Harte Kontrollen am Wochenende

Dortmund: Corona-Irrsinn vor Lockdown – Polizei kritisiert Chaoten in der Gastronomie

Dortmunds Polizeipräsident Gregor Lange ist zufrieden mit der Kriminalitätsstatistik des ersten Halbjahres 2020.
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Dortmunds Polizeipräsident Gregor Lange ist zufrieden mit der Kriminalitätsstatistik des ersten Halbjahres 2020.

Die neuen drastischen Corona-Maßnahmen zum „kleinen“ Lockdown greifen ab morgen. In Dortmund appellieren die Behörden an die Vernunft der Bürger.

Dortmund – Ab Montag (2. November) gilt er, der „Lockdown light“ in Dortmund, NRW und ganz Deutschland. Einerseits verständlich, dass viele das Wochenende in „Freiheit“ noch einmal nutzen, um ins Kino zu gehen oder einen gemütlichen vorerst letzten Abend im Restaurant zu verbringen. Denn danach ist damit erstmal Schluss.

StadtDortmund
Fläche280,7 km²
Einwohner601.780

„Lockdown light“ in Dortmund: Immer wieder Verstöße gegen Corona-Regeln

Theater, Kinos, Bars, Restaurants – sie alle schließen ab Montag Corona-bedingt erneut ihre Türen. Doch bis dahin wollen die Dortmunder Behörden noch einmal klar machen, wie wichtig es ist, sich an die Vorgaben der Coronaschutzverordnung zu halten.

Zuletzt hatten die Stadt Dortmund sowie die Polizei im Rahmen von Infektionsschutz-Kontrollen in der Dortmunder Innenstadt, in Eving und in Huckarde immer wieder gravierende Verstöße festgestellt: „Fehlende oder unvollständig geführte Kontaktlisten, keine Desinfektionsmittel, zu geringe Abstände, keine Masken“, heißt es in einer aktuellen Pressemitteilung.

„Lockdown light“ in Dortmund: Polizei und Ordnungsamt kontrollieren Betriebe

Bei Kontrollen am Donnerstag (29. Oktober) überprüften Stadt und Polizei 25 Betriebe. Acht wurden wegen gravierender Verstöße gegen die Vorschriften geschlossen. Mittwoch (28. Oktober) versiegelte das Ordnungsamt drei von fünf in Eving überprüften Betrieben.

Am Dienstag (27. Oktober) untersagte das Ordnungsamt in der Oestermärsch einem von vier überprüften Gewerben den Betrieb. Auch bei den gemeinsamen Kontrollen auf der Schützenstraße und im Schleswiger Viertel in der Nordstadt am Montag (26. Oktober) stellten die Einsatzkräfte zahlreiche Verstöße von Betrieben und Privatpersonen fest – „obwohl längst bekannt war, dass der Anstieg der Infektionszahlen gefährliche Ausmaße annimmt“, heißt es vonseiten der Polizei.

„Lockdown light“ in Dortmund: Bei Corona-Verstößen drohen hohe Bußgelder

Teilweise folgten harte Konsequenzen: Das Ordnungsamt ließ mehrere Gastronomiebetriebe schließen und versiegelte die Türen. Die Betreiber der inzwischen geschlossenen Betriebe erhielten bereits Vorladungen zu Gesprächen im Ordnungsamt. Ihnen drohen laut der Stadt Dortmund Bußgelder in vierstelliger Höhe. Im Wiederholungsfall könne sogar „ein Verfahren zum Widerruf der Gaststättenerlaubnis eingeleitet und die Fortführung des Gewerbes untersagt“ werden.

Doch so weit soll es im besten Fall gar nicht erst kommen. Trotzdem kündigen Stadtverwaltung, Polizei und Bundespolizei für die nächsten Tage weitere Kontrollen und für den Fall von Verstößen auch weitreichende Sanktionen an (mehr aktuelle Corona-Nachrichten aus NRW im Live-Ticker auf RUHR24.de).

„Lockdown light“ in Dortmund: Appell an die Vernunft der Menschen

„Ich kann nur wiederholt an die Vernunft der Menschen appellieren: Zeigen Sie Verantwortung. Wir dürfen es nicht zulassen, dass die Krankenhäuser wegen zu vieler dramatischer Krankheitsverläufe zu Entscheidungen gezwungen werden, wen sie auf die Intensivstation verlegen und wen nicht. Wir müssen Todesfälle verhindern. Das geht nur, indem wir die Infektionsketten unterbrechen“, so Polizeipräsident Gregor Lange am Freitag (30. Oktober) bei einem Inzidenzwert von 172 in Dortmund.

Video: Verschärfte Corona Regeln – das gilt im November

Doch nicht alle Gastro-Betriebe in Dortmund haben sich in den vergangenen Wochen daneben benommen. Im Gegenteil: „Der absolut überwiegende Teil der Gastronomiebranche in Dortmund verhält sich bei der Sicherstellung des Infektionsschutzes seit vielen Monaten vorbildlich“, so Dortmund Rechtsdezernent Norbert Dahmen.

„Lockdown light“ in Dortmund: In Corona-Zeiten „verantwortungsvoll und solidarisch“ handeln

Deshalb danke man den vielen Bürgern, die seit Wochen und Monaten und auch in der augenblicklichen Lage mitziehen. Denn fest steht: „Wenn jetzt alle sensibel, verantwortungsvoll und solidarisch handeln, kann die Stadtgesellschaft auch schneller zu einem geordneten Leben mit weniger drastischen Maßnahmen zurückkehren“, heißt es in der Mittelung weiter.

Dazu Polizeipräsident Gregor Lange: „Einige Branchen sind ab Montag existenziellen Zumutungen ausgesetzt: Gastrobetriebe und Kultureinrichtungen müssen im November schließen. Am besten können wir alle diesen besonders Betroffenen dadurch helfen, indem wir jetzt strikt alle Regeln einhalten und gemeinsam die Lage entschärfen, damit für sie der Betrieb wieder weitergehen kann.“