsicherheit im Umgang mit den Hygienevorkehrungen. "Jeder macht, was in seinen Möglichkeiten steht", sagt er. Die meisten Kunden gingen zudem verantwortungsvoll mit den Vorsichtsmaßnahmen um. Man dürfe die Lockerung nicht auf die leichte Schulter nehmen. 

Mittlerweile ist zudem klar, dass es wegen des Coronavirus in NRW ab Montag (27. April) eine landesweite Mundschutzpflicht* geben wird.

Dortmund: Warteschlangen vor Geschäften und der Thier-Galerie auf dem Westenhellweg

Das sehen die Polizei und das Ordnungsamt der Stadt Dortmund ähnlich. Es habe auf dem Westenhellweg bereits am Vormittag regen Publikumsverkehr gegeben, heißt es vom Ordnungsamt: "Vor mehreren Geschäften kam es aufgrund der Zugangssteuerung zu Warteschlangen." Dabei seien sich auch mal Passanten und wartende Kunden in die Quere gekommen. Gruppen hätten sich laut Polizei aber nicht gebildet.

Auch in der Thier-Galerie hatten bereits am Montag etwa 75 Geschäfte geöffnet, teilte Center-Manager Markus Haas mit. "Wir freuen uns, dass die Geschäfte schrittweise wieder öffnen dürfen", sagte er. Am Eingang zum Einkaufszentrum hätten Sicherheitsleute den Publikumsverkehr geregelt, hieß es vom Ordnungsamt: "Auch vor den einzelnen Geschäften wurden keine Verstöße gegen die Corona-Schutzverordnung registriert."

Dortmund: Gastronomen und Hoteliers wegen der Coronavirus-Krise besorgt

Dass es um den Einzelhandel nach dem Lockdown trotzdem nicht gut bestellt ist, zeigte eine Blitzumfrage des Cityrings Dortmund am Montagnachmittag (20. April). Knapp 50 Unternehmen aus Gastronomie, Einzelhandel und Reisebranche hatten daran teilgenommen.

Demnach hätten sich besonders Gastronomen, Hoteliers und Reisekaufleute ausnahmslos pessimistisch und besorgt geäußert. Bei den Einzelhändlern hätten sich nur bei jedem zweiten die Erwartungen erfüllt.

Video: Geschäfte dürfen wieder öffnen

Coronavirus-Krise in Dortmund: Händlern droht die Pleite

Auch die Aussichten auf den weiteren Verlauf der Coronavirus-Krise sind eher düster: 60 Prozent der Befragten befürchten, dass sich die Lage weiter verschlechtert. Der Rest wagte gar keinen Ausblick. 

Von Schließungen bedroht sei besonders die Gastro-Branche, sagte Rutenhofer.  "Für den Rest des Jahres steht uns da nichts Gutes ins Haus", sagte er. Zudem befürchtet er, dass es einige Einzelhändler in Dortmund im kommenden Jahr nicht mehr geben könnte: "Es wird den ein oder anderen Händler treffen - nicht nur in Dortmund", sagt Rutenhofer.

Ein Lichtblick ist das Portal "Dortmund bringt's", das vom Cityring unterstützt wird. Dort können Unternehmen aus Dortmund ihre Waren online* anbieten. Innerhalb von nur 10 Tagen haben sich fast 300 Händler und Dienstleister eingetragen. "Es werden stündlich mehr Geschäfte", freut sich Rutenhofer. Gerade jetzt müssten sich die Dortmunder mit ihrer Stadt solidarisieren: "Wir sehen das als gute Maßnahme - auch über die Krise hinaus."

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